Der Gemeinderat votierte einstimmig für die Brandschutzsanierung des Schulzentrums für 730.000 Euro. Für das Projekt hat der Fachbereich Planen und Bauen beim Regierungspräsidium Fördermittel in Höhe von rund 465.000 Euro beantragt. Ob Geld vom Land Baden-Württemberg fließt, wird zwar erst im dritten Quartal 2025 entschieden. Wegen der Dringlichkeit darf Ilsfeld aber schon vorher mit der Umsetzung beginnen.Die Sofortmaßnahmen wurden unter Regie des Bauamts und des technischen Gebäudemanagements ausgeführt.
Steinbeis Schulzentrum Ilsfeld ist faktisch ohne Brandschutz
Die Auflagen zur Baugenehmigung von 1973 wurden bei Bau und Umbauten regelmäßig ignoriert. Realschule und Teile des SBBZ müssen dringend für 730 000 Euro ertüchtigt werden.

Was wir vorgefunden haben, hat mich nicht gefreut“, erklärte Gotthard Tretter in der Ilsfelder Gemeinderatssitzung. Bei der Begehung des Steinbeis Schulzentrums im November 2023 hat der Sachverständige gravierende Mängel festgestellt: Die Realschule hat faktisch keinen Brandschutz. „Wir standen schon mit einem Fuß im Kittchen“, verdeutlichte Bürgermeister Bernd Bordon.
Um den Schulbetrieb überhaupt aufrecht erhalten zu können, mussten einige bauliche Veränderungen bereits vor dem aktuellen Beschluss des Gemeinderats vorgenommen werden – unter anderem wurden Teile der Elektroinstallation erneuert und zusätzliche Rauchmelder installiert. „Es war Gefahr im Verzug“, so Bordon. „Alternative wäre die Schließung beziehungsweise der Umzug in Container gewesen.“
Für die Umsetzung der weiteren Maßnahmen, die laut Berechnungen des Fachbereichs Planen und Bauen rund 730.000 Euro kosten werden, hat Gotthard Tretter der Gemeinde bis zum ersten Quartal 2026 Zeit gegeben.
1979/1980 und 2006 gab es Erweiterungen und Umbauten
Das Schulzentrum ist Baujahr 1973, zahlreiche Veränderungen und Erweiterungen fanden in den Jahren 1979/1980 statt. 2006 gab es weitere Umbauten, ebenso ein Brandschutzgutachten, das aber offenbar in den Architektenplänen nicht berücksichtigt wurde. „Im Rahmen der Begehung im November 2023 wurde festgestellt, dass die Auflagen aus der Baugenehmigung von 1973 niemals umgesetzt wurden“, fasst es der stellvertretende Bauamtsleiter Christoffer Staab in der Verwaltungsvorlage zusammen.
Zum Teil gebe es Flächen von 800 Quadratmeter ohne vorgeschriebene brandschutztechnische Abtrennungen im Schulhaus. „Das ist doppelt so viel wie erlaubt“, erläuterte Tretter kopfschüttelnd. Als langjähriger Feuerwehrmann wisse er, welche Herausforderung das für Rettungskräfte wäre.
„Es war Gefahr im Verzug.“ Bernd Bordon
Seine Mitarbeiterin Laura Würth stellte die jetzt geplanten Maßnahmen vor. „Die Priorität liegt auf der Erweiterung der Brandmeldeanlage auf eine vollflächige automatische Branderkennung mit Übertragung zur Feuerwehr“, machte sie deutlich. „Hier ist aus unserer Sicht eine sofortige Umsetzung nötig.“
Nach und nach können die weiteren Schritte erfolgen: Im Untergeschoss ist der Flur mit den drei Klassenzimmern, die zur Förderschule (SBBZ) gehören, zum Lager hin brandschutzrechtlich abzutrennen. Fehlende Rauchwarnmelder müssen ergänzt werden, Seitenwände und Sturz der Brandschutztüren auf der Nord- und Südseite müssen überprüft und gegebenenfalls ertüchtigt werden.
Kinder sollen gesund wieder nach Hause kommen
Im Erdgeschoss wird das Brandschutzschott zum Westtrakt geschlossen sowie die Glaswand zum Lager mittels einer neu zu errichtenden Wand aus Mauerwerk verschlossen. Die Abtrennung zum Nordtrakt wird durch eine neu zu errichtende Brandschutztüre ersetzt.
Im ersten Obergeschoss müssen Chemie- und Physikräume brandschutztechnisch vom Flur abgetrennt werden. Weil der Rettungsweg aus dem Musiksaal zu lang ist, wird ein zusätzlicher Ausgang ins Freie geschaffen. Kabelschottungen müssen ertüchtigt werden. „Seid so gut und macht das so schnell wie möglich, damit die Kinder wieder gesund nach Hause kommen“, appellierte Gotthard Tretter an Verwaltung und Gemeinderat.
Warum die letzte Brandverhütungsschau 2006 stattfand und nicht, wie vorgeschrieben alle fünf Jahre, habe nicht geklärt werden können, so Bernd Bordon, der seit 2022 Ilsfelder Bürgermeister ist.

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