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Kritik von Vereinen: Sporthallen fehlen nicht nur in den Sommerferien

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Die meisten Kommunen in Heilbronner Land und Hohenlohe schließen ihre Sporthallen in den schulfreien Wochen zum Großputz und für Reparaturen. Wie Vereine damit umgehen. 


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Halb Süddeutschland ist im Urlaubsmodus – aber eben nicht der ganze Süden. So sind etwa etliche Sportler bereits in die neue Saison gestartet. Andere trainieren zumindest wieder – sofern ihnen die notwendigen Sportstätten zur Verfügung stehen.

Denn die meisten Hallen sind während der Sommerferien traditionell geschlossen. Offen Kritik daran übt der Jugendleiter der Handballabteilung des SV Heilbronn am Leinbach, Michael Kuhn.

Während viele Urlaub machen, kämpfen Sportvereine um Trainingsmöglichkeiten in Hallen

„Uns geht es nicht um die kompletten sechs Ferienwochen, aber zumindest die letzten zwei, drei bräuchten wir schon für Training.“ „Mit viel Glück“, so Kuhn, habe man zumindest für die vier Frauen- und Männer-Teams der Aktiven die Mönchseehalle gewinnen können. Aber bei neun Jugendmannschaften „läuft grad gar nichts“.

Während der schulfreien Ferienzeit ist in vielen Hallen eine Generalüberholung angesagt. Foto: Archiv
Während der schulfreien Ferienzeit ist in vielen Hallen eine Generalüberholung angesagt. Foto: Archiv  Foto: Andreas Zwingmann

„Vielen Vereinen geht es derzeit so“, sagt Kuhn. Gleichzeitig bemängelt er, dass sich manche Aushilfs-Hausmeister in der jeweiligen Halle „nicht auskennen“ oder „nur aufschließen und dann gehen“.

„Bin seit 40 Jahren im Ehrenamt tätig, das war schon immer so“

Weniger dramatisch sieht die Situation ein Sprecher der TSG Heilbronn. „Die einen sehen es so, die andern so und begrüßen die Pause sogar.“ Im Prinzip habe man mit der Ferienschließung zu leben gelernt. „Und wenn die dringende Notwendigkeit besteht, bekommt man von der Stadt auch Flächen.“

„Ich bin seit 40 Jahren im Ehrenamt tätig, das war schon immer so“, sagt die Vorsitzende des Sportkreises Hohenlohe, Doris Baumann. Ihr sei kein Verein in Hohenlohe bekannt, dem die Schließungen sauer aufstoßen würden. In manchen Gemeinden, etwa in Künzelsau oder Mulfingen, sind die Hallen auch nicht über die kompletten Ferien geschlossen.

Ferienzeit wird für Großputz, Reparaturen und Urlaubsabbau der Hausmeister genutzt

Die schulfreie Zeit wird meist zum Großputz und für Reparaturen genutzt. Zudem bauen viele Hausmeister Urlaubstage ab. Weil deren Tageshöchstarbeitszeit nicht überschritten werden darf, setzt die Stadt Heilbronn auch externe Schließdienste ein. Gleichzeitig teste man an der Silcher- und der Mörikehalle Transponder-Schlüssel.

„Wenn sich die Lösung bewährt, ist eine Ausweitung vorgesehen“, so Rathaus-Sprecherin Suse Bucher-Pinell. Grundsätzlich versuche das Schul-, Kultur- und Sportamt Vereinen „in Einzelfalllösungen entgegenzukommen“. So seien derzeit sechs Hallen belegt, vereinzelt hätten Vereine die ganzen Ferien über sogar Schlüsselgewalt.

Stadtverband für Sport lobt städtisches Sportamt ausdrücklich

Die Heilbronner Sportvereine, Schulen und Stadt arbeiteten sehr gut zusammen, betont Christoph Troßbach, Vorsitzender des Stadtverbands für Sport. „Jedem ist klar, dass in den Ferien gereinigt und gewartet werden muss – trotzdem schafft es die Stadt, Trainingszeiten zu ermöglichen. Das ist nicht selbstverständlich. Das eigentliche Problem sieht der Verband nicht in der Organisation, sondern in den Rahmenbedingungen: „Der Heilbronner Sport boomt – aber die Hallenkapazitäten sind am Limit. Wir brauchen dringend zwei neue dreiteilige Sporthallen“, so Troßbach.

Auch die Abläufe müssten modernisiert werden. „Eine digitale Buchungsplattform würde die Hallennutzung enorm erleichtern und Leerzeiten vermeiden“, betont Verbands-Vize Herbert Tabler.

Bevorzugt werden Vereine mit Ligabetrieb und großer Jugendabteilung

In Heilbronn gibt es 34 Hallen mit 48 Sportflächen in städtischem Eigentum. Davon sind 26 Schul-Turnhallen, acht Mehrzweckhallen. Hauptnutzer sind außerhalb der Ferien Schulen, spätnachmittags und wochenends vorrangig Vereine.

Bei der Belegung bevorzugt werden laut Bucher-Pinell Vereine mit Ligabetrieb und einer großen Jugendabteilung. „In enger Absprache wird versucht einen möglichst lückenlosen Belegungsplan zu erstellen.“ Gebühren fallen für förderfähige Vereine nur wochenends an. Private Gruppen kämen nicht zum Zuge, da die Hallenkapazitäten bereits für die förderfähigen Vereine nicht ausreichten.

„Die Hallenkapazitäten sind am Limit.“Christoph Troßbach

Auch in Öhringen „übersteigt der Bedarf der Vereine teilweise die zur Verfügung stehenden Kapazitäten“, erklärt Sprecherin Monika Pfau. Das Problem soll ein neues Belegungssystem lösen: Es biete „eine transparente Übersicht über freie Kapazitäten und ermöglicht eine effizientere Steuerung der Belegungen“. Weitere Entspannung erhofft man sich in Öhringen, wenn die als Flüchtlingsunterkunft dienende Alte Turnhalle und die HGÖ-Halle, die gerade saniert wird, wieder verfügbar sind.

 

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