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Heilbronn

Vier Ideen, wie der Einkauf nachhaltiger wird

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Vier Tipps für ein nachhaltiges Shopping in der Region Heilbronn hat die junge Redaktion Stimmt! gesammelt. Dabei zeigt sich, dass Secondhand-Läden auch echte Designerklamotten im Programm haben können.

Den meisten von uns ist klar: Die Klamotten, die wir kaufen, werden oft unter unfairen Bedingungen für Mensch und Umwelt produziert und um die halbe Welt geschickt, bevor wir sie hier für wenige Euro kaufen können. Und wir sie häufig dann nicht einmal tragen. Ähnliches gilt auch für Accessoires und Dekoartikel. Ein Kerzenständer hier, eine Kette dort – das summiert sich. Die logische Konsequenz wäre, das Einkaufen komplett zu vermeiden. Aber mal im Ernst, das Schaffen doch die wenigsten von uns.

Zu viel Spaß macht es, sich neu zu erfinden oder die Bude umzudekorieren. Das Ganze geht aber auch nachhaltig, denn genau dafür gibt es sie: Flohmärkte, Secondhand-Läden und andere kluge Ideen zur Wiederverwertung. Ideal für alle, die guten Gewissens neuen Kram kaufen oder altes Zeug loswerden wollen. Hier sind vier Ideen, wie man abseits vom Secondhand-Muff tolle Schnäppchen und Raritäten shoppt:

 

Frauenflohmärkte

Gut, Frauenflohmarkt klingt erstmal etwas unfair für Männer. Dafür weiß man oder besser gesagt Frau aber schon davor, was sie erwartet. Das ganze Jahr über gibt es in der Region die verschiedensten Frauenflohmärkte. Beispielsweise die von „Flohmarktine“: Von Heilbronn bis Künzelsau machen sie halt und lassen Frauen Taschen, Schmuck, Kleidung oder Schuhe verkaufen und kaufen. Für alle, die zum Shoppen kommen, heißt es 1,50 Euro an der Kasse bezahlen und los geht’s. Wer sein Zeug loswerden will, kann ab 28 Euro einen Tisch mieten. Viele Termine in diesem Jahr sind zwar schon ausgebucht, wer aber dennoch was bei „Flohmarktine“ loswerden will, kann sich beim gleichnamigen Secondhand-Laden in der Rathausstraße in Neckarsulm erkundigen.

Indoor-Flohmarkt

Wer frei von bestimmten Terminen sein will oder all die aufregenden Flohmärkte verpasst hat, der sollte einmal im ersten Stock des Weipertzentrums in Heilbronn vorbeischauen. Hier findet sich auf 600 Quadratmetern Fläche der Laden Gebrauchtwarenregal. Wer seine Sachen verkaufen möchte, kann hier Regale in verschiedenen Größen anmieten. Den Preis der Waren bestimmt man selbst – wie auf einem normalen Flohmarkt. Die Regale können nach Geschmack bestückt werden. Jeder kann sein Angebot auffüllen und neu dekorieren, wie er es möchte. Die Fläche muss mindestens für eine Woche angemietet werden. Die Preise richten sich nach Größe und Lage des Regals, los geht’s schon bei einem Euro Miete für ein Wandregal, dazu kommt noch Verkaufsprovision.

Secondhand-Läden

In der ganzen Region gibt es auch klassische Secondhand-Läden. Die sind jedoch ganz weit weg vom verstaubten, muffigen Image. „Sisteria“ in der Klostergasse in Heilbronn ist einer davon. Die vier Inhaberinnen bieten seit 2011 schöne und günstige Kleidung in gemütlicher Atmosphäre an. Die männliche Begleitung kann auf dem Herrensessel Platz nehmen. „Es gibt hier auch immer einen Kaffee“, erklärt Maria Johannisson, eine der Inhaberinnen. Die Kleidung ist bereits gewaschen. Und der Bonus: Die nicht verkauften Kleider werden einer Kleiderkammer gespendet – Nachhaltigkeit pur.

Wer eher auf der Suche nach klassischen Luxus-Labels ist, wird im „Lady – Luxury Fashion Secondhand“ von Susann Eders in der Heilbronner Lammgasse fündig. Hermès und Joop aus den 80ern finden sich hier genauso wie Schmuck von Dior im Vintage-Style. „Zum Teil sind die Sachen ungetragen“, erzählt die Inhaberin, die auch Workshops anbietet, in denen sie zeigt, wie man die stilvollen Teile perfekt kombinieren kann. Beide Secondhand-Läden verkaufen klassisch auf Kommission. 

Unperfektes im Netz

Wer schon mit allen Flohmärkten und Secondhand-Läden in der Region durch ist und noch immer nicht genug hat vom nachhaltigen Shoppen, dem sei auch noch der Onlineshop Mit Ecken und Kanten ans Herz gelegt. Unter dem Motto „Aussortiert & Unperfekt“ verkauft der Händler aus Nürnberg seit 2017 nachhaltige und faire Produkte, die auf Grund kleiner Schönheitsfehler nicht mehr regulär verkauft werden können. Manche Teile waren Prototypen oder Muster, andere haben eine alte Verpackung oder werden auf Grund von Sortimentswechseln nicht mehr verkauft.

Welchen Makel die Produkte haben, steht immer dabei. Dabei findet man hier fast alles: Von Möbeln und Dekoartikeln über nachhaltige Kosmetik bis zu Fashion. Was alle Produkte gemeinsam haben: Sie wurden nachhaltig produziert, sind 40 bis 50 Prozent reduziert und man kann sie bequem von zu Hause aus bestellen.

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