Menschen in Not: Mehr als eine halbe Million Euro für Bedürftige und soziale Einrichtungen
Die Hilfsaktion Menschen in Not der Heilbronner Stimme hat in ihrer 53. Runde wieder eine sehr hohe Spendensumme erreicht. Damit kann der Verein das ganze Jahr über hilfsbedürftige Menschen sowie die soziale Arbeit in Heilbronn und Umgebung unterstützen. Vier soziale Einrichtungen aus der Region erzählen, wie sie die Spendengelder einsetzen und was die Aktion Menschen in Not ihnen bedeutet.
Die 53. Runde der Hilfsaktion Menschen in Not der Heilbronner Stimme schließt mit einem Spendenstand von mehr als einer Million Euro. "Wir freuen uns sehr über die ungebrochen große Spendenbereitschaft und überwältigende Solidarität der Menschen in der Region. Das zeigt, welchen hohen Stellenwert die Aktion Menschen in Not bei den Lesern hat", freut sich Chefredakteur Uwe Ralf Heer.
Mehr als 800.000 Euro wurden schon ausgeschüttet
Schon im Dezember wurden insgesamt rund 330.000 Euro an soziale Projekte, Einrichtungen und direkt an hilfsbedürftige Menschen in der Region ausgeschüttet. Nun, zum Ende der diesjährigen Aktionsrunde, stellt der Verein Menschen in Not zusätzlich noch mehr als eine halbe Million Euro für viele gute Zwecke bereit.
"Wir sorgen dafür, dass jeder Cent direkt und unbürokratisch dort ankommt, wo er Gutes bewirkt und Bedürftigen hilft", verspricht Uwe Ralf Heer. Die Stimme Mediengruppe übernimmt bei der Hilfsaktion sämtliche Verwaltungs- und Personalkosten, damit alle Spenden ohne Abzüge an Bedürftige und soziale Projekte gehen können.
Stimme Mediengruppe zeigt Flagge
"Schon seit mehr als 50 Jahren schafft es unsere Hilfsaktion erfolgreich, Not zu lindern und Bedürftige in der Region schnell und direkt zu unterstützen. Darauf sind wir sehr stolz", sagt Verleger Tilmann Distelbarth. "Die Aktion Menschen in Not liegt der Stimme Mediengruppe sehr am Herzen. Insbesondere in Krisenzeiten wie diesen ist es wichtig, als Unternehmen Flagge zu zeigen und soziale Verantwortung zu übernehmen."
Einzelanträge auf Unterstützung können das ganze Jahr über gestellt werden und werden umgehend bearbeitet. Das Antragsformular ist auf der Webseite des Vereins, www.menschen-in-not.net, zu finden. Wie manche der begünstigten Einrichtungen die Spendengelder nutzen und was die Hilfsaktion ihnen bedeutet, erklären sie hier:
Bettina Kümmerle, Meseno-Elsa-Sitter-Stiftung
"Der Verein Menschen in Not ist eine wichtige Einrichtung", sagt Bettina Kümmerle, Vorstandsmitglied der Meseno-Elsa-Sitter-Stiftung. Wer für die Hilfsaktion spende, habe die Gewissheit, dass das Geld auch in Heilbronn und Umgebung verteilt wird: "Die Spenden kommen direkt an." Die Stiftung, die neben dem Kinderhaus auch einen Treffpunkt für Schüler und den Sozialladen mit Kleiderstube in der Heilbronner Südstadt betreibt, verwendet die Spenden, um gezielt Familien im Viertel zu unterstützen. In einem Fall konnte beispielsweise einer Familie ein Zuschuss für einen neuen Kühlschrank gewährt werden, als der alte kaputtging und die Ersparnisse für die Anschaffung nicht ausreichten. Außerdem kauft Meseno regelmäßig Grundnahrungsmittel und Hygieneartikel für den Sozialladen zu, der von immer mehr Menschen genutzt wird. "Ohne Spenden wäre das nicht möglich", sagt Kümmerle.
Der Verein Menschen in Not ist in ihren Augen eine Institution. Besonders sympathisch findet sie, dass alle Spenden ohne Abzüge ausgeschüttet werden. Über Jahrzehnte habe sich die Aktion bewährt - so gut, dass man sie erfinden müsste, hätte die Stimme sie nicht vor mehr als 50 Jahren ins Leben gerufen.
Cordula Stölzel, Bahnhofsmission Heilbronn
Die Bahnhofsmission in Heilbronn kann mit den Spendengeldern aus der Hilfsaktion Menschen in Not ganz direkt Hilfe leisten: über 5-Minuten-Terrinen, ein warmes Getränk, Hygieneartikel, Schlafsäcke, Isomatten oder Ersatzkleidung wie Schuhe, mit denen Hilfsbedürftige bei der Bahnhofsmission unterstützt werden. Gerade wohnungslose Menschen, erklärt die Leiterin der Bahnhofsmission Heilbronn, Cordula Stölzel, hätten einen hohen Schuhverschleiß. Jede zusätzliche Spende für nötige Alltagsgegenstände sei da sehr hilfreich. Außerdem sucht die Heilbronner Bahnhofsmission dringend nach ehrenamtlichen Mitarbeitern, die sie unterstützen und Gespräche mit den Menschen führen, die die Einrichtung besuchen.
Die Mittel des Vereins Menschen in Not werden auch für spezielle Notlagen eingesetzt. In Zusammenarbeit mit anderen sozialen Einrichtungen konnten so etwa einem Mann ohne Krankenversicherung orthopädische Schuhe mitfinanziert werden, die er wegen abgefrorener Zehen braucht, um überhaupt laufen zu können. "Menschen in Not ist eine ganz wichtige, tolle Sache", so Stölzel. Die Aktion genieße viel Anerkennung in der Region. "Sie ist gar nicht mehr wegzudenken."
Stefan Kümmerle, Schuldnerberatung Landratsamt Hohenlohekreis
"Es ist wichtig, dass wir akute Notlagen, dass wir Katastrophen abwenden können", sagt Stefan Kümmerle von der Schuldnerberatung im Landratsamt Hohenlohekreis. Dazu gehöre zum Beispiel, wenn schon am nächsten Tag eine Stromsperre drohe oder der Mietvertrag schon gekündigt sei. Menschen mit hohen Schuldenbergen würden sich manchmal sehr kurzfristig und spät bei der Beratungsstelle melden. Deshalb findet Kümmerle es so wichtig und schön, dass die Schuldnerberatung mit Spendengeldern aus der Aktion Menschen in Not schnell und unbürokratisch helfen kann.
Stolz ist Stefan Kümmerle auch darauf, dass die Beratungsstelle es dank der Spendengelder viel häufiger als im Bundesschnitt schafft, dass Fälle außergerichtlich abgearbeitet werden. Bei der Schuldnerberatung im Landratsamt Hohenlohekreis liege die Zahl der außergerichtlichen Einigungen bei fast 70 Prozent, bundesweit bei nur rund 20 bis 25 Prozent. Die Spenden aus der Hilfsaktion Menschen in Not seien essenziell, weil es durch die Mittel eine Chance auf einen erfolgreichen Schuldentilgungsplan gebe. "Auch unser Finanzkompetenztraining an Schulen ist nur dank der Spendenmittel möglich", sagt Kümmerle.
Stephanie Czub, Aidshilfe Unterland
Stephanie Czub, Geschäftsführerin der Aidshilfe Unterland, freut sich, dass ihre Einrichtung mit Spendengeldern von Menschen in Not unterstützt wird. Besonders toll findet sie, dass die Mittel unbürokratisch und schnell eingesetzt werden können. Zum Beispiel habe die Aidshilfe kürzlich eine Frau zu einem Arzttermin begleitet und sie danach noch zu einem Kaffee einladen können. "Das sind kleine Freuden, die vielleicht nicht nach viel klingen. Aber zu uns kommen Menschen, die im Jahr überhaupt nicht ausgehen", sagt Czub.
Einer anderen Klientin, die im nasskalten Spätherbst mit Sommerschuhen auftauchte, habe man spontan mit Winterschuhen helfen können. Auch bei Nebenkostennachzahlungen unterstützt die Aidshilfe Unterland. Czubs persönliches Highlight war die Nikolausfeier, die dank der Spenden von Menschen in Not organisiert werden konnte. "Es war schön, unsere Klienten so ausgelassen, glücklich und zufrieden zu sehen." Dass der Verein Menschen in Not auch auf kurzfristige Anfragen schnell und kompetent reagiert, schätzt Czub besonders. Zum Beispiel habe man für eine Ukrainerin sehr kurzfristig einen Übersetzer gebraucht, um ein akutes Problem zu klären.

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