Winterdorf Heilbronn endet mit Rekordbesuch
Richtig optimal waren die Wetterbedingungen beim Hüttendorf auf dem Food-Court-Gelände in diesem Jahr nicht. Trotzdem kamen in 75 Tagen so viele Besucher wie nie zuvor. Woran das liegt, hat eine Hochschulstudie untersucht.

Knackige Temperaturen, sternenklarer Himmel? Das hat es in den 75 Tagen Winterdorf kaum gegeben. An nur einen einzigen kalten und trockenen Winterabend erinnert sich Uschi Schröter-Wagner vom Veranstalter-Team. Und da war es im Hüttendorf auf dem Food-Court-Gelände so brechend voll, dass niemand mehr eingelassen wurde. Selbst im Freien gab es keinen Platz mehr.
Auch ohne passendes Wetter endet das sechste Winterdorf an diesem Samstag mit einem neuen Rekord beim Umsatz. Die 15 Prozent Plus in der Kasse sind für die Veranstalter der Beweis, auf dem richtigen Weg zu sein mit ihrem Konzept, das laut Mitorganisator Thomas Aurich einzigartig ist in Deutschland − Winterdörfer gebe es inzwischen zwar auch andernorts, aber nur in Heilbronn setzt man ausschließlich auf Gastronomie.
Hochschul-Studie bestätigt positive Bilanz
Um zu wissen, warum das Winterdorf so gut ankommt, wurde die Hochschule Heilbronn mit einer Studie beauftragt. Saskia Fortenbacher, Helen Bühler, Maria Strack, Mareike Wiese und Jule Fiederling, Studentinnen am Standort Künzelsau, befragten 200 Gäste an einem Freitagabend im November. Ihre Auswertung stützt die positive Bilanz der Veranstalter.
Mehr als 90 Prozent der Befragten würde wiederkommen. Fürs Ambiente der Hütten und Außenanlagen gibt es Bestnoten. Angetan sind die Besucher von Service, Sauberkeit und Sicherheit, aber auch von Auswahl und Qualität. Etwas schlechter − aber immer noch mit Schulnoten um 2,5 − schneiden Preisgefüge und Musikvielfalt ab. Auf der Wunschliste stehen mehr Reservierungsmöglichkeiten und ein größeres Platzangebot.
Viele Gäste von auswärts
Positiv überrascht waren die Winterdorf-Macher von der hohen Zahl auswärtiger Besucher: Fast 20 Prozent nehmen einen Anfahrtsweg von mehr als 50 Kilometer in Kauf. "Schön, dass Heilbronn es schafft, Gäste von weit her zu holen", freut sich Thomas Aurich. Für DJ Martin König ist das Winterdorf "gelebtes Stadtmarketing".
Gerade bei Gästen mit längerer Anreise will man Frust vermeiden und das Reservierungskonzept nachbessern. König: "Heilbronner wissen inzwischen, dass sie vor 19 Uhr da sein müssen, um noch Platz in einer der drei Hütten zu finden."
Ein Sommerdorf ist in Planung
Warum nur im Winter? Diese Frage nach einem Sommerdorf beschäftigt die Macher schon länger. "Der Bedarf ist da", bekräftigt Aurich. Der Gastronom hat bereits 25 Plätze gescheckt, ein geeigneter Standort war noch nicht dabei. Deshalb rechnen die Veranstalter auch nicht damit, dass schon 2018 was daraus wird.
Die Studie der Hochschule stützt die Idee: Dreiviertel der Befragten würde sich ein entsprechendes Sommerdorf wünschen. Wie es aussehen soll, darüber gehen die Meinungen aber weit auseinander: eine Sylter Almhütte mit schwedischem Einschlag − am Ufer des Neckars.
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