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Großes Bauprojekt

Umbau, Erweiterung und Sanierung der Grundschule Gundelsheim startet

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Ein symbolischer Spatenstich steht als Startschuss für das Großprojekt Grundschule, das insgesamt rund zehn Millionen Euro kostet. Diskussionen gibt es im Gundelsheimer Gemeinderat über die Anschaffung eines Krans.

Die Sanierung, der Umbau und die Erweiterung der Grundschule in Gundelsheim ist in drei Abschnitte aufgeteilt. Der symbolische Spatenstich mit Bürgermeisterin Heike Schokatz (Mitte) steht als Startschuss für die Bauarbeiten.
Die Sanierung, der Umbau und die Erweiterung der Grundschule in Gundelsheim ist in drei Abschnitte aufgeteilt. Der symbolische Spatenstich mit Bürgermeisterin Heike Schokatz (Mitte) steht als Startschuss für die Bauarbeiten.  Foto: Ralf Seidel

„Wer Zukunft bauen will, muss heute den Grundstein legen. Mit Mut, Weitblick und Gemeinschaft.“ Mit einem recht universellen, aber doch passenden Motto beschreibt Heike Schokatz eines der aktuell zentralen Großprojekte von Gundelsheim.

Wie wichtig die Sanierung, der Umbau und die Erweiterung der Grundschule für die Stadt sind, zeigt sich vergangene Woche dann auch in der Rede der Bürgermeisterin, in der sehr oft das Wort „besonders“ fällt. Anlass ist ein symbolischer Spatenstich, der als Startschuss für die Bauarbeiten stehen soll. Bereits im Januar wurde mit den vorbereitenden Maßnahmen für die Abbrucharbeiten begonnen.

„Im Jahr 2020 zeigte sich bereits deutlich, dass die steigenden Schülerzahlen eine Erweiterung notwendig machen“, sagt Schokatz über das Großprojekt, das aufgeteilt ist in drei Bauabschnitte. Entstehen werden ein zweigeschossiger Neubau, eine neue Mensa mit Küche sowie Bereiche für den Ganztagesbetrieb.

Zunächst wird ein Neubau für die Ganztagsbetreuung und den Lehrerbereich errichtet. Im zweiten Bauabschnitt wird der bisherige Lehrerbereich zur Mensa umgebaut, inklusive Küche. Im dritten Bauabschnitt folgt die umfassende Sanierung des Bestandsgebäudes, bei der sowohl energetische Verbesserungen als auch eine modernisierte Raumaufteilung umgesetzt werden. 

Was das Großprojekt Grundschule in Gundelsheim kostet

Die ersten beiden Abschnitte kosten rund 7,3 Millionen Euro, insgesamt sind für das Projekt rund zehn Millionen Euro veranschlagt. Finanziert werden die Sanierung, die Erweiterung und der Umbau auch durch Fördermittel: Der Bund unterstützt das Vorhaben mit 2,45 Millionen Euro im Rahmen der Ganztagsbetreuung. Weitere Förderungen kommen vom Land und aus dem Ausgleichsstock, die Gesamtkosten hat Gundelsheim verteilt über die Haushaltsjahre 2025 bis 2028. 

„Wir setzen gemeinsam den Startschuss für ein Projekt, das die Bildungs- und Betreuungslandschaft in Gundelsheim nachhaltig stärken wird“, sagt Schokatz auch mit Blick auf die ab dem Schuljahr 2026/2027 in Kraft tretende gesetzliche Verpflichtung zum Ganztagsbetrieb – wofür zusätzliche Räume für Betreuung und Verpflegung geschaffen werden müssen. 

Gemeinderat Gundelsheim: Diskussionen um Kosten für einen Kran

Auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung ist die Grundschule noch einmal Thema. Denn: Für die Rohbauarbeiten wird ein Kran benötigt. Zunächst plante man mit einem 55 Meter hohen Kran. Ein erstes Angebot, das über eine Ausschreibung einging, lag bei rund 185 200 Euro. Für die Verwaltung, mit Blick auf die angespannte Finanzsituation der Stadt, zu unwirtschaftlich.

Gemeinsam mit der für den Rohbau beauftragten Firma GHT aus Neckarsulm wurde ein anderer Weg eingeschlagen. Ein kleinerer, nur 45 Meter hoher Kran, soll nun die Arbeiten erledigen, dieser kann aber einen Teilbereich der Baustelle dafür nicht bedienen.

Die Kosten dieses Nachtragsangebots belaufen sich auf rund 94 950 Euro, im Vorfeld hatte das zuständige Architekturbüro Knecht aus Ludwigsburg noch mit rund 85 000 Euro gerechnet. „Es ist etwas teurer geworden. Das liegt aber in einem Rahmen, der noch in Ordnung ist“, so Architekt Jochen Wilfert. Der Kran soll 28 Wochen lang auf der Baustelle stehen.  

Aus dem Gemeinderat kommen Nachfragen und Kritik an den Kosten für den Kran. Unter anderem von Rudolf Schäfer, Fraktion Liste unabhängiger Bürger (LuB). „Das kann in der momentanen Lage nicht sein. Ich bin der Meinung, das ist überdimensioniert“, so Schäfer, der die separate Ausschreibung des Baukrans hinterfragt und die Möglichkeit eines Autokrans ins Spiel bringt, den man – je nach Gebrauch – kurzfristig buchen könne.

Jochen Wilfert vom Architekturbüro Knecht verteidigt das Vorgehen sowie den Kostenrahmen. „Es gibt verschiedene Wege, wie man ans Ziel kommt. Wir haben das intern diskutiert und entschieden, diese Leistung separat auszuschreiben.“ Bei einem anderen Bauverfahren hätte man mit diesem Vorgehen gute Erfahrungen gemacht, so der Architekt.

„Es ist legitim und normal, dass man sich für einen Weg entscheidet, den dann hinterfragt und eine andere Lösung sucht. Das wirkt vielleicht wie ein Hin und Her, ist aber ein normaler Prozess“, so Wilfert. „Wir haben jetzt die optimale Lösung gefunden und sind der Meinung, dass das angemessen ist.“ Der Gemeinderat beschließt am Ende das neue Vorgehen bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung. 

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