Handwerkliche Brennkunst wird UNESCO-Kulturerbe – Feier im Schnapsmuseum Bönnigheim
Die handwerkliche Brennkunst wird von der Deutschen Unesco-Kommission als Immaterielles Kulturerbe anerkannt. Das Schnapsmuseum Bönnigheim richtet eine offizielle Feier dazu aus.

Es gibt Grund zu feiern im Schwäbischen Schnapsmuseum in Bönnigheim. Kein Wunder – denn der Anlass ist bedeutend: Auf Initiative von Museumsleiter Kurt Sartorius wurde die handwerkliche Brennkunst in das Immaterielle Kulturerbe der Deutschen Unesco-Kommission aufgenommen. „Darauf sind wir alle sehr stolz“, so Sartorius.
Unesco-Auszeichnung im Schwäbischen Schnapsmuseum Bönnigheim
Das Unesco-Signet wurde dem Museum bereits verliehen, die öffentliche Feier findet am Donnerstag, 13. November, um 17 Uhr mit einem Sektempfang statt. Erwartet werden der baden-württembergische Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, sowie der Präsident des Bundesverbands der Kleinbrenner, Alois Gerig. „Außerdem freuen wir uns, dass die erste Deutsche Destillatkönigin, Anna Steinmann, dabei sein wird“, ergänzt Sartorius.
Die handwerkliche Brennkunst blickt auf eine lange Geschichte zurück: Aus der ursprünglichen Herstellung von Heilmitteln entwickelte sich im Lauf der Jahrhunderte eine feine Destillierkunst, die heute Schnäpse, Obstbrände, Liköre und Edelbrände hervorbringt. Besonders in Süddeutschland produzieren Kleinbrennereien aus regionalen Früchten edle Spirituosen – ein Handwerk, das es zu bewahren und zu fördern gilt, wie Sartorius betont.
Immaterielles Kulturerbe? Was die Auszeichnung genau bedeutet
Bereits 2019 wandte er sich mit Schreiben und Anträgen an den Bundesverband der Kleinbrenner, um die Brennkunst in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufnehmen zu lassen. Im März dieses Jahres wurde dieses Anliegen Realität. Mit der offiziellen Anerkennung gilt diese Tradition nun als schützenswert – ein Erfolg, zu dem das Museum und sein Leiter maßgeblich beigetragen haben.
Die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis der Deutschen Unesco-Kommission bedeutet, dass die handwerkliche Brennkunst als lebendige kulturelle Praxis anerkannt ist und damit besondere Wertschätzung erfährt. In der Liste finden sich zahlreiche Traditionen aus der deutschen Geschichte – etwa der Orgelbau, das Hebammenwesen, der Blaudruck oder die Genossenschaft.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare