Unverständnis nach Trauerfeier mit 200 Beteiligten

  
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Nach dem Polizeieinsatz wegen Verstößen gegen das Corona-Kontaktverbot bei einer Trauerfeier vor dem Westfriedhof in Heilbronn-Böckingen schildert ein Augenzeuge das Vorgehen von Polizei und kommunalem Ordnungsdienst .

Etwa 200 Menschen haben sich am Mittwoch zu einer Trauerfeier vor dem Westfriedhof in Heilbronn-Böckingen versammelt. Zunächst hielten sie sich in Zweiergruppen an die vorgeschriebenen Abstandsregeln. Doch dann griffen Polizei und kommunaler Ordnungsdienst ein und verhängten zum Teil Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Hygieneschutzgesetz.

Zu viele Menschen gleichzeitig hätten sich am Sarg des Verstorbenen aufgehalten. Wie berichtet, hatte ein Imam zunächst zu einer Trauerfeier vor der Fatih-Moschee in Heilbronn aufgerufen. Die Trauergäste trafen sich stattdessen vor dem Friedhof.

Nun meldet sich ein Teilnehmer der Trauerfeier bei dieser Zeitung. Marcus Michelmann fragt: "Weshalb haben die Stadt und die Polizei angesichts der Corona-Krise so viele Trauergäste im Vorfeld zugelassen?" Zudem, so der Vorwurf, sei die Trauerfeier vor dem Friedhof nicht aufgelöst worden. Vielmehr hätten der kommunale Ordnungsdienst der Stadt und die Polizei das Geschehen beobachtet und erst beim Abzug der Trauergesellschaft Personalien erhoben. Gegen 60 der etwa 200 Teilnehmer wurde Anzeige erstattet. "Und was ist mit den restlichen 140 Teilnehmern?", fragt Michelmann.

Die Polizei verweist auf das Ordnungsamt der Stadt Heilbronn. Dort liege die Zuständigkeit. Rathaus-Sprecherin Suse Bucher-Pinell teilt auf Nachfrage mit: "Warum nicht alle Anwesenden kontrolliert wurden, lässt sich nicht nachvollziehen. Möglicherweise hat es die Situation vor Ort nicht zugelassen." 

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