Junge Männer auf Zerstörungstour in Brackenheim: Bürgermeister und Polizei äußern sich
Sechs Vandalen toben sich in Brackenheim an Blumenkübeln, Bäumen und Verkehrsschildern aus. Bürgermeister Thomas Csaszar ärgert sich über die Respektlosigkeit der mutmaßlich betrunkenen jungen Männer, die am Sonntag durch die Stadt zogen.
Wer das genau war, weiß Thomas Csaszar nicht. Der Brackenheimer Bürgermeister findet es nur sehr „ärgerlich, wenn junge Leute über Maß trinken“. Zumindest geht er nach den Vandalismus-Fällen davon aus, dass es so war. Also dass erhöhter Alkoholkonsum sechs junge Männer dazu verleitet hat, insgesamt elf Verkehrsschilder herauszureißen oder zu beschädigen, einen Baum abzureißen, ein Holzgeländer und zwei Mülleimer zu zerstören, eine Schachtabdeckung zu entfernen und in den Bach zu schmeißen sowie zahlreiche Pflanzen aus Blumenkübeln herauszureißen, wie die Pressestelle der Stadt aufzählt. Einige Veranstaltungsplakate seien auch runtergerissen worden, weiß Csaszar.
Randale am frühen Sonntagmorgen in Brackenheim
Am frühen Sonntagmorgen zogen die 21- bis 28-Jährigen randalierend von der Schlossstraße über Allee, Josefstraße, Stockheimer Straße, Marktstraße, Heilbronner Straße bis zum Zentralen Omnibusbahnhof an der Georg-Kohl-Straße. Das zuständige Polizeirevier in Lauffen wurde um 6:48 Uhr verständigt, weiß die Polizei-Pressesprecherin Petra Rutz. Viel mehr könne sie nicht dazu sagen.

Sachbeschädigung in Brackenheim: Sogar Freiheitsstrafe kann drohen
Die sechs Männer wurden von einer Streife gestellt, sie werden wegen Sachbeschädigung angezeigt. Bezüglich des zu erwartenden Strafmaßes für den Vandalismus verweist Rutz auf das Strafgesetzbuch (StGb). Dort führt der Paragraph 303 auf: „Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.“
Der materielle Schaden liegt im mittleren fünfstelligen Bereich. Steffen Heinrich, der Leiter der Stabsstelle Presse‑ und Öffentlichkeitsarbeit in Brackenheim, teilt mit: „Nach unseren Erkenntnissen beläuft sich der Sachschaden auf einen Betrag zwischen 5800 und 6200 Euro.“
Zerstörte Kübel in Brackenheim: Bürgermeister bedauert immateriellen Schaden
Thomas Csaszar trauert besonders um die Blumenkübel, die der Bauhof „mit viel Engagement und Hingabe gestaltet habe“. Schließlich bemühe man sich, Grün in die Stadt zu bringen und alles schön zu machen, auch um den Tourismus zu fördern: „Es ist despektierlich, wenn man diese Arbeit beschädigt.“
Am meisten bedauert der Rathauschef offensichtlich den immateriellen Schaden, den die Vandalen angerichtet haben. Die Blumenkübel seien ein Aushängeschild der blühenden Innenstadt. Zwar sei es schon vorgekommen, „dass sich Anwohner daraus bedient haben“, doch ein Vandalismus-Problem habe man eigentlich nicht. „Das ist kein Dauerthema“. Wohl aber Jugendarbeit. Nur sind die Männer der randalierenden Gruppe am Sonntagmorgen dem Jugendalter ja schon entwachsen.
Vandalismus in der Region Heilbronn: Wie sich Zeugen verhalten sollen
Hat Vandalismus in der Region in letzter Zeit zugenommen? Die Polizeisprecherin Petra Rutz kann das nicht bestätigen: „Würde ich nicht sagen.“ Und wie sollten sich Zeugen verhalten, wenn sie solche Aktionen beobachten? „Uns anrufen. Sofort. Und nicht erst heimlaufen und sich das auf dem Weg überlegen“, rät Rutz.
Zeugen, die noch Hinweise zu der Randale in Brackenheim liefern können, werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Lauffen, Telefon 07133 209-0, in Verbindung zu setzen.
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