Stimme+
Dieter-Schwarz-Stiftung

Schwarz-Stiftung Heilbronn investiert in wichtigsten Rohstoff

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

CEO Reinhold Geilsdörfer stellt Unternehmern in Leingarten die Dieter-Schwarz-Stiftung und die ganze Firmengruppe vor. Welche Bildungs- und Forschungseinrichtungen dazu gehören.

Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung, zeigt, wie das IPAI-Gelände auf den Steinäckern schon in wenigen Jahren aussehen soll.
Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung, zeigt, wie das IPAI-Gelände auf den Steinäckern schon in wenigen Jahren aussehen soll.  Foto: Lina Bihr

Weltweit beschäftigt die Schwarz-Gruppe knapp 600 000 Mitarbeiter. In Deutschland ist sie der zweitgrößte Arbeitgeber "nach der Deutschen Bahn", verkündet Reinhold Geilsdörfer am Dienstag in Leingarten. Die Sitzplätze auf der Empore bei Holz Hauff reichen nicht aus für die 80 Mitglieder des Wirtschaftskreises, die zum 20. Unternehmerforum gekommen sind, um den CEO der Dieter-Schwarz-Stiftung Heilbronn zu treffen. Manche hören sich seinen Vortrag, "Vorstellung der Dieter-Schwarz-Stiftung und Entwicklung in der Region Heilbronn-Franken", im Stehen an.

Dass Lidl-Gründer Dieter Schwarz der Stiftung das Eigentum an der gesamten Firmengruppe übertragen hat, war nicht jedem bewusst. 670 Milliarden Jahresumsatz stecken so hinter der Einrichtung. Ihr Vermögen investiert sie vor allem in: Bildung. Schwarz' bekanntes Zitat: "Bildung ist unser wichtigster Rohstoff", spitzt Geilsdörfer noch zu. Der Stiftungsgeschäftsführer betont: "Bildung ist auch unser einziger Rohstoff in Deutschland" und stellt anschließend anhand einer "Bildungsbiografie" betitelten Folie ausführlich die Unternehmen vor, in denen die Stiftungsgelder stecken.

Schwarz-Digits strebt nach Datensouveränität

Nur kurz erwähnt der 74-Jährige vorweg die drei Bereiche, mit denen das Geld gemacht wird. Verkürzt könnte man sagen: Nahrungsgüter, Müll und Daten. Wobei der Konzern Lebensmittel nicht nur verkauft, sondern viele davon auch selbst produziert, um Lieferketten sicherzustellen. Prezero, das Entsorgungsunternehmen der Schwarz-Gruppe, sei mittlerweile die Nummer sechs in Europa. Man habe hier begonnen, Kreisläufe aufzubauen, da Abfälle prinzipiell Wertstoffe seien. 

"Das interessanteste Kind", findet der ehemalige Hochschullehrer jedoch, sei der Aufbau einer eigenen Cloud durch die Konzerntochter Schwarz-Digits. Damit strebe man Datensouveränität an, blickt Geilsdörfer auf die Noch-Vorherrschaft des amerikanischen Microsoft-Konzerns. Man sei jetzt dabei, die eigene Cyber-Sicherheitslösung, "eine der besten der Welt", zu vermarkten.

Dieter-Schwarz-Stiftung investiert in die Zukunft

Mit der Stiftung investiere man "ausschließlich in die Zukunft", so der Geschäftsführer: "Wir glauben, dass wir viele Dinge beeinflussen können." Ob es um Bildung, Forschung und Wissenschaft oder Unternehmertum geht - in all diesen Bereichen wolle man junge Leute begeistern.

Um die Jüngsten geht es etwa in der AIM-Akademie für innovative Bildung, im bilingualen Unterricht an der Josef-Schwarz-Schule, aber auch im Haus der Familie und in der Experimenta. Mit dem Science-Museum will die Stiftung Menschen schon früh in die Auseinandersetzung mit Natur und Technik bringen. Da das Unternehmen in der Region mittlerweile 1000 Kindergartenplätze biete, habe man, um dem allgemeinen Fachkräftemangel entgegenzuwirken, eine eigene Erzieherakademie gegründet. Der studierte Physiker und Maschinenbauer Geilsdörfer findet besonders hinsichtlich naturwissenschaftlicher und technischer Bildung: "Wenn wir Menschen in diese Studiengänge bringen, die maßgeblich für unseren Wohlstand sind, haben wir unheimlich gewonnen."

Schwarzgruppe will kluge Köpfe in die Region Heilbronn holen

Um vor Ort ausbilden und kluge Köpfe in die Region holen zu können, investiert die Stiftung nicht nur in die staatliche Fachhochschule. Sie hat auch die DHBW (Duale Hochschule Baden-Württemberg) und mittels Stiftungsprofessuren die Technische Universität München (TUM) nach Heilbronn geholt. Und die Codierschule 42 gegründet. Dies sowie die Zusammenarbeit mit der ETH Zürich bedeutet laut Geilsdörfer: "Wir haben jetzt die internationale Sichtbarkeit, die hilft, Top-Leute zu holen." 

Im Forschungsfeld der "Bildungsbiografie" stehen die Namen von Ferdinand-Steinbeis- und Fraunhofer-Institut. Ausführlich erläutert Geilsdörfer auch die Erweiterungspläne des Bildungscampus sowie das größte Vorhaben der Stiftung: Den autobahnnah geplanten IPAI für künstliche Intelligenz. "Ich glaube, dass wir die Region mit diesen Themen deutlich voranbringen", schließt er und antwortet auch zuversichtlich auf eine kritische Nachfrage nach dem Wohnraum für weitere Studierende und Professoren. Auch dafür wolle man sorgen.

Geilsdörfer unterschreibt seinen Eintrag im Goldenen Buch der Stadt Leingarten. Bürgermeister Ralf Steinbrenner schaut zu.
Geilsdörfer unterschreibt seinen Eintrag im Goldenen Buch der Stadt Leingarten. Bürgermeister Ralf Steinbrenner schaut zu.  Foto: Lina Bihr

Wirtschaftskreis Leingarten investiert lokal in Bildung

"Im Detail war nicht so bekannt, welche Unternehmen hinter der Stiftung stecken", sagt Bernd Nutz, Vorsitzender des Wirtschaftskreises Leingarten, zu Reinhold Geilsdörfers Vortrag. Den Auftritt beim Unternehmerforum möglich machte der persönliche Kontakt von Ralf Steinbrenner.  Der Bürgermeister verewigte prompt "das herausragende Engagement des Referenten für Bildung und Forschung" im Goldenen Buch der Stadt. 

Auch der Wirtschaftskreis investiert in Bildung vor Ort. Etwa mit der Organisation einer Ausbildungsbörse, die am 14. November an der Eichbottschule stattfinden wird. 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben