Könnte Schloss Heuchlingen in Bad Friedrichshall ein Hotel werden?
Für Schloss Heuchlingen in Bad Friedrichshall läuft ein innovatives Vergabeverfahren. Noch bis 21. Januar können Investoren ihre Konzepte einreichen.
Was könnte aus Schloss Heuchlingen in Bad Friedrichshall werden? Damit beschäftigt sich eine Ausschreibung für mögliche Investoren. Das Gebäudeensemble, das derzeit als Lagerfläche dient und ein Architekturbüro beheimatet, steht für eine Erbbaurechtsvergabe zur Verfügung.
Aber nicht der Meistbietende soll es bekommen, sondern der Investor mit dem besten Konzept. Um dieses zu ermitteln, läuft ein bisher einzigartiges Verfahren im Land Baden-Württemberg. Die Frist zur Abgabe eines Konzepts wurde kürzlich bis 21. Januar verlängert. Der Auftrag soll im August erteilt werden.
Baden-Württemberg sucht Investoren mit Konzept für Schloss Heuchlingen in Bad Friedrichshall
Zuständig ist die Projektgruppe ELA (Entwicklung von Kulturliegenschaften des Landes). Diese wurde ins Leben gerufen, um im Eigentum des Landes stehende Kulturliegenschaften, insbesondere Schlösser, Klosteranlagen und Gutshöfe, zu erhalten, weiterzuentwickeln und eine nachhaltige Nutzung zu finden, berichtet das Finanzministerium.
Schloss Heuchlingen soll für Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden
Ziel des Vergabeverfahrens ist, „insbesondere das Gebäudeensemble als historisch bedeutendes Kulturdenkmal zu berücksichtigen und den Standort bestmöglich für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, teilt Heinrich Giese, Leiter des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg, mit.
„Um eine angemessene Nutzung für Schloss Heuchlingen zu finden, setzt das Land erstmals das Instrument der mehrstufigen Konzeptvergabe ein. Dadurch soll kreativen und zugleich wirtschaftlichen Konzepten eine Realisierungschance ermöglicht werden.“ Während des Verfahrens soll das Konzept schrittweise optimiert und die Wirtschaftlichkeit sichergestellt werden.
Ob Investoren Interesse am Schloss Heuchlingen haben, wird nicht bekannt gegeben
Ausschlaggebend bei der Auswahl der Bewerber sei neben einem überzeugenden Nutzungskonzept, dass der Denkmalschutz berücksichtigt sei und sich das Vorhaben eigenständig wirtschaftlich trage. Ob es bereits Bewerbungen gab, kann Heinrich Giese während des Verfahrens nicht sagen.
Ist die Bewerbungsfrist abgelaufen, geht es in drei Schritten weiter: „Zuerst schließen sich Bewerbergemeinschaften aus Investoren und Architekten zusammen und beantragen die Beteiligung am Teilnahmewettbewerb. Danach werden sie zur Abgabe eines Grobkonzeptes und im dritten Schritt zur planerischen Ausführung, ähnlich einem Realisierungswettbewerb, aufgefordert“, erklärt er.
Bürgermeister spricht von Hotellerie oder Wellness als Nutzungskonzepte
Sowohl das Landesamt für Denkmalpflege als auch die Stadt Bad Friedrichshall begleiten und beraten die Bewerber. „Wir freuen uns, wenn Bewegung in die Sache kommt“, sagt Bürgermeister Timo Frey. Möglich wären vielleicht ein Hotel oder Gastronomie beziehungsweise etwas im Bereich Wellness, Reha und Pflege. In welche Richtung die Entwicklung gehen könnte, ließ Heinrich Giese im Schriftkontakt mit der Heilbronner Stimme jedoch offen.
Es gibt auch andere historische Gebäude in der Region, die dem Land gehören und die auf eine neue Nutzung warten. Die Erfahrungen mit der Konzeptvergabe für das Schloss Heuchlingen könnte auch ihre Zukunft sichern. Für das Schloss Neuenstadt zum Beispiel ist bereits ein solches Verfahren geplant. Das Ziel der Projektgruppe ELA ist dort, „ein tragfähiges Nutzungskonzept in einer Erbbaurechts- oder Konzessionslösung zu finden“.
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