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Tannenbäume auf jeder Etage: So wird Weihnachten im Altersheim gefeiert

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Im Seniorenheim Alexander-Stift in Zaberfeld ist zu Weihnachten ein buntes Programm geboten. Festliche Traditionen stärken die Gemeinschaft – und manch einer fühlt sich dadurch weniger einsam.

Rosemarie Dold beim Baumschmücken. Im Seniorenheim Alexander-Stift in Zaberfeld wird den Bewohnern in der Weihnachtszeit nicht langweilig.
Rosemarie Dold beim Baumschmücken. Im Seniorenheim Alexander-Stift in Zaberfeld wird den Bewohnern in der Weihnachtszeit nicht langweilig.  Foto: Berger, Mario

Rosemarie Dold ist gerade bei der Sitzgymnastik, als sie Besuch von der Heilbronner Stimme bekommt. Für den Termin mit der Presse hat sich die 85-Jährige am Morgen extra zurecht gemacht. In die Zeitung kommt man ja nicht alle Tage.

Seit einem halben Jahr lebt die Rentnerin im Alexander-Stift in Zaberfeld – es ist ihr erstes Weihnachten im Seniorenheim. Mit Begeisterung hat sie viele der Programmpunkte in der Adventszeit mitgemacht: Kränze binden, Plätzchen backen, Baum schmücken und vieles mehr. „Wunderschön“ sei die vorweihnachtliche Stimmung gewesen, erzählt sie begeistert.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtung, die an die Diakonie Stetten angegliedert ist, sind vielfältige Angebote wichtig. Die Traditionen an den Festtagen hochzuhalten, ist besonders bei neuen Bewohnern wie Rosemarie Dold von Bedeutung. „So merken sie, dass sie richtig aufgenommen werden“, sagt Alexandra Lehmann, Haus- und Pflegedienstleiterin. 

Weihnachten im Altersheim: Pfleger und Bewohner organisieren Festprogramm

Mehrere Tannenbäume und Adventskränze tauchen die Gemeinschaftsräume in eine festliche Atmosphäre. Die Bewohner haben sie selbst geschmückt und dann „im gesamten Haus verteilt“, berichtet Pflegerin Carmen Silber. Besuch gab es vom Posaunenchor Michelbach und dem Get-up-Chor. „Das war so toll“, erinnert sich Rosemarie Dold. Der Lebendige Adventskalender hat im Dezember ebenfalls Station am Alexander-Stift gemacht. Gäste und Bewohner sangen Lieder zusammen, als Verpflegung gab es Punsch und Stollen. 

Die Veranstaltung sei gut besucht gewesen und habe gezeigt, „das Haus ist nicht leer“, findet Rosemarie Dold. Das Team von Alexandra Lehmann wird nicht müde, den 45 Bewohnern des Hauses eine fröhliche Adventszeit zu bieten. Bei der Adventsfeier hat Carmen Silber die Weihnachtsgeschichte vorgelesen. Und an Heiligabend verteilen die Pflegekräfte vormittags Geschenke an alle Bewohner. Auszupacken gibt es Hygieneartikel wie Duschgel und Shampoo, verrät Silber. 

Alexander-Stift in Zaberfeld: Bewohnerin fühlt sich gut aufgenommen

Abends stehen ganz traditionell Saitenwürstle mit Kartoffelsalat auf dem Speiseplan. Ein Großteil der Bewohner isst allerdings gar nicht im Heim, ab dem Nachmittag verteilt sich das Geschehen. Viele bekommen Besuch von Angehörigen oder werden abgeholt und bleiben teilweise bis über Nacht fort, um den Weihnachtsabend im Kreise ihrer Liebsten zu verbringen.

So auch bei Rosemarie Dold. „Meine Tochter holt mich ab“, erzählt sie. Mittlerweile ist die Ludwigsburgerin Uroma. Auf ein schönes Leben und eine schöne Ehe blicke sie zurück. Mit ihrem Mann sei sie viel im Wohnmobil unterwegs gewesen. „Wir sind im Februar losgefahren und im Oktober zurückgekommen“, erzählt sie. Nur manchmal kommt ihr jetzt im Alter der Gedanke, „man hätte intensiver leben sollen“. 

Ihr Zimmer im Alexander-Stift ist voller Erinnerungen an ihr früheres Leben. Eine Dackelfigur erinnert sie an ihre beiden Hunde. Auch ein selbst gebundener Adventskranz mit LED-Kerzen ziert den Tisch. Durch Zufall ist Rosemarie Dold in Zaberfeld gelandet. Die Parkinson-Patientin brauchte dringend eine Unterkunft. „Ich bin froh, dass ich hier aufgenommen worden bin“, sagt sie. „Das Personal ist einfach super.“ Für Carmen Silber hat sie zum Dank sogar ein kleines Weihnachtsgeschenk vorbereitet, das sie ihr in die Hand drückt. 

Weihnachtliches Programm gegen Einsamkeit im Altersheim

Aber nicht alle Bewohner sind im Alter noch so agil und gesellig wie Rosemarie Dold. Manch einer hat keine Angehörigen, die ihm an den Feiertagen Gesellschaft leisten. In diesem Fall tut das Personal sein Bestes, damit die Betroffenen nicht vereinsamen. „Wir gucken schon, dass wie sie in vieles mit einbeziehen“, berichtet Alexandra Lehmann. Natürlich müsse dafür aber auch eine Bereitschaft da sein. 

Bei Rosemarie Dold muss man sich keine Sorgen machen. Gerne geht sie auf die anderen Bewohner zu und initiiert zum Beispiel Spiele-nachmittage. „Das ist richtig schön“, findet Carmen Silber. „Zurzeit haben wir viele, die fit sind, die etwas machen wollen.“ Zum Glück hört das Programm mit Weihnachten nicht auf – am Dreikönigstag kommen die Sternsinger zu Besuch.

Lob an die Ehrenamtlichen

Die Diakonie Stetten betreibt im Landkreis Heilbronn mehrere Standorte: das Alexander-Stift in Zaberfeld, Lauffen, Neckarwestheim und Talheim. Bei dem Standort Zaberfeld sind 45 Pflegeplätze mit drei Hausgemeinschaften verfügbar. Die Einrichtung ist barrierefrei und behindertengerecht eingerichtet. Zu 45 Einzelzimmern kommen 13 betreute Seniorenwohnungen dazu. 

Eine „richtige Bereicherung“ in der Gemeinschaft seien die Ehrenamtlichen, betont Pflegerin Carmen Silber. Ohne sie würde vieles nicht funktionieren. „Wir leben von den Ehrenamtlichen.“

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