Eltern bangen um Bus zur Heilbronner Waldorfschule – „fundamental wichtig“
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Eltern sind alarmiert: Die Buslinie, mit der Waldorf-Schüler aus dem Umkreis nach Heilbronn kommen, könnte vor dem Aus stehen. Das Landratsamt prüft aktuell die Zukunft der Verbindung.
Die Buslinie steuert die Waldorfschule in Heilbronn-Sontheim an. Sollte das Aus beschlossen werden, dann aber mit ausreichend Vorlauf, sagt Dirk Schäfer.
Foto: Mario Berger
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Das Landratsamt Heilbronn nimmt aktuell seinen ÖPNV unter die Lupe, um doppelt befahrene Routen zu finden und zu streichen. Auf der Prüfliste steht auch die Buslinie 669, die aus den umliegenden Kommunen die Waldorfschule in Heilbronn-Sontheim ansteuert. Eltern und Geschäftsführer Jörg Hartmann sind alarmiert. Betroffen wären 40 bis 50 Kinder, die etwa aus Lauffen oder Pfaffenhofen kommen und den Bus täglich nutzen.
Eines der Kinder ist der Sohn von Ulrike Deisinger. Der Junge besucht die erste Klasse der Waldorf-Grundschule. Morgens fährt Deisinger ihn von Kirchheim nach Lauffen, wo er in die Linie 669 einsteigt. „Der Bus ist morgens wirklich voll“, berichtet die 37-Jährige. Mit Zwischenstops fährt er nach Sontheim durch und hält direkt am Schulcampus. „Das ist für uns eine super Lösung“, sagt Ulrike Deisinger. Die Eltern wissen ihre Kinder in sicheren Händen, ein Umstieg ist nicht nötig.
Sorge um Buslinie für Waldorf-Schüler: Landratsamt Heilbronn prüft noch
Das Landratsamt verweist als Alternative auf den Zug, der im Halbstundentakt am Lauffener Bahnhof hält. Deisinger und anderen Eltern gefällt diese Option nicht. Dort gebe es keinen festen Ansprechpartner für die Kinder. Außerdem müssten sie am Heilbronner Hauptbahnhof in das nächste Verkehrsmittel Richtung Sontheim umsteigen. „Für Erstklässler ist das schon eine Nummer“, kritisiert Ulrike Deisinger. Viele Kinder würden sich einen solchen Schulweg nicht trauen. „Für die Klassen eins bis vier ist der Bus fundamental wichtig“, so ihr Fazit.
Sollte die Linie tatsächlich gestrichen werden, würde der Autoverkehr durch Elterntaxis zunehmen. „Die Konsequenz ist, dass dann jeder sein Kind in die Schule fährt“, befürchtet Ulrike Deisinger. Alternativen zur Bahn und Auto gebe es aktuell nicht – mit anderen Buslinien kämen die Schüler nicht pünktlich zum Unterrichtsbeginn an.
Ob die Verbindung bald der Vergangenheit angehört, ist aktuell noch unklar. „Wir prüfen. Es ist noch nichts entschieden“, stellt Dirk Schäfer klar, Leiter des Amts für Mobilität und Nahverkehr beim Landratsamt Heilbronn, dem auch die finale Entscheidung obliegt. Der Kreistag habe dem Landkreis über den sogenannten Nahverkehrsplan den Auftrag gegeben, Verkehrsmittel zu prüfen und abzubauen, wo Strecken parallel befahren werden.
„Momentan noch ergebnisoffen“: Landratsamt Heilbronn verweist auf Waldorf-Schulträger
Aktuell besteht noch Hoffnung für die 669. Das Team prüfe derzeit verschiedene Faktoren, etwa die Zahl der Fahrgäste. „Für mich ist es momentan noch ergebnisoffen“, sagt Dirk Schäfer. Den Transport der Kinder zu gewährleisten, ist in seinen Augen allerdings nicht seine Verantwortung – sondern die des privaten Schulträgers und der Stadt Heilbronn, in deren Gebiet die Bildungseinrichtung liegt.
„Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Buslinie weiter besteht“, sagt Geschäftsführer Jörg Hartmann. Bevor er weitere Schritte einleitet, wolle er jedoch abwarten. „Es betrifft ja nicht nur uns“, meint er und verweist auf umliegende Schulen, zum Beispiel das Bildungszentrum St. Kilian.
Als Schulträger sei ein eigens organisierter Transport nicht zu stemmen, und er sehe sich auch nicht in der Pflicht. Eine private Schule dürfe ebenfalls vom öffentlichen Nahverkehr profitieren. Das sei Teil der allgemeinen Daseinsfürsorge.
Weitere Buslinien im Heilbronner Landkreis betroffen
Die Buslinie 669 von Lauffen nach Heilbronn ist nur ein Beispiel für die Veränderungen im ÖPNV, die das Landratsamt plant oder bereits vorgenommen hat. Im Leintal ist zum ersten Januar dieses Jahres ein neuer Fahrplan in Kraft getreten, dem zum Teil ebenfalls zuvor bestehende Verkehrsrouten zum Opfer gefallen sind.In Bad Rappenau steht die Buslinie 683 vor dem Aus. Einwohner der Stadtteile Treschklingen, Fürfeld und Bonfeld haben eine Petition gestartet, um das Landratsamt unter Druck zu setzen. So weit ist es in Lauffen noch nicht. Mehrere Eltern haben gemeinsam einen Brief an das Landratsamt verfasst und sich an den Kreistag gewandt.
Teurer ÖPNV: Landratsamt Heilbronn warnt vor knappen Ressourcen
Laut Dirk Schäfer handle es sich beim ÖPNV um eine freiwillige Pflichtaufgabe – wie diese umgesetzt werde, sei dem Amt überlassen. „Wir machen uns das auch nicht leicht“, betont er.
Aber er macht auch deutlich: So wie es gerade ist, kann es nicht weitergehen. „Der Nahverkehrsplan soll den ÖPNV nicht einschränken, sondern zukunftsfähig machen“, erklärt er. Das aktuelle Niveau zu halten, würde für Fahrgäste und Kommunen teuer werden, auf die die Preissteigerungen umgelegt würden. Dass es nur ums Geld gehe, weist er jedoch zurück. Auch personelle Ressourcen müssten bedacht eingesetzt werden. Beispielsweise gebe es immer weniger Fahrer.
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