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Benzinpreise

Rekordpreise an der Zapfsäule: Regionale Fahrschulen geraten unter Druck

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Fahrschulen aus Heilbronn und Umkreis nehmen Stellung zu den aktuellen Spritpreisen. Die Auswirkungen sind fatal.

Von Lea Kobs
Abhängig vom Sprit: Fahrschulen haben mit den aktuellen Benzinpreisen zu kämpfen: Bei der Frage, ob Fahrschüler erhöhte Preise für Fahrstunden zahlen sollten, sind sie sich uneinig.
Abhängig vom Sprit: Fahrschulen haben mit den aktuellen Benzinpreisen zu kämpfen: Bei der Frage, ob Fahrschüler erhöhte Preise für Fahrstunden zahlen sollten, sind sie sich uneinig.  Foto: Sven Hoppe (dpa)

Die steigenden Spritpreise treffen viele Branchen, doch besonders stark die Fahrschulen. Ohne Auto und Kraftstoff gibt es keine Fahrstunden und damit auch keine Arbeit für die Angestellten. Wie gehen die Betriebe mit der Situation um? Geschäftsführer aus der Region berichten.

Spritpreise belasten Betriebe erheblich

„Die Auswirkungen sind massiv“, sagt Alexander Dexheimer, Geschäftsführer der Fahrschule Dexheimer in Heilbronn. Er bietet viele Bus- und LKW-Kurse an, und deshalb spüre sein Unternehmen die hohen Kraftstoffpreise deutlich im Umsatz. Auch bei anderen Fahrschulen sei die Lage angespannt: „Wir Fahrschulen sprechen natürlich miteinander, und es ist für niemanden einfach“, so Dexheimer.

Wolfgang Fischer von der Fahrschule Fischer aus Bad Wimpfen bestätigt das: „Der Einfluss auf unser Geschäft ist enorm.“ Doch wie reagieren die Unternehmer?

Müssen Fahrschüler mehr zahlen?

Trotz der steigenden Kosten versucht Fahrschule Dexheimer nach eigenen Angaben, die Preise stabil zu halten: „Ich glaube, es betrifft gerade alle. Aber der Fahrschüler darf nicht darunter leiden.“, so Dexheimer. Man verdiene aktuell weniger und nehme das in Kauf.

Auch auf Schülerseite herrscht Unsicherheit. Gerade junge Menschen fragen sich, ob sie sich ein Auto überhaupt leisten können. Dennoch bleibt der Führerschein für viele wichtig, vor allem auch für den Einstieg ins Berufsleben, so Dexheimer. Die Nachfrage nach Fahrstunden ist also weiterhin vorhanden.

Bei der Fahrschule Fischer ist man einen anderen Weg gegangen. „Wir mussten reagieren“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Fischer. Wie viele andere Branchen hat auch sein Unternehmen die Preise erhöht: Die Fahrstundenpreise haben angezogen. Betroffen sind jedoch nur Fahrschüler, die ihren Ausbildungsvertrag nach Ende März abgeschlossen haben. Für bereits angemeldete Schüler gelten weiterhin die alten Preise.

Einigkeit besteht bei beiden Fahrschulen in einem Punkt: An der Qualität der Ausbildung darf nicht gespart werden. „Sonderfahrten dürfen einfach nicht reduziert werden“, betont Fischer. Nur so könne die Verkehrssicherheit gewährleistet sein.

Kaum Perspektiven für E-Autos

Beide Fahrschulen sehen derzeit kaum Möglichkeiten, auf Elektroautos umzusteigen. „Wir beschäftigen uns seit Jahren mit umweltschonendem Fahren“, sagt Dexheimer. Doch die Voraussetzungen in Heilbronn seien unzureichend. Es gebe zu wenige Ladestationen in der Stadt. Die Existierenden seien ungünstig gelegen oder zu teuer.

Auch bei der Fahrschule Fischer ist ein Umstieg aktuell nicht möglich. „Wir haben Leasingverträge und können nicht kurzfristig wechseln“, erklärt Fischer. Langfristig sei der Einsatz von Elektrofahrzeugen denkbar, aktuell fehle dafür aber die Grundlage. Dexheimer setzt daher vorerst auf Geduld. Sollte sich die Prognose bestätigen, könnten die Spritpreise im Mai wieder sinken.

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