Weingärtner arbeiten wegen punktueller Fäulnis bei der Weinlese unter Hochdruck
Überall im Heilbronner Land und in Hohenlohe läuft die Traubenlese auf Hochtouren. Wo Wengerter ihre Hausaufgaben gemacht haben, sind tolle Qualitäten zu erwarten. Teils gibt es aber Probleme. Knackpunkt ist einmal mehr das Wetter.
Nach dem Frühstart in der Weindorf-Woche, also Mitte September, läuft die Traubenlese im Heilbronner Land und in Hohenlohe nun auf Hochtouren - und dies wohl noch bis Anfang Oktober. Manche Wengerter wollten eigentlich später beginnen, doch ein hoher Fäulnisdruck machte ihnen Beine. Hauptproblem: Nach dem Sommerregen sind die Beeren teilweise so prall, dass sie sich gegenseitig zusammendrücken, Risse bekommen und faulen. Dies ist vor allem bei kompakten Sorten der Fall, etwa beim Schwarzriesling, bei lockerbeerigen kaum, hier ist fast alles ausgesprochen gesund. So wird sich heuer sprichwörtlich die Spreu vom Weizen trennen.
Hoher Aufwand für gesundes Lesegut
Viele Winzer haben dem Problem vorgebeugt, indem sie Trauben rechtzeitig ausdünnten oder halbierten. Andere müssen nun die fauligen Trauben oder Beeren mit hohem Aufwand von Hand herausschneiden und verwerfen. Dies ist auch vor der Lese mit dem Vollernter wichtig, da essig-stichige Beeren das ganze Lesegut verderben können. Manche Genossenschaft warnt ihre Mitglieder, die komplette Ladung abzuweisen, wenn ein bestimmter Grenzwert überschritten ist. An dünnhäutigen roten Sorten macht sich zunehmend auch die Kirschessigfliege zu schaffen.
Riesling und Lemberger sind top
Wo rechtzeitig ausgedünnt wurde, sprechen die Oechslewerte nach dem vielen Sonnenschein für überdurchschnittliche Qualitäten, vor allem beim Riesling und Lemberger. In der Menge war wegen praller Beeren zunächst nahezu von einem Vollherbst mit 110 Millionen Liter Württemberger die Rede. Insgesamt dürfte die Menge an 2023er Wein aber wegen dem Ausdünnen und wegen der Hitze geringer ausfallen als zunächst geschätzt.
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