Warmes Wetter lässt den Spargel früher sprießen
Trotz anfänglicher Befürchtungen wegen der vielen Regenfälle gibt es Entwarnung: Sofern kein Spätfrost eintritt, dürfen sich Verbraucher auf pünktlichen Spargelgenuss zum Osterfest freuen.

Nach dem vielen Regen drohte die Spargelsaison schon ins Wasser zu fallen. Jetzt gibt der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) jedoch Entwarnung: Komme nicht noch ein Spätfrost, können die begehrten Stangen zum Osterfest auf dem Tisch sein.
Allerdings müsse man sich schon noch zwei oder drei Wochen in Geduld üben, meint Reiner Keller aus Ittlingen. "Was jetzt schon verfügbar ist, kommt aus geheizten Folientunneln. Das machen wir nicht", so der Spargelbauer. Je nach Wetterlage wird es wohl aber auch im Kraichgau zu Ostern den ersten Spargel geben.
Spargel zu Ostern? Bauern hoffen auf trockenes, frostfreies Wetter
Früher ist man damit trotz der warmen Witterung nicht dran, meint Keller. "Ende März ist eigentlich normal für uns." Der Februar war zwar recht warm, dafür aber auch feucht. "Acht Grad im Wurzelbereich braucht man schon."
Die Nässe im Frühjahr habe bisher keine negativen Auswirkungen auf den Spargelwuchs gezeigt. "Es gibt nur Spargelfelder, die aufgrund der Bodennässe später bearbeitet werden, und auf denen die Spargelernte später beginnen wird", erklärt Spargelexperte Dr. Ludger Aldenhoff.
Es müsse also erst die Nässe abtrocknen, damit die Stängel austreiben. Weil diese unter der Erde wachsen, bleiben sie im Gegensatz zum grünen Spargel weiß.
Noch müssen die Bauern aber abwarten. "Einige Wettermodelle prognostizieren aktuell einen späten Wintereinbruch mit bis zu -15 Grad in der dritten Märzwoche", heißt es bei agrarheute. Daher könne man weder die Erntemengen noch die damit verbundenen Preise prognostizieren.
Zahl der Spargel-Anbauer geht zurück
Fakt ist: Die Zahl der Anbauer geht zurück. In Deutschland sind es fast ein Viertel weniger Betriebe als im Jahr 2015, in Baden-Württemberg rund 22 Prozent. Die Anbaufläche ist im Ländle um fast 20 Prozent gesunken, die Erntemenge um 17,6 Prozent auf 9000 Tonnen.
Im vergangenen Jahr lag der Kilopreis zu Beginn der Saison bei 15 bis 18 Euro das Kilo, wobei es auch Tagesangebote zwischen acht und zehn Euro gegeben hat. Hohe Produktionskosten und die Schwierigkeit, auskömmliche Preise zu erzielen seien ein Hauptgrund, warum einige Anbauer aufgegeben haben, so der VSSE. Erntehelfer erhalten in Deutschland mehr Mindestlohn als in Frankreich, Spanien oder in Griechenland. "In Italien gibt es gar keinen landesweiten Mindestlohn." Auch aus diesen Gründen ruft der Verband dazu auf, Spargel aus heimischer Produktion zu kaufen.
Laut der Gesellschaft AMI lag der Selbstversorgungsgrad in Deutschland bei Spargel im vergangenen Jahr bei 83 Prozent. Simon Schumacher, Vorstandsvorsitzender des VSSE, blickt optimistisch auf die Saison: "Die Anbauer haben unrentable und alte Spargelanlagen aus der Bewirtschaftung herausgenommen, um die gestiegenen Produktionskosten auszugleichen."
In der Direktvermarktung gebe es aufgrund von mehreren Sortierungen für jeden Geldbeutel Spargel. "Das königliche Gemüse ist erschwinglich geworden."
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