Weitere Produktionsausfälle bei Audi - Kurzarbeit auch im Juni
Fehlende Halbleiter-Teile bremsen die Fertigung bei der Marke mit den vier Ringen länger aus als zunächst angenommen. A4 Limousine und A5 Cabrio wird in Neckarsulm bis einschließlich 11. Juni nicht produziert.
Die Teileversorgung in der Automobilindustrie – insbesondere im Halbleiter-Bereich – bleibt weiterhin kritisch. Audi verlängert daher die Produktionsunterbrechung an seinen beiden deutschen Standorten Ingolstadt und Neckarsulm mit sofortiger Wirkung, aber nicht auf allen Linien. Das Unternehmen hatte bereits für die Produktion und die tangierten Bereiche vorsorglich Kurzarbeit auch für den Juni angemeldet.
Am Audi-Standort Neckarsulm findet bis einschließlich 11. Juni keine Produktion der A4 Limousine und des A5 Cabriolet statt. Hier wurde zuletzt ohnehin nur im Ein-Schicht-Betrieb gefertigt. Beim Topmodell A8 fällt am Montag die Produktion nochmals aus, ab Dienstag rollt die Luxuslimousine wieder vom Band. Im C-Segment, also bei den Modellen A6 und A7 läuft die Fertigung am Montag vorerst regulär weiter. Allerdings bleibt, wie aus dem Unternehmen zu hören ist, die Lage weiter angespannt. Es könne durchaus zu weiteren Anpassungen kommen.
Deutlich heftiger als Neckarsulm trifft es den Stammsitz des Unternehmens in Ingolstadt. Die Fertigungslinien 1 und 2, auf denen die Volumenmodelle A3 und A4 sowie der A5 gefertigt werden, bleiben versorgungsbedingt bis einschließlich 11. Juni produktionsfrei.
Zunächst sind durch den Halbleitermangel natürlich erst einmal die produzierenden Hersteller in Not – in Deutschland sind davon im Prinzip alle Marken mehr oder weniger aber am Ende hat die Krise natürlich auch Auswirkungen auf den Handel. Mal haben die Wunschfahrzeuge der Kunden lange Lieferzeiten, mal kommen sie nicht mit der vereinbarten Ausstattung. Das wird ein riesiges Problem für viele Händler. Sie werden wohlmöglich einiges ausbaden müssen“, fürchtet Antje Woltermann, Geschäftsführerin der Abteilung Betriebs- und Volkswirtschaft, Fabrikate beim Zentralverband Deutsches Kraftzuggewerbe.
Nachdem die Halbleiter-Engpässe in der Autoindustrie schon seit einigen Wochen für Einschränkungen in der Produktion sorgen, stellt der andauernde Chip-Mangel nun auch andere Branchen vor große Herausforderungen. Insbesondere Hersteller von Unterhaltungselektronik und Telekommunikationsgeräten sind betroffen
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Kommentare
Wilfried Binder am 29.05.2021 09:46 Uhr
.... ob der Halbleitermangel auch die Fernostproduktion im "staatlich" gelenkten chinesischen Wirtschatsystem ausbremst. "Ein Schelm wer böses dabei denkt!"
Leider wurde in D- und EU-Unternehmen die letzten Jahrzehnte die betriebswirtschaftliche Denke zu sehr, die volkswirtschaftliche Seite dagegen zu wenig priorisiert.
Vergleichbares zeigt sich zunehmend auch im Pharmabereich, wo es immer wieder zu Lieferengpässen wegen angeblicher Produktionsstörungen in der fernöstlichen Wirkstoffproduktion kommt. Von Monopolen verursachter Mangel schafft Not ..... führt zu Abhängigkeit und treibt die Preise.
Wünschenswert wäre, dass unsere Medien nicht nur die Probleme, sondern verstärkt auch die zugrundeliegenden Ursachen in den Vordergrund der Berichterstattung rücken. Denn: "Probleme können nur gelöst werden, wenn man auch die Ursache kennt".