Fünf Tage Umbau - Heilbronner Marktplatz verwandelt sich in Hochsprungarena
Zum zweiten Mal wird im Herzen der Stadt internationaler Spitzensport geboten. Seit Montag läuft der Aufbau für das Hochsprungmeeting. Für das Organisationsteam ist es eine Mammut- und Präzisionsaufgabe zugleich.

Jacob Denzel steigt von der Tribüne auf dem Heilbronner Marktplatz, an deren Aufbau er gerade mitarbeitet. Der Ingenieur gehört eigentlich zum Organisationsteam des Internationalen Hochsprung-Meetings Heilbronn - aber alle packen beim Aufbau für das Großereignis mit an.
Innerhalb von fünf Tagen wird der Heilbronner Marktplatz zum zweiten Mal in eine Hochsprungarena verwandelt. Das ist nicht nur eine Menge der Arbeit für die 25 bis 30 Menschen, die seit Montag von morgens bis abends ranklotzen, damit an diesem Wochenende internationaler Spitzensport geboten werden kann. Auch die Konstruktion hat es in sich.
Denn der Marktplatz hat sich seit vergangenem Jahr verändert - momentan befindet sich vor Zehender am Markt eine Baustelle. Wie passen sich die Organisatoren vom Trägerverein Internationales Hochsprung-Meeting Heilbronn an die veränderten Bedingungen an?
Die Sportarena wird auf den Marktplatz eingepasst
Ganz auf der Höhe der Zeit, denn Denzel lächelt und sagt: "Wir haben eine CAD-Konstruktion." Ein Computerprogramm, das alle Maße des Platzes genau anzeigt. Die Daten kommen vom Vermessungs- und Katasteramt der Stadt. Ein Hochsprungstadion mit Tribünen für 1.500 Zuschauer auf einen mittelalterlichen Marktplatz einzupassen, ist keine einfache Sache. "Das ist natürlich jedes Mal eng. Aber mithilfe des Programms können wir alles einpassen", sagt Denzel. Der gebürtige Heilbronner arbeitet bei Audi in Ingolstadt als Ingenieur - die Planung liegt also in besten Händen.
Für die Tribüne, die gerade entsteht, braucht es auch Profis: Gerüstbauer. Aber auch hier sind, wie Denzel selbst, über das gesamte Sportereignis hin insgesamt 200 Ehrenamtliche im Einsatz, so wie an diesem Dienstag in der prallen Sonne und bei heißen Temperaturen.
Am Donnerstag beginnt das Legen des Herzstücks des Meetings, des Bodens. 2023 war der noch geliehen, dieses Jahr wurde ein eigener angeschafft. Von einem namhaften Hersteller, um internationales Niveau zu gewährleisten. Der Boden kann auch bei anderen Sportveranstaltungen verwendet werden, "Nur die Absprungzone und die letzten Meter davor nicht", erklärt Denzel, "denn dieser Bereich ist vom Weltverband World Athletics zertifiziert."
Die Planung läuft das gesamte Jahr über
Auch auf schlechtes Wetter sind die Organisatoren vorbereitet: Falls es regnet, kann der Tartanboden trockengewalzt werden, was der Organisator so erklärt: "Wenn es stark regnet, kann der Boden rutschig werden. Dann besteht Verletzungsgefahr für die Athleten, und das soll natürlich vermieden werden. Und zum Schluss kommt dann noch ein Zelt für die Hochspringer und Physiotherapeuten dazu, damit sie sich zurückziehen und konzentrieren können."
Die Sportler, je um ein Dutzend Frauen und Männer, kommen in einem nahegelegenen Hotel unter. Mit Betreuern sind es um die 50 Personen. "Theoretisch könnten sie sogar die Stadtbahn nehmen", erklärt Jacob Denzel lächelnd, "aber wir haben natürlich einen Fahrservice eingerichtet, der sie zum Wettkampf und wieder zurück fährt."
Den Löwenanteil der Vorarbeit leistet das sechsköpfige Organisations-Team des Trägervereins. Wie lange die Planung für so ein Großereignis dauert? "Eigentlich das ganze Jahr über", antwortet Denzel. "Die Schlagzahl der Besprechungen steigt, je näher das Meeting rückt. Ich schätze, jeder von uns sechs investiert dafür 40 Arbeitstage. Das allermeiste läuft nach der Arbeitszeit ab."
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