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Schnelle Rettung im Notfall

Rettungswache in Neuenstadt bleibt dauerhaft erhalten und bildet aus

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Standort in der Otto-Neumeister-Straße in Neuenstadt hat sich bewährt. Wache verzeichnet knapp 2000 Einsätze im ersten Jahr und ist ab sofort auch Lehrrettungswache. 

Sven Bretzler (Zweiter von links) leitet die Rettungswache in Neuenstadt. In den neuen Räumen fühlen sich auch Sophie Huk (von rechts), Elisa Schmidt und Dominic Bender sehr wohl.
Sven Bretzler (Zweiter von links) leitet die Rettungswache in Neuenstadt. In den neuen Räumen fühlen sich auch Sophie Huk (von rechts), Elisa Schmidt und Dominic Bender sehr wohl.  Foto: Christiana Kunz
Das Team der Rettungswache in Neuenstadt freut sich zusammen mit Markus Stahl (von rechts) und Melanie Veith, dass der Standort erhalten bleibt.
Das Team der Rettungswache in Neuenstadt freut sich zusammen mit Markus Stahl (von rechts) und Melanie Veith, dass der Standort erhalten bleibt.  Foto: Christiana Kunz

Ein Jahr lang galt die Rettungswache in Neuenstadt als Probestandort, jetzt soll sie dauerhaft bleiben. Seit Oktober 2024 steht ein Rettungswagen, der vorher in Bad Friedrichshall-Plattenwald stationiert war, in Neuenstadt, um das Gebiet in und um die Kocherstadt im Notfall schneller zu versorgen. Dafür wurden Räume der Firma Schweikert in der Otto-Neumeister-Straße 12 angemietet. Im November 2025 fiel die Entscheidung, dass der Standort unverzichtbar ist, berichtet Melanie Veith, Geschäftsführerin der DRK-Rettungsdienste Heilbronn, bei einem Ortstermin. 

Notfallsanitäter werden ab sofort auch in der DRK-Wache in Neuenstadt ausgebildet

Außerdem ist die Rettungswache seit wenigen Tagen ein Ausbildungsstandort des DRK, eine sogenannte Lehrrettungswache. Das heißt, dass nicht nur Rettungs- sondern auch Notfallsanitäter während ihrer Ausbildung praktische Erfahrung in Neuenstadt sammeln können, erklärt Markus Stahl, Rettungsdienstleiter beim DRK Heilbronn. Der Status des Dauerstandorts sei für die Kollegen vor Ort sehr erfreulich. Auch wenn die Perspektive von Anfang an da war, stand bis November immer im Raum, dass alles wieder rückgängig gemacht werden könnte.

Die Einsatzzahlen im ersten Jahr sprachen jedoch für sich. Fast 2000 Mal ist der Rettungswagen alarmiert worden. Das sind rund sechs Einsätze pro Tag, erläutert Markus Stahl. Das Haupteinsatzgebiet sei Neuenstadt, Hardthausen und Langenbrettach. Aufgrund der unmittelbaren Nähe, rückten sie aber auch oft in Richtung Hohenlohekreis aus. 

Das Ziel war, die Einsatzzeiten im Raum Neuenstadt zu verbessern, als die Rettungswache eingerichtet wurde. Zuvor war die Hilfsfrist, also der zeitliche Abstand zwischen dem Notruf und dem Eintreffen am Einsatzort, von 15 auf zwölf Minuten verkürzt worden. Bis Oktober 2024 kam bei Notfällen in Neuenstadt ein Rettungswagen aus Möckmühl, Plattenwald oder Öhringen. „Da war eine Lücke, die haben wir jetzt geschlossen“, sagt Markus Stahl. Die Einsatzzahlen in Neuenstadt findet er „beeindruckend“. „Man sieht, dass der Standort absolut berechtigt ist.“ Dadurch habe sich die Einhaltung der Hilfsfrist im gesamten Landkreis Heilbronn verbessert. 

Eine Wohlfühlatmosphäre auf der Rettungswache ist wichtig

„Das Team ist sehr zufrieden hier, auch in der Bevölkerung wird die Rettungswache positiv wahrgenommen“, berichtet Sven Bretzler aus dem Arbeitsalltag. Die Räume seien fertig eingerichtet und der Aufenthaltsbereich gemütlich. „Eine Wohlfühlatmosphäre ist wichtig, da die Kollegen hier viel Zeit verbringen und einen anstrengenden Job machen“, betont Melanie Veith. Das Team von Sven Bretzler besteht derzeit aus neun Personen, 16 Stellen könnte er besetzen. Im April kommt noch Verstärkung. Außerdem sind Springer im Einsatz. Die Besatzung der Wache arbeitet in zwei Schichten von 7 bis 19 Uhr und von 19 bis 7 Uhr.  

Mit dem Vermieter hat das DRK ein gutes Miteinander, betont Melanie Veith. Er habe viel möglich gemacht. Die Firma Schweikert hat sich in Neuenstadt einen dritten Standort in der Region aufgebaut und benötigt nicht alle Räume. Sie stellt Werkzeuge, Press- und Stanzteile sowie Baugruppen her und hat ihren Hauptsitz in Lehrensteinsfeld.

Ob die Rettungswache dauerhaft am selben Standort bleibt, ist nicht klar

Die Lage in direkter Nähe zur Autobahn und zu anderen Straßen ist für den Rettungsdienst optimal. Bisher sind auch keine Änderungen geplant was den Standort angeht. Trotzdem sagt Sven Bretzler: „Der Standort Neuenstadt bleibt, aber das Gebäude ist nicht in Stein gemeißelt.“

Eine Rettungswache bei der neuen Feuerwehr, die in unmittelbarer Nähe gebaut werden soll, ist aber nicht vorgesehen, sagt Melanie Veith auf Nachfrage. Zwar könnte man meinen, das würde gut passen. Tatsächlich hätten eine Freiwillige Feuerwehr mit glücklicherweise viel weniger Einsätzen ganz andere Anforderungen als der Rettungsdienst.

Appell: Im Notfall soll niemand zur Rettungswache fahren, sondern 112 anrufen

Immer wieder kommt es vor, dass Menschen mit kranken oder verletzten Angehörigen zur Rettungswache in Neuenstadt fahren, um Hilfe zu bekommen, berichtet Standortleiter Sven Bretzler. Davon rät er dringend ab. „Sie sollen im Notfall unbedingt 112 wählen.“ So könne die Leitstelle, den Rettungswagen alarmieren. Es könne nämlich immer sein, dass das Neuenstadter Team bereits alarmiert wurde und gar niemand vor Ort sei. Das könne im Zweifelsfall fatal sein. Die Rettungswache sei kein Krankenhaus und keine Notaufnahme. Genauso wenig könnten er und seine Kollegen sich um kleine Wehwehchen oder gar das Entfernen einer Zecke kümmern. Das gelte für alle Rettungswachen.

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