Regionalverband bringt Erweiterungen auf den Weg
Mehr Solarflächen für Kirchardt, größere Gewerbe- und Wohngebiete in mehreren Kommunen: Die Regionalversammlung stellt für einige Städte und Gemeinden wichtige Weichen.

Der Regionalverband Heilbronn-Franken hat grundsätzlich den Weg für weitere Freiflächen-Photovoltaik nördlich von Kirchardt freigemacht. Mit großer Mehrheit beschloss die Regionalversammlung, ein Verfahren zur Änderung des Regionalplans einzuleiten, um auf insgesamt 83 Hektar Fläche Solarmodule zu ermöglichen. Gebaut werden sollen die Anlagen auf zwei Flächen südlich der Autobahn 6, von der Straße nach Sinsheim beginnend ostwärts, in einem 200 Meter breiten Gürtel entlang der A6.
Die Eigner der Ackerflächen befürworten die Projekte
Formell war dieser Beschluss notwendig, da sich die Flächen innerhalb des sogenannten Grünzugs befinden, also eines Gebiets, das als Grünfläche zwischen Siedlungsflächen bestehen bleiben soll. Daher muss für die beiden Projekte ein sogenanntes Vorbehaltsgebiet für regional bedeutsame Photovoltaikanlagen ausgewiesen werden. Das dafür nötige Verfahren wurde nun auf den Weg gebracht.
Wie der leitende Planer Sascha Weisser berichtete, sollen die beiden Vorhaben mit einer Bürgerenergie-Genossenschaft umgesetzt werden. Auch die Eigner der landwirtschaftlichen Flächen befürworteten die Baumaßnahme, obwohl auf diesen Flächen beste Böden ausgewiesen seien, berichtete er.
Solar-Flächenziel ist bereits erreicht
Insgesamt sind in Heilbronn-Franken derzeit 1453 Hektar im Regionalplan für Photovoltaik ausgewiesen. Für 865 Hektar wurden bereits Baugenehmigungen erteilt, für weitere 1352 Hektar sind sie beantragt. Somit sind in der gesamten Region 2197 Hektar für großflächige Solarenergie im Gespräch, davon 272 auf besten Böden. Laut Landesklimagesetz muss die Region übrigens bloß 953 Hektar oder 0,2 Prozent der Gesamtfläche dafür reservieren – dies wurde bereits diesen Sommer erfüllt. Empfohlen würden allerdings 0,5 Prozent. „Wir gehen davon aus, dass wir diesen Wert 2027 erreichen werden“, sagte Weisser.
Weitere Änderungen in mehreren Kommunen
Auch für weitere Projekte beschloss die Versammlung den Start des Planänderungsverfahrens:
- Neckarsulm: Die 20 Hektar Fläche am Stadtrand nördlich der Straße nach Erlenbach soll nicht mehr als Gewerbegebiet ausgewiesen sein. Die dadurch wegfallenden Flächen sollen in anderen Kommunen geschaffen werden, Gespräche dazu laufen bereits.
- Untermünkheim: Da das Gewerbegebiet an der Straße zwischen Schwäbisch-Hall und Kupferzell bereits voll ist, soll seine Fläche um elf Hektar erweitert werden. Dazu muss ein regionaler Grünzug zurückgenommen werden.
- Kirchardt: Das Gewerbegebiet an der Straße zwischen Kirchardt und Fürfeld soll um zehn Hektar entlang der Straße in Richtung Fürfeld erweitert werden. Auch hierzu muss ein Grünzug zurückgenommen werden.
- Niedernhall: Das Gewerbegebiet Waldzimmern soll um zwölf Hektar erweitert werden.
- Möckmühl: Für eine letzte Erweiterung des Wohngebiets Brandhölzle um 2,5 Hektar soll der Grünzug um sechs Hektar zurückgenommen werden.
Möglichst noch im nächsten Halbjahr sollen diese Projekte in die 21. Änderung des Regionalplans eingearbeitet und diese zur Beschlussfassung vorgelegt werden.
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