Übernachtungen in der Heilbronner Jugendherberge ziehen wieder an
Erst die Bundesgartenschau 2019, dann die Corona-Pandemie ab 2020: Einen normalen Alltag in der Jugendherberge am Neckarbogen hat es eigentlich nie gegeben. Betriebsleiterin Angela Manetto ist dennoch optimistisch und freut sich auf die Saison.

Erst die Bundesgartenschau 2019, dann die Corona-Pandemie ab 2020: Einen normalen Alltag in der Jugendherberge am Neckarbogen hat es eigentlich nie gegeben. Mittendrin: Angela Manetto. Seit November 2019 ist die 40-Jährige die neue Betriebsleiterin. Ihren Job habe sie bisher nur in Ausnahmezuständen kennengelernt. 30.000 Übernachtungen gab es im Buga-Jahr, die Auslastung war besonders hoch und zog noch viele Monate danach ihre Kreise. Mit Ausbruch der Pandemie stand das Leben in dem Haus mit seinen 180 Betten und sechs Gemeinschaftsräumen aber auf einmal still.
Hilfsgelder von Bund und Land seien eine große Erleichterung gewesen, auch wenn man weiterhin "jeden Cent zusammenkratzt", fasst Angela Manetto die durchwachsenen Monate nach der Bundesgartenschau zusammen.
Kollegen aus dem Ahrtal in der Juhe Heilbronn aufgenommen
Ihre Entscheidung, von der Jugendherberge im Ahrtal nach Heilbronn zu wechseln, bereut die Hotelbetriebswirtin trotzdem "keine Sekunde", wie sie sagt. Zum einen, weil die Pandemie jeden Job erschwert und zum anderen, weil die Juhe im Ahrtal, in der Manetto über mehrere Jahre angestellt war, seit der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer ihren Betrieb nicht mehr aufnehmen konnte.
Zwei ehemalige, langjährige Kollegen hat Manetto vom Überschwemmungsgebiet in ihr Team geholt. Beide haben Heilbronn mittlerweile zu ihrer Heimat gemacht und unterstützen die Juhe als Koch und Rezeptionist.
Über sechs Monate Soldaten beherbergt
Auch wenn das Haus in der Paula-Fuchs-Allee die eine oder andere Durststrecke hinter sich bringen musste und laut Manetto nicht mal zu 50 Prozent ausgelastet war, fanden im vergangenen Sommer wieder mehr Besucher den Weg dorthin. Darunter Durchreisende, Familien oder Geschäftsleute, die wegen räumlich begrenzter Möglichkeiten in der eigenen Firma auf Konferenzsäle in der Juhe umstiegen, nennt Manetto ein paar Beispiele.
Es gab aber auch eher ungewöhnlich Gäste: Soldaten. Sie unterstützten ab Oktober 2020 das Gesundheitsamt im Landratsamt Heilbronn bei der Kontaktnachverfolgung im Kampf gegen Corona. Bis zu 51 Soldaten hat die Juhe in der Hochphase für rund ein halbes Jahr beherbergt. "Es war eine schöne und familiäre Zeit. Wir hatten tolle Gespräche, und es sind schöne Bekanntschaften daraus entstanden."
Zen-Kurs ab Mitte März, "um Kraft zu tanken"
Ansonsten habe sie und ihr Team sich auf die Perspektive konzentriert, erzählt die Optimistin. "Das hat geholfen." So wurden in den vergangenen Monaten Räume, Flure und Zimmer neu gestrichen, das Lager umstrukturiert und interne Prozesse verbessert.
Am 18. März soll es beispielsweise in Kooperation mit dem Heilbronner Verein "Daishin-Zen" einen Zen-Kurs geben, um "nach dieser schwierigen Phase wieder Kraft zu tanken", erklärt Angela Manetto. Je nachdem, wie das Angebot wahrgenommen wird, kann sich die 40-Jährige auch vorstellen, den Kurs regelmäßig in der Juhe zu integrieren.
Die Juhe kriegt drei neue Mitarbeiter
Auch sonst geht es aufwärts: Drei Mitarbeiter verstärken das 15-köpfige Team ab März: "Wir sind positiv auf dieses Jahr gestimmt", begründet die Betriebsleiterin die personelle Aufstockung. An die 3600 Übernachtungen seien für Juli schon fix. Für November stehen knapp 2500 Übernachtungen fest. Zum Vergleich: Im November 2021 waren es nur knapp 1350.
Die Heilbronner Jugendherberge (Paula-Fuchs-Allee 3) hat 180 Betten, überwiegend in Zwei- und Vierbettzimmern. Es gibt sechs Gemeinschaftsräume. Eine Übernachtung kostet für Junioren bis 26 Jahre, für Familien und Gruppen 33,70 Euro mit Frühstück (Halbpension 39,90 Euro/ Vollpension ab 43,70 Euro). Gäste ab 27 Jahren zahlen zwischen 37,70 Euro (mit Frühstück) und 47,70 Euro (mit Vollpension).
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