Was Oedheim für die Sicherheit von Festen und Märkten plant
Wie kann man Weihnachtsmärkte und andere öffentliche Veranstaltungen in der Gemeinde schützen? Oedheim hat nun im Gemeinderat ein Konzept vorgestellt und setzt auf eine Mischung von Maßnahmen.

Ob Weihnachtsmarkt oder größere Feste: Durch diverse Anschläge und Gewalttaten hat das Thema Sicherheit bei der Planung von öffentlichen Veranstaltungen in den vergangenen Jahren einen immer größeren Stellenwert erhalten. Wie gut sind öffentliche Plätze und Veranstaltungen geschützt? Wie legt man mögliche Sicherheitskonzepte an? Und wie sind diese bei klammen Kassen von Kommunen überhaupt umsetzbar?
Das Thema beschäftigt Städte und Gemeinden wiederholt. So auch in der jüngsten Sitzung des Oedheimer Gemeinderats, bei dem es unter anderem um Absperrmodule für den Weihnachtsmarkt und weitere Veranstaltungen der Kommune geht.
Oedheims Bürgermeister Schmitt: „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht“
„Es ist ein leidiges Thema“, sagt Oedheims Bürgermeister Matthias Schmitt und ergänzt: „Man kann durch die Absperrungen zwar verhindern, dass jemand mit einem Fahrzeug auf das Gelände fährt. Wenn aber jemand einen Anschlag verüben möchte, gibt es andere Möglichkeiten.“ Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es laut Schmitt nicht und könne auch von keinem Veranstalter garantiert werden.
Oft würde aber genau diese verlangt, „ein wenig Eigenverantwortung und Eigenrisiko gibt es aber immer“, so der Bürgermeister, der es, wie er sagt, bedenklich findet, dass nach einem Anschlag oder einer Gewalttat die Verantwortung nicht zuerst beim Täter, sondern vorrangig beim Veranstalter gesucht werde. Oft seien dabei Vereine, Gemeinden oder Städte in der Verantwortung. „Wir müssen unser Sicherheitsgefühl wieder in eine andere Richtung kriegen“, sagt Schmitt.
Wie das Sicherheitskonzept in Oedheim aussieht
Wie also sieht das geplante Sicherheitskonzept der Kommune in Zukunft aus? Im November 2025 wurde im Oedheimer Gemeinderat ein erster Entwurf zur Absicherung des Weihnachtsmarkts und weiterer Veranstaltungen der Kommune vorgestellt. Eine wichtige Rolle spielen dabei die sogenannten Armis Go und Armis One Modelle – mobile, schnell aufbaubare Fahrzeugsperren, die Veranstaltungen vor Unfällen und Überfahrtaten schützen sollen.
Die Anschaffungskosten, um alle Festzugänge in Oedheim mit diesen Modulen zu sichern, hätten sich, so die Verwaltung, für die Kommune auf rund 203 000 Euro belaufen. Das wäre die „Champions League der Absperrungen“ gewesen, sagt Schmitt. Eine Anmietung hätte pro Wochenende rund 24 000 Euro gekostet. Große Beträge, denn auch Oedheim muss aufs Geld schauen.
Beim Weihnachtsmarkt 2025 hatte die Gemeinde, um eine mögliche Einfahrt zu verhindern, an Zufahrtsstraßen zwei Traktoren aufgestellt, einen LKW sowie weitere Fahrzeuge. Dazu kamen Sperrpfosten und Betonpoller. „Das wurde positiv aufgenommen“, sagt Schmitt. Und doch gebe es etwas zu verändern: „Wir müssen an der Hauptstraße eine Zufahrt so gestalten, dass Rettungsfahrzeuge bei einem möglichen Notfall auf das Gelände kommen. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass in einem solchen Moment jemand direkt den Traktor oder den LKW wegfahren kann. Möglich ist auch, dass das Fahrzeug nicht anspringt. Wir brauchen etwas, das absolut zuverlässig ist, um den Rettungsweg zu öffnen“, so der Rathauschef.
Neben den Armis Go Modulen, die dauerhaft an Ort und Stelle bleiben, sind in diesem Zusammenhang vor allem die Armis One Module interessant. Diese könnten in wenigen Sekunden durch das Entfernen eines Bolzens umgelegt werden und damit ohne Verzögerung den Weg für Rettungsfahrzeuge auf das Festgelände freimachen. Die Bolzen würden mittels Schlössern gesichert, die Schlüssel könne man bei der Feuerwehr oder einem Sicherheitsdienst hinterlegen.
Fahrzeugsperren sollen in Oedheim für weitere Sicherheit sorgen
„Wir haben uns für eine Mischung der Maßnahmen entschieden“, fasst es Matthias Schmitt zusammen. An einigen Zugängen wolle man weiterhin mit den bewährten Fahrzeugen absichern, auch Sperrpfosten und Betonpoller würden weiter eingesetzt, die Armis Module sind an der Hauptstraße und auf der Höhe des Schreibwarenladens angedacht. Der Gemeinderat stimmt der Anschaffung von insgesamt sechs Armis Modulen am Ende einstimmig zu. Die Kommune investiert dafür rund 79 400 Euro. „Es ist immer noch sehr viel Geld, aber das halten wir für den Schutz der Veranstaltungen für vertretbar“, sagt Bürgermeister Matthias Schmitt.
Für die Vorgehensweise bei der Absicherung von Festen und Märkten kommt aus dem Gemeinderat Lob. Vor allem, weil die Absperrmodule nicht nur für zahleiche Veranstaltungen der Gemeinde wie auch dem Josefmarkt genutzt werden könnten, sondern sie auch den örtlichen Vereinen zur Verfügung gestellt werden sollen. Gegen eine kleine Mietgebühr will man die mobilen Fahrzeugsperren zukünftig auch an umliegende Gemeinden verleihen. Mit Folge- und Wartungskosten für die Absperrungen rechnet man nicht, sagt Bürgermeister Matthias Schmitt.
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