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Toni’s Hähnchengrill: Inhaber aus Obergimpern will nach 35 Jahren aufhören

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Seit 1990 verkauft Antonio Dell’Anna aus Obergimpern mit seinem mobilen Imbiss Hähnchen. Jetzt ist es an der Zeit, loszulassen, meint der Inhaber. Ein Ende für den Imbiss bedeutet das aber nicht.


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Seit 1990 gibt es Toni’s Hähnchengrill. Gründer und Inhaber Antonio Dell’Anna aus Obergimpern bei Bad Rappenau, möchte jetzt aber aufhören. Aber das soll nicht das Ende des mobilen Imbiss’ sein. „Unternehmensnachfolger gesucht“, steht auf der Internetseite. 

„Ich bin wahrscheinlich der erste Italiener, der Hähnchen macht“, sagt Antonio Dell’Anna und lacht. Sein Vater ist aus Italien. Der Halbitaliener Dell’Anna entschied sich aber nicht für Pizza, sondern für Grillhähnchen: „Weil meine Mutter auch in einem Hähnchengrill gearbeitet hat.“

Inhaber von Toni’s Hähnchengrill hört auf: Der Imbiss ist nicht sein einziger Job

Seit er jung ist, hat er immer nebenher gearbeitet, erklärt der freundliche Verkäuder aus Opergimperner (Bad Rappenau) am Telefon. Er wollte sich etwas aufbauen, um sich „ein Häusle“ zu kaufen. Neben seiner Tätigkeit bei Audi gründete er den Hähnchengrill, denn „Essen muss man immer“. Sein Plan ging auf, er hat sich sein Haus kaufen können.

Seit 45 Jahren arbeitet er bei Audi. Früher noch in der Produktion, seit einigen Jahren übergibt er Fahrzeuge an interne Kunden. Nächstes Jahr geht Dell’Anna dann für zwei Jahre in eine passive Phase bei Audi, bevor er endgültig in den Ruhestand eintritt. 

Ob er dann überhaupt noch Zeit für andere Dinge fand, neben seinen beiden Jobs? „Zeit für Urlaub habe ich mir immer gegönnt.“ Auch zukünftig, wenn dann der mobile Hähnchenimbiss einen neuen Nachfolger hat und er im Ruhestand ist, gehört Urlaub zu seinen Plänen. Ebenso für sein Haus und Garten möchte der 60-Jährige dann mehr Zeit aufwenden. „Meine Frau und ich haben in Italien ein Haus gekauft“, dort werden die Beiden dann öfter hinfahren. „Mir wird es nicht langweilig.“

Toni’s Hähnchengrill über die Region hinaus bekannt: Anfragen etwa aus Stuttgart

Toni’s Hähnchengrill bietet Straßenverkauf an, vor zirka 15 Jahren hat Dell’Anna seine Internetseite neugestaltet. Dann wurde er für mehr Events gebucht. Die Palette ist breit, ob bei Firmenevents, Vereinen, Geburtstagen oder auch Trauerfeiern, die Grillfahrzeuge werden zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen gebucht. Auch Anfragen aus Stuttgart und Karlsruhe erreichen den Inhaber.

„Die wirklich gute Bindung zu Firmen und Vereinen, die werde ich vermissen.“ Dennoch möchte Antonio Dell’Anna seinen Grill weitergeben: „Man muss auch lernen loszulassen.“ Er ist nicht mehr auf den Imbiss angewiesen, erklärt er. „Mir ist es das nicht mehr wert, mich da kaputt zu arbeiten.“ Die ganze Bürokratie sei ihm mittlerweile zu viel, die Personalsuche sehr schwierig. Spaß mache ihm die Arbeit im Hähnchengrill trotzdem.

Toni’s Hähnchengrill sucht Nachfolger: Qualitätsbewusstsein und kundenfreundlich

Wichtig bleibt Dell’Anna, dass der Nachfolger passt. Er sollte Qualitätsbewusstsein habe, kundenfreundlich sein, Lust und Freude an der Arbeit mitbringen. Eine 35-Stundenwoche gibt es beim Imbiss nicht, sagt er. Es gehöre mehr dazu als Hähnchenbraten. „Das wird oft unterschätzt.“ Der Job ist zeitintensiv und abwechslungsreich.

Gerade ist Antonio Dell’Anna in Gesprächen mit möglichen Nachfolgern. Wer den Grill übernehme, bekomme ein gesundes Geschäft. Die Hürden, bei der Personalsuche etwa, habe aber auch der Nachfolger dann. Dell’Anna bleibt dennoch optimistisch. „Solange ich niemanden habe, werde ich den Grill weitermachen.“ Auch wenn er dann vielleicht weniger Events bediene.

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