Gegenüber dem Areal Gemeindehalle/Sportgelände in Affaltrach wird ebenfalls eine Überplanung ins Auge gefasst: Der Obstbaubetrieb Köhler möchte auf den Höhenrücken zwischen Affaltrach und Willsbach aussiedeln – den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Hochgericht/Zwerchäcker“ fasste der Gemeinderat 2023. Mit dem Abbruch der Gärtnerei wäre Platz für eine Kombination aus Wohnen und Ärztehaus, sagt Bürgermeister Björn Steinbach zu den Überlegungen eines neuen Investors.
Was tut sich bei der Entwicklung von Wohnraum in Obersulm?
Nach Zeit des Stillstands soll das „Spatzenhof“-Quartier jetzt realisiert werden. Für das Areal Gemeindehalle/Sportgelände in Affaltrach stehen die ersten Gespräche mit einem Interessenten an. Entwurfsplanung für den alten Sportplatz in Willsbach wird fortgesetzt.

„Es sind tolle Areale, die entstehen können“, sagt Bürgermeister Björn Steinbach mit Blick auf den alten Sportplatz in Willsbach und den Bereich Gemeindehalle/Sportgelände in Affaltrach. Nicht nur hier will die Gemeinde Obersulm die Chance der innerörtlichen Entwicklung nutzen. Wie sieht es aus mit der Nachverdichtung an anderen Stellen? Es kommt wieder Bewegung in die Projekte, so der Gemeindechef.
Dabei ist der Bedarf an Wohnraum auch in Obersulm groß. Für je einen Bauplatz in Willsbach und Affaltrach hat die Gemeinde vor Ende der Bewerbungsfrist schon eine Handvoll Bauwilliger. Was das neue Baugebiet anbelangt, kann es allerdings noch dauern.
Geplantes Baugebiet „Salzberg“ liegt erst mal auf Eis
Denn beim „Salzberg“ in Eschenau kommt es zu einem Jahr Verzögerung (wir berichteten). Der Bebauungsplan für das 3,5 Hektar große Gebiet ist erst mal auf Eis gelegt. Das Landratsamt fordert weitere Gutachten, befinden sich doch geschützte Biotope und Mähwiesen im Gebiet.
Bürgermeister Steinbach erneuert seine Kritik an der Nachforderung, schließlich sei das Gebiet im Flächennutzungsplan enthalten, der Artenschutz untersucht, und bei der Aufstellung des Bebauungsplans vor zwei Jahren seien Mähwiesen kein Thema gewesen. „Das ist eine Frage der Verlässlichkeit für die Gemeinde und die Grundstückseigentümer“, ärgert er sich. Mähwiesen seien außerhalb der Bebauung bereits kartiert. Wie werden die Maßstäbe gesetzt?, fragt er sich. Stünden die Mähwiesen im Vordergrund oder soll Wohnraum geschaffen werden?
36 Wohneinheiten sind im „Spatzenhof“ vorgesehen
Erfreulicher sieht es im „Spatzenhof“-Quartier aus, dessen Realisierung die Pandemie, hohe Energiepreise, Inflation und steigende Baukosten verzögert hat. „Der Markt war wie tot“, sagt der Bürgermeister, für Neubauwohnungen kein Käufer zu finden. Jetzt habe der Projektentwickler – es ist mit der Schwäbisch Hall Wohnen GmbH inzwischen ein neuer – signalisiert, den Bauantrag einzureichen. 36 Wohneinheiten, fünf davon sozialgebunden, werden im „Spatzenhof“ entstehen.
An der Affaltracher Straße zwischen Feuerwehrhaus und Kubin-Gebäude sollen 32 Wohneinheiten entstehen, informiert Steinbach.

Verkauf der alten Schule in Affaltrach noch in diesem Jahr möglich
Er hofft, dass in diesem Jahr noch der Verkaufsabschluss für die Alte Schule in Affaltrach getätigt werden kann. Bis auf das Thema Stellplätze sei der Gemeinderat einverstanden mit der Planung. Ein Investor will das historische Gebäude umbauen. Sieben bis acht Wohnungen sollen entstehen.

Chance auf eine neue Ortsmitte in Affaltrach
Im April finden laut Bürgermeister erste Gespräche mit einem Interessenten für die Neugestaltung des Bereichs Gemeindehalle/Sportgelände in Affaltrach statt. In der letzten Klausurtagung hatte sich der Gemeinderat mit einer städtebaulichen Studie befasst. Geschosswohnungsbau lautet hier das Thema, bis zu 150 Wohnungen seien möglich, wobei Steinbach 100 bis 120 für realistisch hält. Betreutes Wohnen und Dienstleistungen aus dem Gesundheitsbereich sind in der Überlegung.
„Es ist eine große Chance, die Mitte von Affaltrach neu zu entwickeln“, sagt Steinbach zu einem Quartier, zurückversetzt von der Willsbacher Straße, von dem Läden, Stadtbahn und Freibad fußläufig erreichbar seien. Und das mit der Absicht, den Michelbach zu renaturieren, weitere Attraktivität erreicht.

Konzept soll preisgünstiger werden
Das gilt auch für den alten Sportplatz mit dem ehemaligen Freibadgelände in Willsbach, wo das Seebächle bereits renaturiert ist. Vor zwei Jahren hat der Projektentwickler Kruck + Partner einen ersten Entwurf fürs Wohnen am Seebächle präsentiert mit (Arzt-)Praxen, Bäckerei mit Café, Kita und betreutes Wohnen. Der Stillstand ist nun vorbei. „Es läuft wieder an“, sagt Steinbach. Allerdings soll das Konzept preisgünstiger gemacht werden. Wohnraum stehe im Vordergrund, Dienstleister sollen im vorderen Bereich angesiedelt werden. Ob die Gemeinde dort eine Kita benötige, ist für Steinbach noch nicht klar.
Angesichts teurer Großprojekte wie die Affaltracher Grundschulerweiterung, den Anbau an das Feuerwehrhaus 1 sowie den Mensa-Neubau der Michael-Beheim-Schule und der schwierigen Finanzlage macht er deutlich, dass das Augenmerk bei der Entwicklung darauf gerichtet werden müsse, ob Kapazitäten in der Infrastruktur – etwa in Kitas und Schulen – vorhanden sind.

Stimme.de
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