Trotz Inflation: Kosten für die Straßenmeisterei in Abstatt liegen im Rahmen
17,3 Millionen Euro lässt sich der Landkreis Heilbronn die neue Straßenmeisterei in Abstatt kosten. Nach der Fertigstellung wird sie nicht nur auf dem aktuellsten Stand der Technik sein. Auch das größte Salzsilo Europas steht dann auf dem Areal.

Es ist noch gar nicht lange her, da standen auf dem Areal an der Seestraße in Abstatt mehrere Hallen der Straßenmeisterei. Die nicht mehr sanierungsfähigen Gebäude mussten ab November 2022 allerdings weichen, um Platz für einen modernen Neubau zu schaffen. 17,3 Millionen Euro wird der Kreis Heilbronn investieren.
Kosten im Rahmen für Straßenmeisterei in Abstatt liegen mit 17,3 Millionen Euro im Rahmen
Und damit nicht nur mehr Platz für die Fahrzeuge schaffen, sondern auch so nachhaltig wie möglich sein. Läuft alles nach Plan, wird in einem Jahr bereits die offizielle Eröffnung gefeiert. "Trotz der Inflation und der steigenden Preise werden wir laut jetzigem Stand im Kostenrahmen bleiben", sagt Landrat Norbert Heuser beim Richtfest der Anlage.
3566 Kubikmeter Beton, mehr als 4000 Kubikmeter Konstruktionsholz und 143.700 Kilogramm Stahlträger werden verbaut, um die zweite von vier Straßenmeistereien des Kreises auf den aktuellen Stand zu bringen. Nach Bad Rappenau-Bonfeld ist Abstatt die zweite, die in den Genuss eines Neubaus kommt. Brackenheim und Neuenstadt müssen sich noch gedulden. "Da müssen wir auch noch dringend ran", so Heuser.
Vielfältige Aufgaben gebündelt in der neuen Straßenmeisterei in Abstatt
Wie wichtig der Neubau ist, wird nach einem Blick auf den großen Bereich, den die 25 Mitarbeiter abdecken, klar: Insgesamt 240 Kilometer auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen einschließlich der Radwege werden von ihnen betreut. "Von Untergruppenbach bis Wüstenrot", erklärt Heuser. Dabei geht es nicht nur um Aufgaben wie den Winterdienst, sondern auch um die Zuständigkeit für Grünflächen oder die Kontrolle von Verkehrsschildern.
Der Schwerpunkt der Abstatter Straßenmeisterei liegt allerdings auf der Überwachung des 680 Meter langen Schemelsbergtunnels bei Weinsberg. Jede der Außenstellen habe einen eigenen Schwerpunkt, erklärt der Leiter des Kreis-Bauamts, Caspar Steinmetz. In Bonfeld beispielsweise sitzt die Zentralwerkstatt. Dort befindet sich außerdem bereits ein über 20 Meter hohes Salzsilo.
Das größte Silo Europas in Abstatt: 26 Meter hoher Behälter

Das wird allerdings in Sachen Größe und Fassungsvermögen in Zukunft von dem noch zu errichtenden Behälter in Abstatt getoppt. Das größte Silo Europas soll auf dem 7900 Quadratmeter großen Areal entstehen und eine Höhe von 26 Metern erreichen. Die Mitarbeiter können in Zukunft ihre Fahrzeuge selbst befüllen, eine Aufbereitungsanlage macht den Einkauf von Sole in Zukunft nicht mehr nötig.
Als ein Zentrum für "Innovation, Fortschritt und Klimaschutz" bezeichnet Norbert Heuser den Neubau: "Hier kommen alle modernen Technologien zum Einsatz, die Effizienz wird gesteigert und gleichzeitig werden die Umweltauswirkungen minimiert." Dafür soll außerdem eine Luftwärmepumpe sorgen, die in Zukunft durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach gespeist wird. Er sei sich sicher, dass die Gebäude den Praxistest bestehen werden, so der Landrat: "Auch deshalb, weil die Nutzer bei der Planung mit einbezogen wurden."
Und obwohl die Gebäude für die kommenden Jahrzehnte gebaut werden, denkt man im Landratsamt bereits an die Zeit danach. Dann, wenn die Hallen nicht mehr modern sind und wie ihre Vorgänger abgerissen werden müssen. Die Baustoffe sind aus recyclingfähigem Material, zum Großteil rückbaubar und können laut Norbert Heuser zurück in den fossilen Kreislauf fließen.
Die alte Abstatter Straßenmeisterei ist zwar abgerissen, die Mitarbeiter verrichten allerdings weiterhin ihre Arbeit. Während in der Seestraße gebaut wird, haben sie in Heilbronn vorübergehend ihr Ausweichquartier aufgeschlagen. Von dort läuft auch die 24-Stunden-Videoüberwachung des Schemelsbergtunnels bei Weinsberg. Bereits beim Bau der Meisterei in Bonfeld zogen die Mitarbeiter nach Heilbronn. Daran will man auch in Zukunft festhalten.


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