Timo Wenzel als Bürgermeister von Cleebronn vereidigt – „ganz klarer Auftrag“
Der Wechsel an der Rathausspitze ist vollzogen: Am Freitag wurde Timo Wenzel offiziell in das Amt des Bürgermeisters von Cleebronn eingesetzt. Die Erwartungen, die in ihn gesetzt werden, sind hoch.

Die Fußstapfen, in die Timo Wenzel tritt, sind groß. 24 Jahre lang hatte sein Vorgänger Thomas Vogl die Geschicke der Gemeinde Cleebronn geleitet. Am vergangenen Freitag wurde sein Nachfolger offiziell in der TSV-Halle ins Amt eingesetzt.
Der 37-Jährige zeigte sich von den Glückwünschen sichtlich gerührt, aber fand auch deutliche Worte über die Verantwortung, die in den nächsten acht Jahren auf ihn zukommt. „Ein Wahlsieg ist kein politischer Erfolg, sondern ein ganz klarer Auftrag“, betonte er.
Cleebronn solle weiterhin ein Wohlfühlort und Zuhause sein, müsse sich aber auch weiterentwickeln, um mit der heutigen Schnelllebigkeit mithalten zu können.
Heimvorteil für Timo Wenzel: Cleebronner Bürgermeister ist Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr
Der ehemalige Hauptamtsleiter von Erligheim hatte sich am 1. Februar gegen drei Mitbewerber durchgesetzt und 59,58 Prozent der Stimmen erhalten. Eine ungewöhnlich hohe Quote, die von den anwesenden Vertretern aus der Landes- und Kommunalpolitik gewürdigt wurde. „Ein beeindruckendes Ergebnis“ nannte es etwa Landrat Norbert Heuser, und ein Zeichen für den Rückhalt aus der Bürgerschaft.
Zugute gekommen sei Wenzel dabei auch ein Heimvorteil. Der Familienvater wohnt nicht nur in Cleebronn, sondern ist hier auch Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr und Vorsitzender des Heimatvereins Brackenheim. „Diese persönliche Verwurzelung im Ort schafft Nähe und Vertrauen“, betonte Heuser. Das ehrenamtliches Engagement passe gut zum neuen Amt.
Dort erwarten ihn diverse Herausforderungen, etwa die Suche nach einem Platz, an dem ein Hort für die Ganztagsbetreuung gebaut werden kann. „Auch ein neuer Bauhof wäre auf der Agenda“, ergänzte die stellvertretende Bürgermeisterin und Gemeinderätin Ann-Kathrin Binder, die Timo Wenzel den Diensteid abnahm. Als Geschenk überreichte sie ihm die Gemeindeuhr mit Wappen – ein Symbol für das Überschreiten von Grenzen und das Betreten von Neuland.
„Jemand, der zuhört“: Gäste beglückwünschen neuen Cleebronner Bürgermeister
Niemand sei so nah am Wähler dran wie die Bürgermeister, betonte Diana Danner, Rathauschefin aus Zaberfeld. „Hier vor Ort wird Politik konkret“, sagte sie und lobte Timo Wenzels bodenständige und nahbare Art. „Sie gelten als jemand, der zuhört und anpackt.“ Die hohe Wahlbeteiligung von 49 Prozent spreche eine „klare Sprache“ und sei ein „eindeutiger Vertrauensbeweis“, aus dem auch eine große Verantwortung erwachse. In diesem Amt gelte es, einen Kompromiss zu finden zwischen dem, was machbar und wünschenswert sei, mahnte Danner. Ein großer Teil seiner künftigen Arbeit könnte auch der Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit einnehmen, die immer mehr an Bedeutung gewinne.
Neben Bürgermeistern aus den Nachbargemeinden, Vertretern aus dem Landtag und örtlichen Vereinen nahmen auch Mitglieder der Familie Fischer, Inhaber des Erlebnisparks Tripsdrill, an der Feier teil. Thomas Vogls Vorgänger Rolf Streicher war ebenfalls anwesend.
Verabschiedung von Vorgänger Thomas Vogl
Im Zuge der Zeremonie verabschiedeten die Anwesenden auch Thomas Vogl, der seit seiner Wahl 2002 drei Amtszeiten absolviert hatte. „Kommunen sind die Keimzellen der Demokratie“, sagte Norbert Heuser. Die Bürger bekämen die Entscheidungen der Politik direkt mit. Heuser verwies darauf, dass Cleebronn eine kleine Verwaltung habe, in der ein Bürgermeister von Zeit zu Zeit auch seine Sachbearbeiterqualitäten unter Beweis stellen müsse. Besonders bereichernd sei zudem Vogls umfassendes Fachwissen im ÖPNV gewesen.
Thomas Vogl habe unter anderem den Breitbandausbau, das Gemeindeentwicklungskonzept, sowie die Ansiedlung eines Nettomarktes angestoßen, zählte Ann-Kathrin Binder auf. „Alle Projekte zu nennen, wäre abendfüllend.“ Bürgermeister zu sein, sei eine Lebenseinstellung, betonte sie mit Blick auf seine zweieinhalb Jahrzehnte an der Rathausspitze. Binder: „Cleebronn wäre ohne dein Wirken heute nicht da, wo es ist.“
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