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Heilbronn läuft sich warm: Mehr als 100 Teilnehmer beim Trollinger-Vorbereitungslauf

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Vom Trollinger-Neuling über alte Marathon-Hasen bis zur lebenden Lauflegende ist alles dabei. Premiere in der Vorbereitung feiert die Nordic-Walking-Strecke in Heilbronn. Ein Angebot für Marathonis ist neu aufgelegt worden.


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Das erste Trio, das am Samstagmorgen am Frankenstadion ankam, hatte sich von Backnang auf den Weg nach Heilbronn begeben. Bestens gelaunt entstiegen Miriam Zinke, Eva Pfestorf und Roland Herb um 8.15 Uhr ihrem Auto. „Wir laufen in diesem Jahr erstmals den Trollinger und wollen die Chance nutzen, schon einmal die Strecke kennenzulernen“, erklärte Herb den Grund fürs frühe Aufstehen.

Am Samstag fand der erste von zwei Vorbereitungsläufen für den Trollinger-Marathon am 9. und 10. Mai statt. Angeboten wurden die Zehn-Kilometer-Strecke, der Halbmarathon und erstmals seit der Corona-Pandemie auch wieder eine 26 Kilometer umfassende Teilstrecke des Marathons. Ihre Vorabtrainingspremiere feierte die 8,7 Kilometer lange Nordic-Walking-Strecke.

Beim Nordic Walking steht der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund

„Ich bin gespannt wie viele Leute kommen“, sagt Martha Walter, als sie um 8.30 Uhr am Treffpunkt Frankenstadion eintrifft. Am Ende ging es unter ihrer Führung immerhin zu siebt auf die Runde nach Klingenberg und zurück. Die Schwestern Monika und Michaela wollten einfach vorab einmal die Strecke gegangen sein, um einen Eindruck zu gewinnen.

Die Sontheimerin Romy Eckert hat sich mit einer Zeit von etwas über einer Stunde ein ambitioniertes Ziel für den 10. Mai gesetzt. Beim Nordic-Walking steht aber mehr der gesundheitliche Aspekt und weniger der sportliche Ehrgeiz im Vordergrund. „Es ist schon wichtig, dass man sich unterhalten kann“, sagt Walter, die wie die anderen Zugläufer vom TSV Talheim entsandt wurde.

Die Premieren-Teilnehmerinnen gingen bestens gelaunt auf die Nordic-Walking-Strecke.
Die Premieren-Teilnehmerinnen gingen bestens gelaunt auf die Nordic-Walking-Strecke.  Foto: Lina Bihr

Lauf-Legende Siggi Reichert übernimmt das Aufwärmprogramm beim Trolli-Vorbereitungslauf

Vorbereitungslauf-Organisator kann natürlich niemand anderes sein als die lebende Lauflegende Siegfried „Siggi“ Reichert. Um 8.20 Uhr fährt der 86-Jährige vor, springt behände aus seinem Auto, wirkt nach wie vor voll austrainiert. „Ich bewege mich schon noch viel“, erzählt Reichert. Nur das Knie will nicht mehr so richtig. Daher hat er die Laufkarriere beendet, bei den Talheimer Nordic Walkern ist er aber regelmäßig dabei. „Die Lauf-ABC-Gruppe mache ich auch noch“, sagt Reichert.

Eine Kostprobe seiner enormen Beweglichkeit und Koordination lieferte er umgehend beim von ihm angeleiteten Aufwärmprogramm ab. Spätestens beim „Hampelmann“ mit diagonalen Sprüngen und rhythmisch zu bewegenden Armen blickte manch einer der gut 100 Teilnehmer latent überfordert in Richtung des locker hüpfenden Seniors. „Der kann doch niemals 86 Jahre alt sein“, rätselte eine Teilnehmerin laut.

Der Heilbronner Marathon ist wieder ein Ziel, das sich die Läufer setzen

Ganze 67 Jahre jünger als Reichert ist Luca Grigore. Der Leingartener trainiert wie die Backnanger Gruppe für seine Halbmarathon-Premiere. „Ich habe früher Fußball gespielt. Vor einem Jahr habe ich mit dem Laufen begonnen“, sagt der 19-Jährige. An Weihnachten hat er sich kurzentschlossen beim Trolli angemeldet. Sein Ziel ist eine Zeit unter 1:45 Stunden. „Der ganze Marathon würde mich im nächsten Schritt auch noch reizen“, sagt Grigore.

Immer an der Spitze der unterschiedlichen Tempogruppen waren die erfahrenen Läuferinnen und Läufer des TSV Talheim unterwegs.
Immer an der Spitze der unterschiedlichen Tempogruppen waren die erfahrenen Läuferinnen und Läufer des TSV Talheim unterwegs.  Foto: Lina Bihr

Der steht auch auf der Agenda von Xianfeng Zhao. Allerdings erst im nächsten Jahr. „Ich bin 2025 zehn Kilometer gelaufen. In diesem Jahr habe ich mich für den Halbmarathon angemeldet. 2027 stünde dann logischerweise der Marathon an“, sagt der Leingartener, der 2024 aus China nach Deutschland gekommen ist und für eine Autoglas-Firma arbeitet. „Ich habe erst hier in Deutschland mit dem Laufen begonnen.“

Auf RekordkursVier Wochen sind es noch bis zum Start des 24. Trollinger Marathons, und die Anmeldezahlen für das inzwischen zweitägige Laufevent am 9. und 10. Mai befinden sich auf Rekordkurs. Bis zum 8. April hatten sich nach Angaben des Veranstalters insgesamt 7603 Läufer angemeldet. „Die verfügbaren Startplätze werden langsam knapp“, meldet die Heilbronn Marketing GmbH (HMG) auf ihrer Homepage. Zählt man die verschiedenen Längen der Kinder- und Jugendläufe dazu, sind es mittlerweile zwölf verschiedene Disziplinen, die an beiden Tagen angeboten werden. „Unser Ziel ist es, eine breit angelegte Sportveranstaltung mit unterschiedlichen Disziplinen für verschiedene Leistungsniveaus anzubieten. Gleichzeitig öffnen wir die Veranstaltung bewusst für weitere Zielgruppen“, sagt HMG-Geschäftsführer Steffen Schoch.

Am Samstag, 25. April, gibt es einen zweiten Vorbereitungstermin, an dem wieder die zehn Kilometer, der Halbmarathon, die Walking-Strecke und eine 27-Kilometer-Runde zur Marathon-Vorbereitung angeboten werden. Treffpunkt ist das Frankenstadion, nur die Marathonis treffen sich in Lauffen am Bahnhof. Alle Infos unter www.trollinger-marathon.de

Der Marathon-Trainingslauf ist wiederbelebt worden 

Ein „alter“ Trolli-Marathon-Hase ist hingegen Steffen Pfuderer. 16 Mal hat der 39-Jährige bereits die 42,195 Kilometer mit rund 400 Höhenmetern von Heilbronn über Flein, Lauffen, Brackenheim und Nordheim zurück ins Frankenstadion bewältigt. Seine Bestzeit liegt bei 3:22 Stunden, für 2026 peilt er 3:45 Stunden an. „Die Zeit ist mir aber nicht wichtig. Ich laufe rein zum Spaß“, sagt der Lauffener, der die Marathon-Trainingsgruppe auf der 26-Kilometer-Teilstrecke führte.

„Ich habe früher selbst das Trainingsangebot wahrgenommen und fand, dass es an der Zeit wäre, das endlich wieder anzubieten“, sagt Pfuderer. Dass immerhin zehn Hartgesottene mit ihm auf die Strecke gingen, wertete er als Bestätigung der Idee. Die Langstrecke erfreut sich nach Jahren des Niedergangs wieder größerer Nachfrage. „Das freut uns riesig. Der Marathon ist unsere Königsdisziplin“, betont Holger Braun, Organisator des Trollis bei der Heilbronn Marketing GmbH. 

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