Ritter auf Burg Stettenfels: Eindrücke vom Mittelalterfest in Untergruppenbach
Das 18. mittelalterliche Burgfest auf der Burg Stettenfels lockte am Wochenende mit viele Besucher nach Untergruppenbach. Was gab es zu sehen?

"Ist das hier die Schlange zu den Crêpes?" "Nein, das ist die Schlange für den Bus." Wer am Wochenende auf Burg Stettenfels das Mittelalterleben miterleben wollte, brauchte vor allem eines: Geduld. Denn ob am Bus-Shuttle vom Bosch-Parkplatz in Abstatt, am Eingang, an den Essensständen oder am Ausgang hieß es erst einmal: warten.
Mittelalterfest: Eindrücke vom Leben in der Stauferzeit in Untergruppenbach
Das mag beim ein oder anderen Gast die Freude kurzzeitig getrübt haben. Es spricht aber vor allem für die Anziehungskraft, die das mittlerweile18. Mittelalterfest auf dem Areal der Burg Stettenfels ausübt. Denn wie nur wenige andere Veranstaltungsorte lassen das historische Gemäuer und sein Areal seit vielen Jahren erahnen, wie das Leben zur Stauferzeit gewesen sein könnte. Und das kommt bei den tausenden Besuchern, die auch an diesem Wochenende den Burgberg erklommen haben, an.
Ella hat aber erst einmal nur Augen für den kleinen Kauz, der seelenruhig auf ihrer Hand sitzt und sich sanft von ihr über den Kopf streicheln lässt. Die Achtjährige strahlt: "Der ist so süß!" Ihre Mama kommt aus dem Fotografieren gar nicht mehr heraus. "Wir sind schon drei Stunden hier und haben wohl immer noch nicht alles gesehen", sagt Tanja Buchfellner, als das Handy dann doch erst einmal wieder in die Tasche wandert. Eben noch war das Mutter-Tochter-Duo bei der Reitschule, jetzt soll es runter in den Burggraben gehen. Dort hoffen sie, Papa Olli wiederzufinden, der den Unterländer Axtwerfern bei ihrem Treiben zuschauen wollte.
Mittelalterfest in Untergruppenbach: Heldenhafte Taten der Weinsberger "Weiber"
Vom Turnierplatz schallen derweil Kriegsgeschrei und Schwertrasseln. Sicheres Zeichen dafür, dass nun die "Schlacht" beginnt. Für die 18. Auflage des Mittelalterfest hat sich der Veranstalter ein besonderes Thema mit reichlich Lokalkolorit ausgeguckt: In einer aufwendigen Inszenierung mit Wehrmauerkulisse und Belagerungsgeräten stellen an die 100 Darsteller die Weinsberger Belagerung durch König Konrad III. im Jahr 1140 nach - natürlich inklusive der überlieferten Heldentaten der "treuen Weiber", die der Nachbarburg der Stettenfels ihren heutigen Namen gegeben haben. Das tapfere Handeln der Weinsberger Frauen, vom Herold nach Belagerung und Schlacht gebührend gelobt, wie auch die Aufführung selbst, ernten tosenden Applaus.
Und kaum ist das Spektakel auf dem Turnierplatz beendet, greift nur wenige Schritte entfernt auf der Biergartenbühne der Räuberhaufen Donnerkeil zu den Instrumenten und lässt mittelalterliche Lieder erklingen. So geht es Schlag auf Schlag auf dem gesamten Areal. Verschnaufpausen gibt es jedoch auch reichlich, nicht zuletzt in der Warteschlange der Essensstände, die mit Barbarenspieß oder deftigem Eintopf aufwarten.
Beim mittelalterlichen Burgfest in Untergruppenbach – kaum Zeit zum Verschnaufen
Oder bei einem entspannten Rundgang durch das "Lager", in dem sich die Akteure in ihre Zelte zurückziehen, erholen und umziehen können. Auch hier gibt es allerorten Eindrücke davon zu erhaschen, dass das Leben im Mittelalter wohl kein Zuckerschlecken war. Allein schon zu sehen, wie sich ein "Ritter" umständlich seines Kettenhemds entledigen muss, sorgt bei einigen Zaungästen für mitfühlendes Seufzen.
Doch viel Zeit zum Verschnaufen bleibt den Akteuren kaum, denn wo kurz zuvor noch die "treuen Weiber" ihre Burg verteidigten, machen sich schon die Württemberger Ritter bereit für das große Turnier. Hoch zu Ross zeigen die gewappneten Recken reiterliches Können und Fertigkeit im Umgang mit Waffen in den Disziplinen Sauhatz, Ringstechen und Anreiten gegen den Roland.
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