Richtfest am Ausschank mit Aussicht in Cleebronn
Der neue Weinausschank Michaelsberg wird ein neues touristisches Highlight im Zabergäu: Der Betrieb in dem Vorzeigebau soll im Sommer starten. Bauherren sind die lokalen Wengerterbetriebe.

Ungemütlich kalt ist es am Freitagmittag nahe des Wanderparkplatzes Näser, die Sonne hält sich bedeckt. Dafür strahlen die Gesichter der 50 bis 60 Gäste beim Richtfest des Weinausschanks Michaelsberg. Alle Beteiligten – Bauherren, Planer, Architekt, Baufirmen, Handwerker und Bürgermeister Thomas Vogl sind stolz auf den jetzt schon vielversprechend am Weinberg thronenden lichten Holzbau.
„So ein Projekt ist nur möglich, wenn man sich gut versteht“, sagt etwa Christian Storz voller Freude über die Zusammenarbeit mit den Kollegen, während er Sekt ohne und mit Alkohol ausschenkt. „Im kleinen Rahmen“ seien sie daran beteiligt – die Storz Weinkellerei ist neben den Weingütern Holzwarth und Ranspacher Hof und natürlich den C&G-Winzern, also der Weingärtnergenossenschaft Cleebronn Güglingen einer der Bauherren. Nach der Eröffnung im Frühsommer werden die Wengerter den Ausschank gemeinsam betreiben.
Idee zur Bauform kam bei Planwagenfahrt
Doch jetzt bittet C&G-Vorstand Thomas Beyl die Handwerker in der schwarzen Tracht aufs Dach: „Es ist das Fest der Zimmerleute.“ Richt- und Segensworte neben dem geschmückten Richtbäumchen am First spricht Susanne Klenk von der Güglinger Zimmerei Wörz in Reimform aus. Den familiengeführten Betrieb hat die Bauingenieurin von ihrem Vater Gerhard Wörz übernommen. Er steht neben ihr auf dem Dach. „Das ist ein besonderes Projekt“, findet Klenk, wieder unten. Sie deutet auf die hellen Fichtenbalken: „In der Natur gibt es nichts Passenderes als Holz. Es kommt hier gut zur Geltung.“
Auch Franz-Josef Mattes ist begeistert. Dem Heilbronner Architekten kam die Vision des aufgeständerten Holzbaus bei einer Planwagenfahrt hinauf zum Näser. Er fand, dass man vom Ausschankgebäude aus die gleiche Aussicht haben solle, wie vom erhöhten Sitz auf dem Wagen. Das Gebäude auf Ständer zu stellen, ist zudem praktisch: Man kann es so schnell spurenlos wieder entfernen, sollte das irgendwann mal notwendig werden.

Bekenntnis zum Zabergäu und zum Weinbau

Doch jetzt freut Mattes sich erstmal über den Mut der Weinbauer, „so etwas heutzutage zu bauen“. Der Ausschank sei ein Statement, betont er mehrmals und meint damit offensichtlich ein sichtbares Bekenntnis der Bauherren zum Weinbau, zum Zabergäu und zur Region insgesamt.
Alle beteiligten Firmen stammen aus der Umgebung. Thomas Beyl lobt neben den Wörz-Zimmerleuten die Helber & Ruff Ingenieure aus Ludwigsburg, Kern Elektroplanung aus Güglingen, die Bunse-Ingenieure aus Heilbronn, die Flaschnerei Steinmetz aus Güglingen – woher, von der Firma Schneider, auch noch die vielen Fenster kommen werden und insbesondere die Haass Bauunternehmung sowie die Brackenheimer Elektrofirma Bühler: „Wir haben, glaube ich, die Leitungen schneller erschlossen, als die Genehmigung gedauert hat“, begeistert sich Beyl über die Verlegungsaktion unterm Weinberg, gleichzeitig deutet er an, wie lange der Entstehungsprozess des Projektes ging. Nicht zuletzt waren es viele Genehmigungsverfahren, die alles in die Länge zogen.
Touristischer Anziehungspunkt am Michaelsberg fürs ganze Zabergäu
Im Sommer hofft der C&G-Vorstand nun, den Betrieb aufnehmen zu können. Darauf freut sich auch Rosemarie Seyb. Die Cleebronner Weinerlebnisführerin findet es „super“, nicht nur die Aussicht bis nach Stuttgart. Auch dass ihre Gäste hier im Winter einen Unterschlupf und WCs finden, kommt ihr entgegen. Das wird ein touristischer Anziehungspunkt fürs Zabergäu, prophezeit sie.
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