Verkehrsbericht der Polizei: Mehr E-Roller-Unfälle, mehr Senioren und Kinder bei Unfällen verletzt
Bericht des Polizeipräsidiums Heilbronn zeigt positiven Trend: Weniger Schwerverletzte in der Region Heilbronn-Hohenlohe. Unfälle unter Cannabis-Einfluss nehmen hingegen zu.

Unfälle mit Elektroscootern nehmen immer mehr zu. Wie aus der Verkehrsstatistik des Polizeipräsidiums Heilbronn für das Jahr 2025 hervorgeht, stieg die Zahl um 16 Prozent auf 164 Fälle im Vergleich zum Jahr zuvor. Ein Mensch wurde getötet, zehn schwer verletzt. Trauriger Höhepunkt: Ein 29-Jähriger war im Juli in der Austraße in Richtung Innenstadt unterwegs, als es zum Zusammenstoß mit einem Lkw kam. „Elektrokleinstfahrzeuge werden häufig unterschätzt – sowohl hinsichtlich ihrer Geschwindigkeit als auch ihres Gefährdungspotenzials“, sagt Eva Weispfenning, Leiterin der Schutzpolizeidirektion beim Präsidium Heilbronn.
Verkehrsbericht der Polizei: Mehr E-Roller-Unfälle, mehr Senioren und Kinder bei Unfällen verletzt
Unfälle, bei denen Kinder verletzt wurden, haben im vergangenen Jahr im Präsidiumsbereich Heilbronn zugenommen. 152 wurden verletzt. Ein Anstieg um zwölf Prozent. Ein Kind wurde getötet, 14 schwer und 205 Kinder leicht verletzt. Die Zahl der schwer verletzten Kinder ist um mehr als die Hälfte im Vergleich zu 2024 gesunken. Bei den schweren Unfallfolgen spiele die richtige Sicherung von Kindern in Fahrzeugen eine erhebliche Rolle, heißt es in der Pressemeldung der Polizei zur Verkehrsstatistik. Schulwegkontrollen zeigten, dass oft nachlässig gehandelt werde.
Zahl der getöteten Senioren hat zugenommen
Nicht nur bei den jüngsten Verkehrsteilnehmern ist die Zahl der Verletzten gestiegen. In Baden-Württemberg sind 8629 Senioren verletzt worden – vier Prozent mehr als im Vorjahr. Im Präsidiumsbereich Heilbronn sind es sechs Prozent mehr: 595. Sowohl landesweit als auch im Präsidiumsbereich hat die Zahl der getöteten Senioren zugenommen. In Baden-Württemberg kamen vergangenes Jahr 148 Senioren im Straßenverkehr ums Leben, im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn waren es zwölf. Mit zunehmendem Lebensalter verändere sich Reaktionsfähigkeit und Wahrnehmung. „Seniorinnen und Senioren verfügen über einen großen Erfahrungsschatz im Straßenverkehr. Gleichzeitig können altersbedingte Einschränkungen eine Rolle spielen“, teilt Weispfenning in der Pressemeldung mit. Eine ehrliche Selbsteinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit sei wichtig. Ebenso die Bereitschaft, freiwillige Trainings- oder Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.
Weniger Alkoholunfälle, mehr erwischte Promille-Fahrer
Erfreulich für die Polizei ist die Entwicklung der Unfälle unter Alkoholeinfluss. Im vergangenen Jahr waren in 351 Fällen die Fahrer und Fahrerinnen alkoholisiert. Das sei der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. 2024 waren es noch 439, im Jahr 2018 gar 455. Die Zahl der folgenlosen aber von der Polizei entdeckten Trunkenheitsfahrten ist hingegen auf einem Höchststand. „Diese Entwicklung zeigt, dass ein hoher Überwachungsdruck, Sensibilisierung und ein gestiegenes Verantwortungsbewusstsein Wirkung zeigen. Dennoch bleibt klar: Alkohol und Straßenverkehr sind nicht vereinbar“, sagt Polizeipräsident Frank Spitzmüller.Cannabis Unfälle, bei denen Autofahrer alkoholisiert waren, sind zurückgegangen. Gestiegen sind hingegen die Unfallzahlen, bei denen die Fahrer Cannabis konsumiert hatten. Und zwar von 35 im Jahr 2024 auf 44 im vergangenen Jahr.
Polizisten sind mehr in Kontrollen der Poser-und Raserszene eingbunden
Im Bereich der Poser- und Raserszene seien die Maßnahmen im Jahr 2025 intensiviert worden. Die Gesamtstundenzahlen der eingesetzten Polizeibeamten seien deutlich gestiegen. Ebenso die Zahl der Verstöße im Bereich Posing und illegales Tuning. Mehrere Autos seien wegen wiederholter Verstöße im Oktober 2025 und Februar 2026 beschlagnahmt worden. Dies unterstreiche die Null-Toleranz-Strategie der Polizei. „Rücksichtsloses Verhalten, unnötige Lärmbelästigung und technische Manipulationen gefährden die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden. Wir werden hier auch künftig konsequent einschreiten“, sagt Polizeivizepräsident Markus Geistler.
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