Mit Mini-Robotern lernen Kinder Programmieren
Diana und Joachim Ross aus Lehrensteinsfeld setzen sich mit Startup Roki für digitale Bildung ein. Ihr Fokus liegt dabei auf Grundschulen.

Ihre Augen leuchten und die Gesichter strahlen, wenn Diana und Joachim Ross von ihrem Herzensprojekt sprechen. Es heißt Roki, was kurz für Robotic for Kids steht. Sie haben sich die digitale Bildung von Kindern auf die Fahnen geschrieben und zeigen bereits Fünfjährigen, wie Programmieren funktioniert.
Startup-Gründer betont: Technisches Verständnis wird immer wichtiger
„Ein MINT-Hintergrund wird immer wichtiger für alle Berufe“, sagt Joachim Ross. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik. Je früher man damit vertraut sei, desto einfacher sei der Zugang. In den Grundschulen komme die Förderung in diesem Bereich zu kurz.
Ihre eigenen Kinder haben das Ehepaar aus Lehrensteinsfeld auf die Idee zu ihrem Startup gebracht. Mit ihnen haben sie Roboter aus Lego gebaut und programmiert. „Die Kinder haben so viel Spaß daran“, sagt Diana Ross, die genauso wie ihre Mann Entwicklerin bei SAP war. Die beiden haben ein Abfindungs- beziehungsweise Vorruhestandsprogramm genutzt und sich selbstständig gemacht.
„Wir geben uns zwei Jahre“, gibt Diana Ross den Zeitplan vor. Bisher stehen die Zeichen gut, dass Roki erfolgreich wird. 2024 ging es los, damals noch nebenberuflich, 2025 nahm das Unternehmen richtig Fahrt auf. Es startete mit Projekttagen in der Grundschule Lehrensteinsfeld, es folgten ausgebuchte Vhs-Kurse, eine Zusammenarbeit mit der AIM in Heilbronn, Roki wurde Kooperationspartner des Landes Baden-Württemberg und gehört zu 100 weltweit geförderten Projekten des Esslinger Unternehmens Festo. Die neueste Kooperation schlossen die Gründer mit dem Haus der Familie in Heilbronn.
Digitale Bildung ist genauso wichtig wie lesen und schreiben
Ihr Hauptaugenmerk liegt aber auf Grundschulen. Das Paar weiß: Entweder ist digitale Bildung dort etwas, das die Lehrer on top machen, oder es ist für sie „ein Buch mit sieben Siegeln“. Dabei sei für Kinder digitale Bildung genauso wichtig wie lesen und schreiben zu lernen, sagt Joachim Ross. Aber nicht nur die Kinder könnten dazulernen. Wenn sie mit ihren Mini-Robotern in die Klassen kommen, würden auch Berührungsängste der Lehrer abgebaut. „Der Spaß der Kinder überträgt sich auf sie.“
Ein großes Problem aber ist, dass Schulen für Roki kein Budget haben. Deshalb helfen die Gründer auch bei der Finanzierung. Zu ihrem Angebot gehört es, bei Förderanträgen zu helfen und Sponsoren zu suchen. „Es geht uns nicht darum, möglichst viel Umsatz zu machen“, betont Diana Ross. Auch wenn ihre Familie irgendwann möglichst von Roki leben können soll.
Roki-Team möchte Lehrer und Rektoren motivieren
Viel wichtiger sei ihnen aber, Wissen weiterzugeben, Lehrkräfte und Rektoren für das Thema zu begeistern. Mit Schulen in der Stadt und im Landkreis Heilbronn arbeiten sie bereits zusammen, bis nach Heidelberg hat sich ihr Konzept herumgesprochen. „Das Feedback ist überwältigend.“
Mit zwei einfachen Robotern, die sich jeder im Internet bestellen kann, gehen Diana und Joachim Ross in die Klassen. In vier Stufen zeigen sie den Kindern damit, wie Programmieren funktioniert. Zu Beginn steuern sie die Roboter mit Knöpfen oder Bausteinen mittels einfacher Befehle, im letzten Modul schreiben die Kinder erste Codes.
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