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Eine Ski-Piste zum Ausrollen: Skiclub Kirchheim setzt auf künstliche Schneematten

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Ist das die Zukunft des Wintersports? Der Skiclub Kirchheim setzt seit kurzem auf künstliche Schneematten, um Nachwuchs auszubilden. Die ausrollbaren Bahnen haben mehrere Vorteile.

Naturschnee in Kirchheim? Das ist eher ein seltenes Phänomen. Um trotzdem den Nachwuchs trainieren zu können, setzt der Skiclub Kirchheim/Neckar seit neuestem auf Schneematten. Im professionellen Wintersport sind die Teppiche mit Gleitfunktion bereits seit langem im Einsatz. Nun kommen sie immer öfter auch in kleineren Vereinen an. 

Schneematten im Skiclub Kirchheim: Gut für den Nachwuchs und die Umwelt

Im Dezember wurde die Alternative erstmals in Kirchheim getestet. Weil es so ein großer Erfolg war, ist bereits ein weiterer Termin für den 6. Januar angesetzt. Das Angebot richtet sich besonders an die ganz kleinen Skifahrer von drei bis sechs Jahren, die auf diese Weise an die Sportart herangeführt werden können. Die Anschaffung ermögliche es, „mit wenig Aufwand einen guten Kurs zu machen“, erklärt Skischulleiter Matthias Brändle. Und zwar unabhängig vom Wetter und ohne weite Fahrtwege. 

„Wir sind sonst immer ins Allgäu gefahren“, berichtet Matthias Brändle. Ausfahrten wie diese seien immer mit großem Aufwand und Anstrengung verbunden, „besonders für die kleinen Kinder“. Seit vielen Jahren unterrichtet Brändle die Sportart, die er selbst mit zwei oder drei Jahren angefangen hat. „Den Fotos im Familienalbum nach zu urteilen“, sagt er und lacht. Seit 2019 ist er Leiter der Skischule in Kirchheim.

Mit den Schneematten können die Lehrer des Skiclubs Kirchheim künftig ihre Nachwuchs trainieren, ohne lange Wege fahren zu müssen.
Mit den Schneematten können die Lehrer des Skiclubs Kirchheim künftig ihre Nachwuchs trainieren, ohne lange Wege fahren zu müssen.  Foto: Skiclub Kirchheim/meine.stimme

Nachhaltiger Skispaß: Neue Übungsmatten bringen Wintersport nach Kirchheim

Der Skisport ist populär, auch bei den Kleinen. Im Dezember seien drei Gruppen im Zwergenkurs dabei gewesen, im Januar sind es zwei, sagt Brändle. Künftig können sie fast vor der Haustür stattfinden. Die Matten bieten nicht nur eine verlässliche Grundlage für Anfängerkurse, sondern schonen auch die Umwelt. Lange Fahrtwege fallen künftig weg, das sei laut Matthias Brändle auch im Sinne der Nachhaltigkeit.

Ausgerollt werden die Matten neben der Sporthalle in Kirchheim. Dort ist es ein wenig abschüssig. Mit Heringen werden sie in der Erde befestigt, erklärt Brändle. Die textilen Pisten haben eine spezielle Oberfläche mit Noppen und Wellen. Wie Klettverschlüsse, findet Brändle. Die Skier gleiten darüber hinweg, als sei es echter Schnee. „Das fühlt sich an wie ein Frühlingsskitag“, meint der Lehrer, als würden die Flocken unter der Sonne bereits weich werden. 

Klimawandel bedroht Wintersport: Schneematten als Alternative

Auf die Idee, Schneematten anzuschaffen, kamen die Mitglieder des Skiclubs, der mehr als Tausend Köpfe zählt, durch einen Artikel in der Zeitschrift des Schwäbischen Skiverbands. Die Investition kostete den Verein mehrere Tausend Euro. Eine genaue Summe kann Brändle nicht nennen. Aber es gebe Förderungen vom Württembergischen Landessportbund und dem Deutschen Skiverband. 

Die textilen Skipisten mit Gleitfunktion werden im Wintersport immer populärer, besonders für Übungen in der Nebensaison. Durch die Folgen des Klimawandels ist es aufwändiger geworden, kleinere Gebiete abseits der alpinen Region künstlich mit Kanonen zu beschneien. Immer öfter ist es auch in den Wintermonaten selbst dafür zu warm, die Maßnahme kostet Wasser und Energie. 

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