Freundin aus Fenster gestoßen: Heilbronner wegen versuchten Totschlags angeklagt
Geschlagen, gewürgt, gebissen, mit dem Tode bedroht und aus dem Fenster gestoßen: Seit Montag steht ein 27 Jahre alter Heilbronner vor dem Landgericht, weil er unter anderem versucht haben soll, seine Lebensgefährtin zu töten.
Weil er seine Lebensgefährtin am 15. Dezember 2024 aus 4,75 Metern Höhe aus dem Kinderzimmerfenster der gemeinsamen Wohnung in Heilbronn gestoßen haben soll, muss sich ein 27 Jahre alter Mann seit Montag, 16. Juni, vor der Schwurgerichtskammer des Heilbronner Landgerichts verantworten.
Prozessauftakt in Heilbronn: Mann soll Lebensgefährtin aus Fenster gestoßen haben
Die Staatsanwaltschaft legt ihm unter anderem versuchten Totschlag zur Last. Der Angeklagte wird darüber hinaus beschuldigt, sein mutmaßliches Opfer geschlagen, gebissen und gewürgt zu haben. Außerdem habe er seiner Freundin mehrfach damit gedroht, sie umzubringen.
Bereits gut zwei Wochen zuvor eskalierte offenbar ein Streit um ein Fernsehgerät. In der Folge soll er ihr in das linke Ohr und den rechten Zeigefinger gebissen haben. Nachdem er sie anschließend an der Brust zog und zu Boden geworfen haben soll, habe er laut Anklage versucht, ihren Kopf gegen den Boden zu schlagen.
Mutmaßliches Opfer flüchtete aus der gemeinsamen Heilbronner Wohnung
Bereits an diesem 29. November 2024 soll er ihr damit gedroht haben, sie aus dem Fenster zu werfen und anschließend der Polizei zu sagen, sie sei gesprungen. Die Geschädigte konnte damals offenbar aus der Wohnung flüchten und die Polizei verständigen.
Am Abend des 14. Dezember soll es laut Staatsanwaltschaft erneut zu einer Auseinandersetzung gekommen sein. Im Streit um die Rückgabe einer Kette habe der Angeklagte damit gedroht, seine Freundin „zu schlagen, bis sie ohnmächtig werde“. Und dass er sie töten werde. Erneut gelang der Geschädigten die Flucht. Zusammen mit den drei gemeinsamen Kindern suchte sie offenbar Schutz bei einer Nachbarin, bei der die Flüchtenden übernachten konnten.
Das mutmaßliche Opfer kehrte am nächsten Morgen um 6 Uhr in die gemeinsame Wohnung zurück. Zu diesem Zeitpunkt war der Angeklagte nicht zu Hause. Als er später klingelte, habe die Geschädigte aus Angst die Türe nicht geöffnet. Dem Beschuldigten soll es aber gelungen sein, über die Feuertreppe durch ein geöffnetes Fenster in die Wohnung zu gelangen. Dabei soll er „I will kill you“ (ich werde dich töten) gesagt haben.
Prozess am Landgericht Heilbronn: Drei gemeinsame Kinder im Alter von einem, drei und fünf Jahren
In der Folge soll der Angeklagte auf sein Opfer eingeschlagen und sie gewürgt haben. Zwischenzeitlich habe sie keine Luft mehr bekommen, so die Anklage. Er habe wissen wollen, wo sie geschlafen hat, und ihr Handy kontrolliert. Danach soll er weiter auf sie eingeschlagen und die Frau mit dem Tode bedroht haben, bis sich die gemeinsamen Kinder im Alter von einem, drei und fünf Jahren bemerkbar gemacht hätten.
Nur wenig später habe der Angeklagte seine Lebensgefährtin aufgefordert, ins Wohnzimmer zu kommen, während sie gerade das jüngste Kind im Kinderzimmer fütterte. Aus Angst, ihr Lebensgefährte könne die Todesdrohungen wahr machen, öffnete die Geschädigte das Fenster, um Hilfe zu rufen.
In diesem Moment soll der Angeklagte sie mit beiden Händen kräftig in den Rücken gestoßen haben. Das mutmaßliche Opfer sei aus 4,75 Metern Höhe knapp neben dem Randstein des Kiesbetts auf die Wiese gestürzt. Die Frau erlitt dabei offenbar eine Prellung der Lendenwirbelsäule, eine Schulter- sowie eine Schädelprellung. Laut Staatsanwaltschaft habe der Angeklagte dabei den Tod seiner Lebensgefährtin billigend in Kauf genommen.
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