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Formelle Voraussetzungen fehlen

Warum es vor der Ilsfelder Kita Wiesenzauber keinen Zebrastreifen geben wird

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Die zweimonatige Sperrung der Autobahnanschlussstellen Ilsfeld rückt die  Verkehrssituation in der Raiffeisenstraße wieder in den Fokus. Eltern sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder.

Die Eltern der Kita Wiesenzauber wünschen sich einen Zebrastreifen vor dem Eingang, um das Überqueren der Raiffeisenstraße sicherer zu machen.
Foto: Kostner
Die Eltern der Kita Wiesenzauber wünschen sich einen Zebrastreifen vor dem Eingang, um das Überqueren der Raiffeisenstraße sicherer zu machen. Foto: Kostner  Foto: Kostner, Claudia

Einen Zebrastreifen über die Raiffeisenstraße wünschen sich die Eltern der ASB-Kindertagesstätte Wiesenzauber schon seit Eröffnung ihres Neubaus im März 2024. Ihre Anfragen bei der Gemeinde Ilsfeld wurden jedoch negativ beschieden. Die Sperrung der Autobahnanschlussstellen rückt die Sorge um die Verkehrssicherheit des Nachwuchses jetzt wieder in den Fokus. Statt der offiziellen Umleitung zu folgen, nehmen viele Fahrzeuge, die nach Auenstein wollen oder von dort kommen, den Weg vorbei an der Kita.

„Wenn Erzieherinnen und Kinder ihre Spaziergänge Richtung Schozachaue unternehmen, müssen sie die Raiffeisenstraße überqueren“, so Elternbeirätin Julia Kurz. Nicht nur, dass es vor der Kita keinen Gehweg oder Zebrastreifen gibt, Autos und Lkw würden auch schneller fahren als Tempo 30.

Ein Interims-Zebrastreifen wie in Flein?

Wäre es nicht möglich – zumindest für die Zeit des Umbaus der Autobahnanschlussstellen – einen provisorischen Zebrastreifen anzubringen, wie aktuell wegen der Sanierung der dortigen Ortsdurchfahrt vor Schule und Kita in Flein?, fragen sich die Wiesenzauber-Eltern. Doch Ilsfelds Bürgermeister Bernd Bordon winkt ab: „Die beiden Interims-Zebrastreifen in Flein sind Teil der offiziellen Umleitung“, erklärt er den Unterschied. Diese habe das Landratsamt Heilbronn verkehrsrechtlich angeordnet, bestätigt die Fleiner Bauamtsleiterin Annika Gärtner. „Nach Abschluss des zweiten Bauabschnitts werden sie wieder entfallen.“

„Aktuell ist mehr Verkehr, aber nicht enorm mehr“, beobachtet Katja Mößinger, Gruppenleiterin der Kita Wiesenzauber. „Das größere Problem ist, dass hier grundsätzlich zu schnell gefahren wird“, so ihr Eindruck. Ein Zebrastreifen oder Bodenschwellen auf der Fahrbahn könnten helfen. Auch ein Gehweg wäre gut. „Damit die Kinder nicht direkt vom Ausgang auf die Straße laufen, haben wir schon zwei Gabionen davorgestellt“, sagt Mößinger. Erzieherinnen und Eltern sind auch nicht glücklich über den Schotterweg hinter der Kita, der mit Kinderwagen schwer zu befahren ist. Bordon kennt die Wünsche „seit Inbetriebnahme der Kita“, geht aber gleichzeitig davon aus, dass sich der ASB als Bauherr „sicher überlegt hat, wie das Gebäude fußläufig erschlossen werden kann“.

Kein Platz und kein Geld für Bau eines Gehwegs vorhanden

Ein Zebrastreifen sei laut Verkehrszählung und Geschwindigkeitsmessungen „im Regelbetrieb“ jedenfalls nicht gerechtfertigt, wiederholt er, was die Verwaltung bereits in der Gesamtelternbeiratssitzung im Mai mitgeteilt hat. Der ASB könne aber „Vorsicht Kinder!“-Schilder aufstellen, hieß es damals.“

Aktuell seien zwar mehr Fahrzeuge „in allen Straßen“ unterwegs, so Bordon. „Aber wir reden hier über einen Zeitraum von wenigen Wochen.“ Auch den Bau eines Gehwegs schließt er aus, „weil ich dann Straßenraum wegnehme, der nicht da ist. Und selbst wenn es eine Möglichkeit gäbe, hätten wir keine finanziellen Mittel“. Er wolle aber mit dem ASB im Gespräch bleiben.

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