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Zölle in Amerika

Wein-Export in die USA: Mit diesen Auswirkungen rechnen Zabergäu-Weingärtner

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Bleibt der Einfuhrzoll in die US für Weine aus Deutschland bei 15 Prozent? Ins Land liefert auch die Genossenschaft Weingärtner Stromberg-Zabergäu. Die Zölle sind nach Ansicht des Geschäftsführers nicht das Problem.

Emma Drew, Teilhaberin und Geschäftsführerin des Weinladens Biondivino, geht in San Francisco vor Weinflaschen aus Italien spazieren, die in dem Laden ausgestellt sind.
Emma Drew, Teilhaberin und Geschäftsführerin des Weinladens Biondivino, geht in San Francisco vor Weinflaschen aus Italien spazieren, die in dem Laden ausgestellt sind.  Foto: Jeff Chiu

Kommen die 15 Prozent Einfuhrzölle in den USA für Weine aus Europa? Derzeit sind keine Kisten der Weingärtner Stromberg-Zabergäu über den Atlantik unterwegs, zuletzt gingen zwei Container Anfang des Jahres in die USA, erzählt Geschäftsführer Dr. Bernd Kost. Gerade in den ersten beiden Monaten, als der Zoll-Streit unter US-Präsident Donald Trump losging, sei deshalb insgesamt viel Wein in die USA geliefert worden.

Weingärtner Stromberg-Zabergäu liefern schon seit einigen Jahren in die USA

Die Zabergäu- und Stromberg-Genossenschaft hat Erfahrung mit Zöllen unter einem US-Präsidenten Trump. Schon während dessen erster Amtszeit habe man deshalb dem Importeur in Amerika geraten, eine Marge in den Preis einzukalkulieren, erinnert sich Bernd Kost. Denn mit Unsicherheiten müssten in erster Linie die amerikanischen Importeure umgehen, sagt der Geschäftsführer: Erst mit Einlaufen des Schiffs in einem US-Hafen greift der Einfuhr-Zoll, eben mit der dann jeweils gültigen Höhe.

Die Genossenschaft aus der Region machte zuletzt rund drei Prozent des Umsatzes in den USA. Anders sehen die europaweiten Zahlen aus. Nach Angaben des Verbands Deutscher Weinexporteure sind die Vereinigten Staaten „mit einem wertmäßigen Anteil von 27 Prozent und einem mengenmäßigen Anteil von 21 Prozent das wichtigste Exportziel für EU-Weine“. VDW-Geschäftsführer Christian Schwörer betonte zuletzt Mitte Juli: „Der US-Markt ist von zentraler Bedeutung für den europäischen Weinsektors und die Stabilität ländlicher Regionen, die stark vom Weinbau abhängig sind.“

Weniger Wein in die USA: Größere Herkunftsländer vermarkten Wein in anderen Gegenden

Nach Ansicht von Bernd Kost spüren vor allem Winzer aus größeren Ländern wie Frankreich und Italien die Zölle, Importeure in den USA verlangten von ihnen günstigere Preise, deshalb würden diese Weinbauern nun in andere Länder ausweichen. „Das haben wir schon 2023 gemerkt“, berichtet Bernd Kost.

Die Zölle in den USA haben weitreichendere Auswirkungen als nur auf den Handel zwischen den USA und Deutschland. Bernd Kost sieht Verschiebungen im weltweiten Export. „Wir bekommen es mit.“ Beispielsweise gehe der deutsche Rotwein in Asien zurück. „Alles ist komplett durcheinander.“

Damit nicht genug. Aus einem weiteren Grund geht der Weinabsatz zurück: Konsumenten verzichteten, sagt der Geschäftsführer der Genossenschaft.

Die Weingärtner Stromberg-Zabergäu halten trotzdem am Export fest, vermarktet den Großteil ihrer Weine deutschland- und europaweit. Seit 2025 kooperiert die Genossenschaft sogar mit anderen über einen neuen Betrieb: Gemeinsam als ein Lieferant vermarkte man so Weine aus mehreren Anbaugebieten, sieht Bernd Kost darin einen großen Vorteil. 

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