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Interview

Talheims neuer Bürgermeister Pascal Bopp: „Ich bin voller Tatendrang“ 

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Mit 89,9 Prozent der Stimmen haben die Talheimer Pascal Bopp am 9. November 2025 zu ihrem neuen Bürgermeister gewählt. Am 28. April ist er 100 Tage im Amt. 

Nach 100 Tagen im Amt zieht der neue Bürgermeister Pascal Bopp eine positive Bilanz und hat schon erste Neuerungen auf den Weg gebracht.
Nach 100 Tagen im Amt zieht der neue Bürgermeister Pascal Bopp eine positive Bilanz und hat schon erste Neuerungen auf den Weg gebracht.  Foto: Claudia Kostner

Bei der Bürgermeisterwahl in Talheim am 9. November 2025 hat sich Pascal Bopp mit 89,9 Prozent der Wählerstimmen auf Anhieb gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt. Bis dato war er Vertriebsleiter einer international tätigen Spedition. Sein Vorgänger Rainer Gräßle ist nach 24 Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl angetreten. Im Gespräch mit Claudia Kostner spricht Bopp über sein neues Amt.

Herr Bopp: 100 Tage im Amt – sind Sie schon angekommen?

Pascal Bopp: Die Zeit rennt. Ich habe mich gut eingelebt und das Gefühl, dass die Menschen in Talheim und die Mitarbeiter in der Verwaltung mich sehr gut aufgenommen haben. Das Miteinander macht alles einfacher.

Vor der Wahl waren Sie Vertriebsleiter einer international tätigen Spedition. Was heißt es, plötzlich Bürgermeister zu sein?

Bopp: Es ging sofort von Null auf Hundert, ohne klassische Einarbeitungszeit. Da ist es enorm wichtig, das Team mitzunehmen. Zwei Tage nach meiner Amtseinsetzung habe ich in einer Teamsitzung die Ist-Situation abgefragt, aber auch welche Erwartungen oder Bedürfnisse es gibt. Danach war ich in allen Gemeindeeinrichtungen von Kitas bis Feuerwehr unterwegs. Damit die Mitarbeiter verstehen: Wie tickt der Neue?

Hatten Sie in den 100 Tagen schon mal Zeit, durchzuatmen?

Bopp: Die Tage sind lang, die Nächte etwas kürzer. Ich bin ja mitten in der Karnevalszeit eingesetzt worden, hatte gleich meinen Einsatz beim Rathaussturm. Dann war die Landtagswahl, bei der ich Wahlvorstand war. Direkt nachdem die Stimmen ausgezählt waren, bin ich nach Untergruppenbach gefahren, um meinem Kollegen Andreas Vierling zu seiner Wiederwahl zu gratulieren. Umso glücklicher schätze ich mich, dass vor allem meine Frau und meine Familie mich so sehr unterstützt.

Als Neuling bekommen Sie jeden Tag jede Menge Input. Gibt es da schon Raum für eigene Ideen?

Bopp: Ich bin in einer Phase, in der ich viele neue Ideen einbringen möchte und voller Tatendrang bin. Gleichzeitig erfahre ich aber von meinem Team, was schon geplant ist, und arbeite mich in die Sachverhalte ein.

Was ist neu unter Bürgermeister Pascal Bopp?

Bopp: Ich werde nicht von heute auf morgen alles auf links drehen. Schließlich ist es in Talheim bisher gut gelaufen. Erstmal sind es kleine Dinge, wie das Ostereiersuchen auf dem Rathausplatz für Kinder am Gründonnerstag oder die Kinderseite im Mitteilungsblatt. Ich möchte, dass schon die jüngsten Talheimer positive Erfahrungen im Zusammenhang mit der Gemeindeverwaltung machen. Neu ist außerdem die Bürgersprechstunde, die ich zum ersten Mal am 13. Mai anbiete. Auch intern gibt es erste Projekte, in die ich meine Handschrift einbringen möchte. Die geplante Rathaussanierung zum Beispiel kann man so oder so gestalten. 

Sind Sie als Mann aus der freien Wirtschaft auch schon an bürokratische Grenzen gestoßen?

Bopp: Die Verwaltung tickt ein Stück weit anders. Deshalb beziehe ich die Mitarbeitenden und die Amtsleitungen immer frühzeitig mit ein, denn dort steckt viel wertvolles Fachwissen. Sie sind eine große Unterstützung. Eine gute Führungskraft muss nicht alles wissen, aber sehr wohl, wen in ihrem Team sie fragen kann. Für mich als ehemaliger Vertriebsleiter ist Kommunikation enorm wichtig.

Sie sind kein Verwaltungsfachmann. Ist das in Ihren Augen Vor- oder Nachteil?

Bopp: Ich sehe nach wie vor die positiven Seiten. Ich habe den Blick aus der Wirtschaft. Ich habe Erfahrung darin, verschiedene Anliegen zusammenzuführen. Mir ist es wichtig, die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger aufzunehmen und sie klar in die Verwaltung einzubringen, damit gute Lösungen entstehen. 

Während des Wahlkampfs haben Sie immer wieder betont, dass Ihre Kandidatur für Sie „eine Herzensangelegenheit“ ist. Wie stolz sind Sie darauf, jetzt tatsächlich Bürgermeister von Talheim zu sein?

Bopp: Mich verbindet sehr viel mit der Gemeinde Talheim. Ich bin nicht nur der Bürgermeister, ich lebe hier. Mich motiviert es, meine beruflichen Erfahrungen so einzubringen, dass sie einen konkreten Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger haben.

Pascal Bopp ist 33 Jahre alt, verheiratet und hat vier Kinder. Er ist in Talheim aufgewachsen, besuchte die Realschule Ilsfeld und machte sein Fachabitur. Nach einer Ausbildung zum Speditionskaufmann legte er bei der IHK die Prüfung zum Betriebswirt ab und war bis zu seiner Wahl als Bürgermeister Vertriebsleiter einer Spedition.

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