Rückkehrberatung in Heilbronn zeigt neue Perspektiven für Geflüchtete

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In Stadt und Landkreis Heilbronn werden Rückkehrer beraten und unterstützt. Projektleiter Jochen Hirschmann kann dabei von mancher Erfolgsgeschichte berichten. 


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Sie kommen aus der Türkei und Syrien, Georgien, Nordmazedonien, dem Irak, Serbien und dem Kosovo: Seit Beginn des Projekts „Your chance at home – Rückkehr als Chance 2.0“ am 1. Januar 2025 sind aus dem Landkreis Heilbronn bislang 178 Personen freiwillig in ihr Herkunftsland zurückgekehrt, in der Stadt Heilbronn waren es 83, im Landkreis Schwäbisch Hall 72. 

Dabei geht es nicht nur um Menschen, bei denen die Integration nicht gut gelungen ist oder deren Asylantrag abgelehnt wurde. „Es gibt immer mehr Syrer, die aktiv wieder zurück in ihr Heimatland wollen, obwohl sie hier bleiben dürften“, berichtet Jochen Hirschmann, Projektleiter im Landratsamt Heilbronn.

Rückkehrberatung in der Stadt und im Landkreis Heilbronn

Die Rückkehrberatung in der Stadt und in den Landkreisen Heilbronn und Schwäbisch Hall ist ein gemeinsames Projekt, das durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Union und das Land Baden-Württemberg gefördert wird. „Gründe für den Wunsch nach einer Rückkehr können unter anderem Heimweh nach der vertrauten Kultur und der Familie sein“, sagt Hirschmann. 

Man spreche niemand gezielt an, aber der Sozialdienst und das Integrationsmanagement vor Ort sind über das Projekt informiert. „Die nehmen Kontakt auf und empfehlen Personen, die infrage kommen.“ Oft sei auch die Sehnsucht nach der Familie und Angehörige, die Hilfe brauchen, ein Grund für den Heimkehrwunsch. 

Im Heimatland den Neustart wagen

Aber, und das sind für Hirschmann echte Erfolgsgeschichten, es gibt auch Menschen, „die den Willen haben, den Aufbau in ihrem Heimatland in die Hand zu nehmen, die die Chance anpacken wollen, den Neustart zu wagen“. Auch hier gibt es Hilfe, Qualifizierung und Unterstützung, die auch nötig ist. „Oft ist das Haus kaputt und kein Job in Aussicht.“

Auch in Deutschland wird die Lage in Syrien aufmerksam beobachtet. Wer in die Heimat zurückkehren möchte, bekommt dabei Hilfe und Unterstützung.
Auch in Deutschland wird die Lage in Syrien aufmerksam beobachtet. Wer in die Heimat zurückkehren möchte, bekommt dabei Hilfe und Unterstützung.  Foto: Ghaith Alsayed

Viele wollen einen Laden eröffnen oder als Taxi-Fahrer ihre Brötchen verdienen. Da ist es hilfreich, wenn man Kontakt zu internationalen Experten hat. „Wenn es in einer Gegend schon viele Taxis gibt, ist das dann vielleicht keine so gute Idee.“ Neben der Passbeschaffung und der Frage der Ausreisemöglichkeiten gibt es Informationen zu Wiedereingliederungsprojekten in den Heimatländern und bei Bedarf finanzielle Hilfen. Durch die Unterstützung von Hilfsorganisationen in Deutschland und im Heimatland kann die freiwillige Rückkehr sorgfältig vorbereitet werden und nachhaltig wirken. Dabei steht die „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Vordergrund. 

Vom Asylbewerber zum Hühnerfarmer

Die Erfolgsgeschichte heißt nicht mehr „vom Tellerwäscher zum Millionär“, sondern eher „vom Asylbewerber zum Hühnerfarmer“. Tatsächlich hat ein Afrikaner in seiner Heimat im Benin den Hof des Vaters zur erfolgreichen Hühnerfarm aufgebaut. „Der wurde hier qualifiziert und ist sehr motiviert mit einem Business-Plan wieder in den Benin zurück gegangen“, berichtet Hirschmann.

Mit dem in Afrika begehrten Hühnchenfleisch läuft das Geschäft nun recht erfolgreich. „Grund und Boden war in diesem Fall schon vorhanden, das ist natürlich ein Vorteil“, so Hirschmann zu dem Parade-Beispiel. Immer wieder schicke der Mann Bilder und bedanke sich herzlich für die Unterstützung in Deutschland und Heilbronn. 

Und – die Botschaft hören Kreisräte und Bürgermeister gern – das Projekt kostet die Kommunen in Stadt und Landkreis kein Geld, weil die Förderung vom Land und der EU kommt. 

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