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Möckmühl

„Tolle Dorfgemeinschaft“: Heimat Korb als Lernpfad

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Mit Spenden und viel Eigenleistung haben die „fleißigen Wichtel“ einen vier Kilometer langen Rundweg für Familien erstellt. Es gibt sogar Getränke aus dem Bach. 

Das Kneippbecken am Dorfplatz in Korb ist ein beliebter Treffpunkt.
Das Kneippbecken am Dorfplatz in Korb ist ein beliebter Treffpunkt.  Foto: Wittmer, Frank

Der Möckmühler Teilort Korb ist abgelegen, aber an Idylle kaum zu überbieten. 345 Einwohner leben hier, „davon sind 43 Kinder unter 14 Jahren“, berichtet Ortsvorsteherin Angelika Eiermann. Was Korb auszeichnet, ist die lebendige Heimat. „Wir haben eine tolle Dorfgemeinschaft.“

Um den Ort noch schöner zu machen, haben viele „fleißige Wichtel“ in diesem Frühjahr den Dorfpfad erstellt. Mit vielen Spenden und noch mehr Eigenleistung geht es am schön gestalteten Dorfplatz los. Der Brunnen und das Kneippbecken wird auch von den Kindern gern genutzt. 

Spielsachen am Dorfplatz und viel Wissenswertes unterwegs

Spielsachen stehen bereit: In dem Bächle lassen Marie und Matteo Plastik-Enten und kleine Boote schwimmen. Mit dem Netz fischen sie Blätter aus dem Wasser und spritzen sich dabei nass. Alle haben viel Spaß. „Das ist unser Treffpunkt“, sagt Angelika Eiermann. Samstags wird im Backhäusle gebacken, zur Maiwanderung treffen sich viele Familien. „Wir machen viel zusammen hier.“

Um Natur und Heimat noch mehr erlebbar zu machen, gibt es jetzt den Dorfpfad. Das Rohrkolbenwichtelmädchen Tilda erklärt, dass es „Corbe“ schon im Jahr 1103 gegeben hat. „Das habe ich gezeichnet“, erklärt Marie, eines der Korber Dorfkinder. Die Jacken, welche die Dorfgemeinschaft gestiftet hat, sind jetzt eigentlich schon zu warm, werden aber immer wieder gebraucht, weiß Angelika Eiermann. „Unsere Kinder sind bei Wind und Wetter draußen.“ 

Wegweiser im Möckmühler Stadtteil Korb: Wo geht es nach „Hacheboch“ und „Rusche“?

Gegenüber vom Dorfplatz war früher die Synagoge. Ein Wegweiser zeigt die Dorfnamen im Korber Dialekt: Links geht es nach „Hacheboch“, rechts nach „Rusche“, also Hagenbach und Ruchsen. Bis zum Freundschaftsdorf Greely in Iowa sind es 6855 Kilometer. 

Ganz so weit ist es nicht zum ebenfalls neu gestalteten Spielplatz Fuchsenloch. Hier können die Kinder klettern und toben. Per Crowdfounding will der Tauziehclub Korb hier noch einen Pumptrack für die Jugend bauen. In der anderen Richtung geht es zum Aussichtspunkt: Eine Holzwand mit einem Fenster zeigt den Blick auf die gelb blühenden Wiesen und den Ort mit seinen schönen alten Häusern. Auf dem Rundwanderweg gibt es beim Biberbau sogar Erfrischungen direkt aus dem Bach gegen Spende. 

Idyllisch sind die Wege rund um Korb, die auch Touristen zur Rundwanderung einladen.
Idyllisch sind die Wege rund um Korb, die auch Touristen zur Rundwanderung einladen.  Foto: Wittmer, Frank

„Chill-Platz“ für die Jugend und für Bienen ein Hotel

Angelika Eiermann ist stolz auf das, was die Dorfgemeinschaft in wenigen Wochen geschaffen hat. „Wir wollen den Kindern im Ort etwas bieten.“ Der Rundwanderweg ist auch für Touristen interessant, hofft die Ortsvorsteherin. Hinter der ehemaligen Schule ist ein „Chill-Platz“ für die Jugend und für die Insekten ein selbst gebautes Hotel. 

Nun hofft die Dorfgemeinschaft, dass der Rundweg allen Nutzern Natur und Heimat näher bringt und dass die Stationen auch immer gut gepflegt bleiben. Bei den Kindern funktioniert das gut, sie gießen, säubern und räumen auf. „Die beteiligen sich ganz anders, wenn sie mitmachen dürfen“, verrät Angelika Eiermann das eigentlich gar nicht so schwer zu erratende Geheimnis. 

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