Der Verein Tourismus im Weinsberger Tal hat rund 100 Mitglieder und vor wenigen Monaten seine neue, moderne Geschäftsstelle in der Weinsberger Bahnhofstraße 11 bezogen. In der zugehörigen Vinothek werden Weine von knapp 20 Weinbaubetrieben – Weingüter und Genossenschaften – ansprechend präsentiert. Die Regiothek mit Nudeln, Gin oder Honig aus der Umgebung ergänzt das Angebot. Weitere Infos: www.weinsbergertal.com.
Tourismus im Weinsberger Tal und am Breitenauer See: Was der neue Netzwerker vorhat
„Für mich ist das die perfekte Gegend, um die Seele baumeln zu lassen“: Das ist der Grund, warum Dirk Mosthaf sofort im Weinsberger Tal Urlaub machen würde – wenn er nicht schon hier wohnen würde. Und arbeiten: Der 48-Jährige ist der neue Geschäftsführer des Tourismus im Weinsberger Tal und des Naherholungszweckverbandes Breitenauer See.

Bisher hatte der Breitenauer See einen Geschäftsführer, und der Verein Tourismus im Weinsberger Tal hatte ebenfalls einen. Seit 1. Januar soll Dirk Mosthaf die Interessen verzahnen. „Es gibt ja große Schnittmengen.“ Klar: Der See ist im Verbund mit den Rebhängen ringsum der touristische Werbeträger im Weinsberger Tal und „Hauptbestandteil, was die Vermarktung angeht“. Dass Dirk Mosthaf der neue Tourismus-Geschäftsführer werden würde, war schon länger klar. Als dann dieselbe Position beim Naherholungszweckverband frei wurde, sei dessen Vorsitzender, Obersulms Bürgermeister Björn Steinbach, auf ihn, Dirk Mosthaf, zugekommen.
Tourismus im Weinsberger Tal und Breitenauer See: Synergien sollen genutzt werden
Bisher waren beides 100-Prozent-Stellen. Was kommt zu kurz, wenn nun jeweils die Hälfte wegfällt? Nichts, versichert Dirk Mosthaf. „Wir werden Synergien nutzen.“ Zumal er ja kein Unbekannter sei: Der dreifache Familienvater führte bis Dezember 2025 fast 15 Jahre lang die Geschäfte der Weingärtnergenossenschaft Winzer vom Weinsberger Tal, kennt die handelnden Personen im Einzugsgebiet des Tourismusvereins von Erlenbach bis Löwenstein und gilt als sehr gut vernetzt.

Der Diplom-Betriebswirt war auch gemeinsam mit seinem Vorgänger beim Tourismus-Verein, Wolfram Stegmaier, einer der Geburtshelfer der Erfolgsveranstaltung „Wein am See“, bei der private Weingüter und Genossenschaften jedes Frühjahr drei Tage lang gemeinsame Sache machen.
Weinsberger Tal und Breitenaue See: ein Fest für die Sinne
Natürlich wirbt Dirk Mosthaf von Berufs wegen, wenn er das Weinsberger Tal beschreibt als „das Tal, das nach Wein duftet und nach Urlaub schmeckt“. Selbstverständlich ist es Teil seiner neuen Jobs, von der Gegend zu schwärmen, „die mit Weinbergen, See und toller Gastronomie alle Sinne anspricht“. Aber: Der Erlenbacher scheint tatsächlich ein Heimatliebhaber aus Überzeugung zu sein. Einer, der gerne hier lebt. Und einer, der künftig die 100 Mitglieder des Tourismusvereins – Gastronomen, Hoteliers, Weingüter und die acht Kommunen Erlenbach, Eberstadt, Ellhofen, Lehrensteinsfeld, Löwenstein, Obersulm, Weinsberg und Wüstenrot – mehr in den Fokus rücken will. Zum Beispiel durch stärkere Präsenz in den sozialen Medien und auf nationalen Tourismus-Messen. Grundsätzlich sollen „die Mitglieder den Nutzen direkt spüren“. Vor allem diejenigen, die nicht mit einem See oder einer Burgruine vor der Haustür punkten können.
Da die wenigsten Gäste wochenlang im Weinsberger Tal urlauben, von den Campern am See einmal abgesehen, sondern eher übers Wochenende oder als Tagestouristen kommen, steht für Dirk Mosthaf „das Veranstaltungsthema ganz oben“. Beispiel „Wein am See“: „Da ist das Tal voll, auch was die Beherbergungsbetriebe betrifft.“ Dadurch fühlten sich die Mitglieder mitgenommen. Ein Weinberghopping kann er sich künftig gut vorstellen oder eine Bubbles-Tour: eine überörtliche Sekttour durch die Weinberge. Es sei in der Vergangenheit schon viel gemacht worden, „aber man kann das Profil sicher noch schärfen“.
Breitenauer See: Zugangsregelungen haben sich laut Geschäftsführer eingespielt
Dem Breitenauer See als Aushängeschild möchte Mosthaf aber nicht mehr zumuten als das, was es schon gibt: Wein am See, Seeweihnacht und den Badebetrieb im Sommer. Schließlich sei das Naherholungsgebiet „ein Ort, an dem man wirklich herunterfahren kann“. Um eines muss sich der neue Geschäftsführer wohl nicht mehr kümmern: Nach eher unruhigen Jahren, verbunden mit Kritik, weil der Verband die Zugangsregeln mehrfach und nicht immer für alle nachvollziehbar änderte, werden die Vorgaben, die 2025 eingeführt wurden, laut Mosthaf inzwischen akzeptiert. Das Prozedere habe sich eingespielt: Der Eintritt ist kostenlos, das Parken das ganze Jahr über kostenpflichtig.

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