Vergnügliche Zeitreise im Neckarsulmer Zweirad- und NSU-Museum
Drei Leserinnen und Leser der Heilbronner Stimme waren zu einer besonderen Tour im Deutschen Zweirad- und NSU-Museum in Neckarsulm zu Gast. Bei einer exklusiven Führung haben sie einen Blick hinter die Kulissen von einer der größten öffentlichen Motorradsammlungen Deutschlands erhalten.

Allein schon die Zahlen sind beeindruckend: 140 Motorrad- und 127 Fahrradmarken, 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, 400 Exponate. Bei einer Führung mit der Museumsleiterin Natalie Scheerle-Walz und Kurator Sven Heimberger haben die Teilnehmer der Lesersommer-Aktion im Neckarsulmer Zweirad- und NSU-Museum erfahren, warum das Sammeln und Bewahren von Kulturgütern von unschätzbarem Wert ist. "Motorräder sind nicht nur technologische Meisterwerke, sondern auch Zeugen ihrer Zeit und Teil unserer kulturellen und gesellschaftlichen Geschichte", sagt Scheerle-Walz. "Sie spiegeln den Fortschritt und Wandel wider, den die Gesellschaft im Laufe des letzten Jahrhunderts durchlebt hat."
Besuch im geheimen Depot
Der Höhepunkt der Tour war zweifellos der Besuch des geheimen Depots, wo Motorräder und Exponate lagern, die nicht in der aktuellen Ausstellung zu sehen sind. Ein echter Schatz für Liebhaber: Hier werden seltene und teils nie gezeigte Modelle präsentiert, die einen umfassenden Eindruck der Entwicklung des Motorrads vermitteln. Außerdem erhielten die Leserinnen und Leser spannende Einblicke in die Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten, die notwendig sind, um diese historischen Fahrzeuge zu bewahren. Das Museumsteam bereitete gerade alles für das Oldtimerevent Auerberg Klassik vor, zu dem das Museumsteam mit seinen Maschinen alle zwei Jahre eingeladen wird.
Die Notwendigkeit der sorgfältigen Dokumentation und Erhaltung wurde während der Führung ebenfalls verdeutlicht. Sven Heimberger ist für diesen wichtigen Teil der Museumsarbeit verantwortlich und fährt auch die wertvollen Maschinen bei den historischen Rennen. "Frau Walz hat so viel Fachwissen und hat uns mit viel Enthusiasmus und sehr kompetent auf die Reise durch die Geschichte der Mobilität mitgenommen", sagt Jürgen Puscher aus Bad Rappenau.
Einblicke in die Ausstellungsarbeit
Wie wird eine Ausstellung eigentlich geplant? Dieser Frage widmete sich dein weiterer Teil der Tour. Die Stimme-Leser erhielten Einblicke in die kuratorische Arbeit: Von der Auswahl der Exponate über die Konzeption der Ausstellungstexte bis hin zur optischen Gestaltung – hier erfahren die Teilnehmer, wie viel Arbeit hinter den Kulissen nötig ist, um das Publikum zu begeistern und die Geschichte der Motorräder lebendig zu präsentieren. "Die Ausstellungen in Neckarsulm ziehen Fans sowohl aus der Region als auch aus der ganzen Welt an. mehr als 15 Prozent der Besucher kommen tatsächlich aus dem Ausland.", sagt Natalie Scheerle-Walz. So berichtet die Museumsleiterin, dass allein in der vergangenen Woche Gäste aus Taiwan, Schweden und der Schweiz in den Museen gewesen sind.
Geschichte der Marke NSU
Rund 400 Exponate lassen im ehemaligen Schloss des Deutschordens Geschichte lebendig werden. „1956 eröffnete hier in Neckarsulm das erste Motorradmuseum Deutschlands. Am Produktionsstandort des ehemaligen Weltmarktführers NSU wollte man bereits damals dem Motorrad ein Denkmal setzen“, erklärt Scheerle-Walz. Der traditionsreichen Marke ist im Untergeschoss ein eigener Bereich gewidmet. Die weltweit größte NSU-Sammlung beginnt mit den ersten Hochrädern, zeigt das legendäre „Pfeil“-Rad und streift dann die gesamte Motorradentwicklung. „Den Namen Quickly kennt man heute noch fast überall auf der Welt“, sagt Scheerle-Walz.
Zündende Ideen der Tüftler und Erfinder
Reiner Müller war begeistert von den vielen Eindrücken und dem vermittelten Wissen. "Auf der Zeitreise durch die einzigartige Sammlung konnten wir einen lebendigen Einblick gewinnen in die zündenden Ideen, mit denen Tüftler und Erfinder wie Drais, Daimler, Benz und Co. Ihre Zweiräder ins Rollen brachten", sagt der Nordheimer. Die wichtigsten technischen Entwicklungen hätten eine wesentliche Bedeutung für das gesellschaftliche Leben in der jeweilige Epoche gehabt.
Zum Abschluss der Führung wurde die wichtige Rolle der Öffentlichkeitsarbeit des Museums beleuchtet. "In Zeiten von Social Media und digitalen Plattformen kommt der Verbreitung von Informationen eine immer größere Bedeutung zu", so Scheerle-Walz "Dabei arbeiten die Teams in mehrfacher Funktion: Sie erstellen Fotos und Texte nicht nur für die Kataloge, sondern auch für die Website und die sozialen Netzwerke." Zudem pflege das Museum Kontakt mit Leihgebern und der Presse, um in der Fachwelt weiterhin gut vernetzt zu bleiben und sich als führende Institution zu etablieren.
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