Auf Weltreise unter der Glaspyramide
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„Stimme Reise- und Freizeittrends“: Urlaubsmesse unter der Glaspyramide

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Nach Japan, in die Schweiz oder mal eben mit dem Bus zum Nordkap: Bei der Messe „Stimme Reise- und Freizeittrends“ in der Kreissparkasse Heilbronn schrumpft die Welt auf die Ausstellungsfläche unter der Glaspyramide. Zum Start am Samstag ist die Stimmung prächtig.  

Zu Wasser, zu Land oder in der Luft: Das Angebot ist groß bei der Messe „Stimme Reise- und Freizeittrends“.
Zu Wasser, zu Land oder in der Luft: Das Angebot ist groß bei der Messe „Stimme Reise- und Freizeittrends“.  Foto: Berger, Mario

„Einmal First Class, immer First Class“, ruft die Kundin, das Sektglas in der Hand, und entert den Reisebus der Firma Grimm. In der Sardinenbüchse über die Alpen schaukeln, das war offenbar gestern. „Die Leute legen Wert auf Komfort“, weiß Peter Schulten, Busfahrer und bei der zweitägigen Messe Marketingmann in Personalunion.


Nur 28 Passagiere passen in den Bus, die haben entsprechend Platz. „Ich hab immer gesagt, Busreisen sind nichts für mich“, sagt eine Besucherin, „das nehm ich zurück.“ Der Bus ist voll, die Stimmung gut. Nur ein Haken: Er fährt nicht, sondern parkt in der Wollhausstraße. Das wird sich bald ändern. Schon am Montag geht es nach Slowenien. Die längste Reise führt im Sommer zum Nordkap. 6700 Straßenkilometer, dazu die Schiffspassagen: Solche außergewöhnlichen Trips sind gefragt. 

Reisemesse in Heilbronn: Komfort ist vielen Kunden wichtig

Ein bisschen Luxus darf sein. Diesen Trend unterschrieben die Anbieter an den 17 Ständen. „Kultur- und Kunstreisen sind ein wachsendes Segment“, berichtet Sebastian Wiese, Kundenberater am Stand von Müller Reisen. Unter dem Markennamen Palatina führt das Unternehmen aus Massenbachhausen die Kultursparte. Da geht es nicht nur einfach nach Rom, mit dabei ist auch noch Vatikan-Journalist Andreas Englisch, der einen besonderen Blickwinkel auf die Ewige Stadt ermöglicht. 

Eigentlich könnte es gleich losgehen: Messebesucher beim Probesitzen im Reisebus.
Eigentlich könnte es gleich losgehen: Messebesucher beim Probesitzen im Reisebus.  Foto: Berger, Mario

Viel Interesse an Frankreich, der Traum von Italien: Das registriert Andreas Kühner gleich zum Messestart. Der Inhaber des Reisebüros Gross ist überzeugt: In unsicheren Zeiten wird die persönliche Beratung wieder geschätzt. Es gibt auch viele Fragen: Kann man in der aktuellen Situation in die Türkei fahren, nach Istanbul? Kühnerts Antwort: Man kann. Eine Gruppenreise wäre seine Empfehlung: „Dann ist eine Reiseleitung dabei, die sich vor Ort auskennt.“ 

Gruppenreisen gerne, aber nicht zu groß: diesen Wunsch bedient das Reisebüro Böhm. Maximal 15 Reiselustige sind es bei diesem Konzept, die sich gemeinsam auf den Weg machen. Wohin? „Viele interessieren sich für Marokko“, berichtet  Regina Keller.  Keine 20 Meter von Marokko entfernt liegt Japan, zumindest in Messe-Maßstäben. Das Reisebüro am Audi-Forum und der Anbieter Taruk-Reisen stillen die Sehnsucht nach Fernost in Form eines Japan-Gruppentrips. 

Auch Bahnreisen mit nostalgischer Note sind gefragt

Ein Hauch Nostalgie umweht den Stand des Hüffenhardter Unternehmens Bauder, das sich auf Bahnreisen spezialisiert hat. Mit dem Schienenoldtimer durch die Schweizer Alpen dampfen? Kein Problem. Auch durch Korsikas Bergwelt kurvt eine Bahn. „Der Klassiker ist aber der Bernina- und Glacier-Express“, weiß Geschäftsführer Hermann Bauder. Eine der spektakulärsten Bahnstrecken überhaupt wird mit Panoramawagen befahren. Messen wie die „Stimme Reise- und Freizeittrends“ sind für Kundenkontakte wichtig, weiß Bauder – auch wenn viel Geschäft in der Branche im Internet stattfindet. 

Ran an die Prospekte heißt es bei der zweitägigen Urlaubs- und Freizeitmesse.
Ran an die Prospekte heißt es bei der zweitägigen Urlaubs- und Freizeitmesse.  Foto: Berger, Mario

Weg vom virtuellen Netz und hinters Moskitonetz, entschleunigen und raus in die Natur: Wer das sucht, wird unter anderem bei Hilmar Herzog fündig. Er bietet Zeltkonstruktionen an, die auf jedes Auto passen, dazu jede Menge Outdoor-Ausrüstung wie Küche und Mobiliar. Eine Camping-Materialschlacht ist nicht das Ziel, eher das Bodenständige. „Wir leben im Überfluss“, meint Herzog, „da suchen viele wieder das Einfache in der Natur.“

Natur ist auch eine Trumpfkarte Albaniens. Das für viele nach wie vor fremde Land katapultiert sich auf die Tourismus-Landkarte. „Wir werden immer bekannter“, freut sich Petrit Tafaj vom Albanien-Spezialisten Goldina-Reisen aus Bad Friedrichshall. Albanien liegt heute gleich neben dem Schwabenpark  auf der Messe sind die Wege kurz, die Informationsfülle dafür umso größer. Die „Stimme Reise- und Freizeittrends“ unter der Pyramide der Kreissparkasse war am Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. 

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