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Seeadler Romeo zurück: So finden Falknereien in der Region ihre Greifvögel wieder

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Wenn Seeadler oder Geier nicht sofort zurückkehren, greifen Falknereien auf erprobte Methoden zurück. Die Burg Guttenberg und die Burgfalknerei Hohenbeilstein erklären, wie sie entflogene Greifvögel wiederfinden.

Von Nele Hagmann

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Romeo ist zurück: Die Greifenwarte Burg Guttenberg in Haßmersheim-Neckarmühlbach (Neckar-Odenwald-Kreis) hat ihren Seeadler, der über mehrere Tage verschwunden war, wieder gefunden. Wie wollen Falknereien verhindern, dass Vögel verschwinden?

Seeadler von Falknerei der Burg Guttenberg mehrere Tage verschwunden

Voll und ganz garantieren, dass ein Vogel während einer Flugshow oder auch dem Training davonfliegt, könne man nicht. Das stellt Jasmin Berberich, Mitarbeiterin der Burg Guttenberg, gleich klar. Da die Vögel der Greifenwarte täglich fliegen, in Shows sowie im Training, komme es hin und wieder vor, dass manche Tiere abhauen. Das sei bei älteren, erfahrenen Tieren nicht weiter dramatisch: Bei ihnen seien sich die Falkner sicher, dass sie zurückfinden. Manche Vögel seien sogar dafür bekannt, manchmal stundenlange Ausflüge zu machen, so Jasmin Berberich.

Normalerweise kann Burg Guttenberg die Tiere orten. Beim jungen Seeadler Romeo ging aber der Sender nicht mehr, die Batterie war leer.

Seeadler aus Haßmersheim auf Tour: Gründe für das Wegfliegen der Vögel

Oft werden die Greifvögel, wie auch Seeadler Romeo, von Krähen aufgeschreckt und fliegen daher weg. Davon berichtet auch Silvan Kaltenleitner. „Das Problem, dass Vogel und Falkner sich mal aus den Augen verlieren, ist so alt wie die Falknerei selbst“, betont der Falkner und Juniorchef der Burgfalknerei Hohenbeilstein in Beilstein (Landkreis Heilbronn). Manchmal trägt auch der Wind die Vögel davon. Wenn dieser ungünstig stehe, erklärt Silvan Kaltenleitner, könne der Vogel schlichtweg nicht landen und müsse weiterfliegen.

Seeadler Romeo ist zurück in der Greifenwarte der Burg Guttenberg.
Seeadler Romeo ist zurück in der Greifenwarte der Burg Guttenberg.  Foto: dpa

Einig sind sich die Mitarbeiter beider Betriebe, dass es keine spezielle Vogelart gibt, die besonders zum Wegfliegen tendiert. „Das kommt einfach sehr auf die Charaktereigenschaften des jeweiligen Vogels an“, sagt Jasmin Berberich von der Greifenwarte.

Und auch Silvan Kaltenleitner meint: „Kennt man einen Vogel einer bestimmen Art, kennt man nicht gleich die ganze Art.“ Das Alter des Tieres kann laut Jasmin Berberich schon Einfluss darauf haben, ob sich ein Tier leichter aufschrecken lässt. Ältere Vögel würden sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen wie jüngere, die einfach vieles noch nicht kennen.

Burgfalknerei Hohenbeilstein setzt auf Sender und Glöckchen

Auch die Burgfalknerei setzt auf Sender, die den Aufenthaltsort der Vögel übermitteln. Wenn man die Flugfähigkeit des entflogenen Vogels kenne und wisse, wie der Wind wehte, könne man einschätzen, wie weit der Vogel gekommen sei und wo er sich grob befinde, meint Silvan Kaltenleitner. Auch Glöckchen an den Beinen der Tiere, die in der Falknerei eine lange Tradition haben, können helfen, sollte die Technik einmal versagen.

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