Schädling zerstört Fußballplatz in Bad Friedrichshall – FSV-Vorstand sucht Lösung
Der Friedrichshaller Sportverein hat die Vorstandsposten teils neu besetzt. Das sechsköpfiges Team hat gleich eine große Aufgabe vor sich: Der Rasen im Sportpark ist von einem Schädling befallen – und nicht mehr nutzbar.
Ein Präsident, der den Verein allein führt. Das ist beim Friedrichshaller Sportverein (FSV) nicht mehr leistbar, sagt Betha Dietz. Deshalb hatte es bereits vor zwei Jahren, als Patrick Dillig aufgehört hat, einen großen Wechsel in der Führungsstruktur gegeben. Der Vorstand wurde in drei Posten mit unterschiedlichen Zuständigkeiten aufgeteilt. Bei der Hauptversammlung sind diese nun teilweise neu besetzt worden. Auch gibt es ein akutes Problem zu lösen: Das Rasenspielfeld im Sportpark ist von einem Schädling befallen – und nicht mehr nutzbar.
Rasenspielfeld in Bad Friedrichshall ist vom Engerling befallen
„Das ist eine große Geschichte, die alle Vorstände fordert“, sagt Johannes Hirth, der das Amt des Vorstands für Sportstätten und Gebäude von Peter Englerth übernommen hat. Der Rasen ist vom Engerling befallen. Das ist die Larve vom Juni-Käfer, die sich in die Erde eingräbt und den Rasen von unten kaputtmacht, erläutert Thomas Bartelmann, Hirths neu gewählter Stellvertreter. Gleichzeitig sei die Larve eine Delikatesse für Vögel und andere Tiere, die den Rasen regelrecht umgraben würden.

Das Problem bestehe seit Herbst 2024. Inzwischen seien große Flächen abgestorben und abgesackt, weshalb der Platz gesperrt sei. Nur das benachbarte Kunstrasenfeld kann noch genutzt werden. „Aber auch das ist an seinem Lebensende“, sagt Johannes Hirth. „Sofortige Maßnahmen müssen sein.“
FSV Bad Friedrichshall wird einen Großteil der Kosten tragen müssen
Das Vereinsgelände des FSV gehört dem Verein, nicht der Stadt. Es ist also der Vorstand gefragt, eine Lösung zu finden. Auch einen Großteil der Kosten wird der Verein aus eigener Tasche bezahlen müssen. Betha Dietz, Vorständin für Strategie, Marketing und Verwaltung, rechnet damit, dass sogar eine außerordentliche Mitgliederversammlung nötig sein könnte. Diese müsse bei einer Investition von mehr als 100.000 Euro stattfinden.

Bevor jedoch entschieden werden kann, sammelt der Vorstand alle wichtigen Informationen, sagt Johannes Hirth. „Wir müssen das gut vorbereiten.“ So tausche man sich zum Beispiel mit anderen Vereinen aus, die Erfahrung mit einem Engerling-Befall hatten.
Die Zeit drängt. Das wissen alle Beteiligten. Denn wenn das Rasenfeld nicht bespielbar ist, hat der Verein ein Platzproblem. „Wir haben zum Beispiel relativ viele Jugendmannschaften“, sagt Finanzvorstand Frank Mildenberger. Es gibt zwar neben dem Kunstrasenfeld auch noch einen Ausweichplatz in Hagenbach, auf dem Spiele und Trainings stattfinden können. „Das reicht aber nicht“, sagt Betha Dietz. Wenn die drei Vorstände und ihre Stellvertreter Angebote eingeholt, Erfahrungen ausgetauscht und die Finanzierbarkeit geprüft haben, fällt eine Entscheidung. Mildenberger: „Wichtig ist, dass es zukunftsfähig ist.“ Kurzfristige Schönheitsreparaturen seien nicht das Ziel.

Peter Englerth ist aus dem FSV-Vorstand ausgeschieden
Sich für den Verein einsetzen und als Team zusammenarbeiten, das motiviert die sechs Vorstandsmitglieder. Neben Betha Dietz, Frank Mildenberger, Johannes Hirth und Thomas Bartelmann engagieren sich Diana Beriozovaite als Stellvertreterin von Betha Dietz sowie Norman Schober als stellvertretender Finanz-Vorstand. Alle waren oder sind selbst im Verein aktiv, haben oder hatten Verantwortung in verschiedenen Abteilungen des Vereins. Ausgeschieden ist Peter Englerth. Der frühere Stadtbaumeister und langjähriges Präsidiumsmitglied hat das Sportzentrum mit aufgebaut und die Anlagen gepflegt. „Es war sein zweites Wohnzimmer“, sagt Johannes Hirth. Er bleibe auch für die neue Vorstandschaft ein wichtiger Ansprechpartner.
Neben dem vorherrschenden Thema der Fußballplatz-Sanierung haben die Vorstände aber noch andere Pläne für den Verein. „Unser Ziel ist es, den Verein wieder zusammenzuführen, zu einer FSV-Familie“, sagt Frank Mildenberger. In den vergangenen Jahren hätten die elf Abteilungen relativ eigenständig gearbeitet. Nun soll wieder am Gemeinschaftsgefühl gearbeitet werden. Zum Beispiel durch Veranstaltungen wie einen Sport-, Spiel- und Spaßtag.
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