Polizei: "Wir betrachten die Entwicklung mit Sorge"
Auch in der Region gehen mehr Menschen auf die Straße, weil sie mit den Corona-Beschränkungen nicht einverstanden sind. Wie die Polizei damit umgeht, sagt Gerald Olma, Sprecher des Heilbronner Präsidiums.

Der Protest gegen die Corona-Regeln nimmt zu. Die Polizei stellt fest, dass es dabei im Bereich des Heilbronner Präsidiums zu Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz kommt, sagt Sprecher Gerald Olma.
Wie entwickeln sich die Proteste im Bereich des Präsidiums?
Gerald Olma: Wir stellen eine Zunahme an Anmeldungen bei den Versammlungsbehörden fest. Das Spektrum geht von der Mahnwache eines Einzelnen bis zur Kundgebung mit etwa 200 Personen. In unserem Zuständigkeitsbereich liegt der Schwerpunkt in der Stadt Heilbronn.
Gibt es Verstöße oder Straftaten?
Olma: Zuletzt war festzustellen, dass sich bei größeren Versammlungen vermehrt Teilnehmer nicht an die Abstandsregeln gehalten und das Tragen von Gesichtsmasken verweigert haben.
Wie schätzt die Polizei die Organisatoren und Teilnehmer der Demos ein?
Olma: Jeder Bürger hat das Recht, sich zu versammeln und seine Meinung zu äußern. Wie sich eine solche Versammlung zusammensetzt, prüft die Polizei nicht. Wir sind zur Neutralität verpflichtet. Unseren bisherigen Informationen nach setzen sich die Teilnehmer aus Bürgern unterschiedlichster Gesellschaftsschichten zusammen.
Was denken Sie, wie sich Anti-Corona-Demos entwickeln?
Olma: Wir betrachten die Entwicklung, insbesondere dass bewusst gegen die Auflagen und somit den Infektionsschutz verstoßen wird, mit Sorge. Es ist doch erwiesen, dass gerade Großveranstaltungen ein erheblich größeres Infektionsrisiko beinhalten. Umso wichtiger ist es, dass die erteilten Auflagen auch eingehalten werden. Wir gehen momentan eher davon aus, dass Versammlungen mit Corona-Bezug zunehmen werden.
Zeigt sich der Widerstand gegen Corona-Regeln auch auf andere Weise?
Olma: Wir stellen täglich in geringer Zahl Verstöße gegen die Verordnung fest. In der Stadt und im Landkreis Heilbronn haben wir zuletzt am Tag zwischen zehn und 15 zur Anzeige gebracht. In der Bevölkerung nehmen wir überwiegend Verständnis für die Maßnahmen wahr. Die Unbelehrbaren, die ihren Frust wegen der Beschränkungen gegenüber der Polizei äußern, sind glücklicherweise die Ausnahme.
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