Stimme+
Neues Gesetz 
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Debatte um Wehrpflicht: Das sagen Betroffene aus der Region Heilbronn und Hohenlohe

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Die Bundesregierung will das neue Wehdienstgesetz auf den Weg bringen und setzt dabei größtenteils auf Freiwilligkeit. Die Debatte um eine Wehrpflicht geht trotzdem weiter. Was sagen junge Leute in der Region dazu? 


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Die Bundeswehr braucht mehr Personal. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will den Freiwilligendienst stärken. Die Pläne wurden am Mittwoch (27. August) im Kabinett vorgestellt. Die Union drängt darauf, einen Automatismus zur Wehrpflicht zu verankern, sollte die Freiwilligkeit nicht ausreichen. Die Wehrerfassung junger Männer soll eingeführt werden, der Dienst zunächst weiterhin freiwillig bleiben, das hat die Ministerrunde beschlossen. Der Bundestag muss jetzt über das Gesetz entscheiden.

Was halten die Betroffenen aus der Region davon?

Debatte um Wehrpflicht: So reagieren junge Menschen aus der Region Heilbronn

Simon Schmidt aus Leingarten fände eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht als „nicht schlecht“. „Wir sollten uns im Ernstfall verteidigen“, sagt er. „Bundeswehr oder Zivildienst – beides nützt und hilft.“

Im Oktober beginnt er eine sechsmonatige Ausbildung als Gebirgsjäger bei der Bundeswehr – als Soldat, spezialisiert auf Kämpfe im Gebirge bei Eis und Schnee. Der 17-Jährige hat dafür das Einverständnis seiner Eltern erhalten, auch wenn diese – wie gleichaltrige Freunde – erst einmal schlucken mussten. „Ich kann die Reaktionen verstehen, aber ich sehe das als tolle Erfahrung.“ Zwei Jahre möchte er der Truppe angehören. Wie es danach weitergeht, ist noch offen.

„Nur im größten Notfall“: Junge Menschen aus Heilbronn und Region zu Wehrpflicht

Manuel Bleymeyer, Schüler am Theodor-Heuss-Gymnasium in Heilbronn, hält die Registrierung per Fragebogen und die anschließende Vormusterung für keine schlechte Idee. „So kann man im absoluten Ernstfall schnell reagieren“, sagt der 18-Jährige. Angst und Zurückhaltung gegenüber der Wehrpflicht versteht er gut. „Ich würde auch nur im größten Notfall einspringen – aus Eigeninitiative eher nicht“, so Bleymeyer. „Außer, bei mir hätte es mit der Schule nicht geklappt oder so.“

 

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Einstellungen anpassen

 

Jamie Kassebaum, Rettungssanitäter in Ausbildung aus Brackenheim ist kein Fan des Wehrdiensts. „Ich bin zwar kein Experte, denke aber, dass wir in der Nato sicher genug sind, und die Bundeswehr auch ohne Wehrdienst gut genug aufgestellt ist“, erzählt der 19-Jährige. Das sieht die Bundesrgierung anders: Die Bundeswehr benötige etwa 80.000 zusätzliche, aktive Soldaten. Denn die Nato hält für Deutschland eine Größenordnung von 260.000 Männern und Frauen in der stehenden Truppe für erforderlich, um einem Angriff etwa Russlands standzuhalten.

Debatte um Wehrpflicht: Gleichberechtigung und Alter spielen für manche eine Rolle

Ashley Linde aus Schwäbisch Hall und Michael Mulfinger aus Wüstenrot sind gemeinsam in der Öhringer Innenstadt unterwegs. „Interessant ist es bestimmt“, sagt der 19-Jährige. Ihn interessiere beim Bund das Technische, Maschinen wie Panzer und Flugzeuge und wie sie funktionieren. Er hat nichts gegen eine Erfassung der 18-Jährigen, „die brauchen auch ihre Leute“. Die 16-jährige Ashley Linde sieht das anders: Wenn man sich bereits für die Bundeswehr interessiere, dann sei das aus ihrer Sicht in Ordnung dort einen Wehrdienst zu leisten. Aber junge Menschen, die sich damit nicht auseinandergesetzt haben und dann vom freiwilligen Militärdienst hören, mitmachen und es dann vielleicht bereuen, das findet sie schwierig. „Die jüngeren Leute haben ja noch ihr ganzes Leben vor sich.“

Und auch, dass nur Männer allein schon zur Erfassung verpflichtet werden sollen, findet sie nicht gut. „Gleichberechtigung ist wichtig.“ Für seine Verteidigung könne Deutschland aber mehr tun, sind sich die beiden einig.

Disziplin und Verteidigung: Junge Hohenloher äußern sich zu Wehrpflicht-Debatte

Die Schwestern Violetta (19) und Vanessa (16) Volk aus Öhringen, fände die angedachten Regelungen gut. Wir brauchen Verteidigung, erklärt die Ältere. Sie verfolge die Lage in der Ukraine und in Gaza. Und noch einen Aspekt finden die beiden an den Plänen gut: Disziplin würde den jungen Männern guttun.

Das bemerken sie auch bei Freunden, die Wehrdienst geleistet haben. Es sei besser, erst die Schule abzuschließen. Und auch der Familienwunsch wäre schwieriger, wenn erst der Wehrdienst und dann vielleicht noch das Studium anstünden. Sie beide wollen keinen Wehrdienst leisten.

 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben