Security-Mitarbeiter berichtet von tumultartigen Szenen in Heilbronn
In einigen Lebensmittelmärkten in der Stadt Heilbronn ist die Lage am Samstagvormittag angespannt. Kunden streiten sich um Ware, andere halten den Sicherheitsabstand nicht ein. Andernorts jedoch läuft der Betrieb vergleichsweise ruhig ab.

Obwohl Lebensmittel und Drogerie-Artikel in Deutschland nicht knapp sind, decken sich Kunden in der Corona-Krise mit Waren ein. Noch bevor die Märkte morgens öffnen, bilden sich Warteschlangen. „Kurz nach sechs kommen sie“, erzählt der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, der in einem Lidl-Markt in Heilbronn die Lage im Blick behalten soll.
In einer Kaufland-Filiale sind es nach Angaben einer Mitarbeiterin etwa 60 bis 70 Kunden gewesen, die am Samstagmorgen ausharrten, bis der Markt öffnete. Drinnen spielen sich dann zum Teil tumultartige Szenen ab, wie ein Security-Mitarbeiter schildert.
„Manche verstehen nicht, dass sie nur begrenzte Mengen kaufen dürfen.“
Security-Mitarbeiter
„Sobald der Markt aufmacht, laufen sie zum Klopapier und zum Mehl“, erzählt der Beschäftigte eines Sicherheitsdienstes. „Manche Kunden verstehen nicht, dass sie nur begrenzte Mengen kaufen dürfen.“ Ihm zufolge feinden sich Kunden an. Wenn einer leer ausgehe, ginge er denjenigen an, der zwei Packungen von etwas im Einkaufswagen liegen habe. An den Kassen gebe es Stress, weil sich die Kunden zu nah auf die Pelle rückten.
„Dass sie den Sicherheitsabstand von etwa 1,50 Meter einhalten sollen, wissen viele noch immer nicht“, beobachtet eine Kaufland-Mitarbeiterin, die ihren Namen nicht öffentlich machen möchte.
„Respekt an alle, die arbeiten“
„Ich habe mich anstecken lassen“, sagt Erkan Ayak aus Heilbronn und grinst. Nicht das Virus hat ihn infiziert. Ihn beeinflussen die Nachrichten über den Ansturm auf die Märkte. „Ich habe auch mehr als sonst gekauft“, räumt der 36-Jährige ein, der die Artikel ins Auto lädt. Drinnen sei es ruhig zugegangen, die Verkäuferinnen seien noch netter als sonst. „Riesenrespekt an alle, die hier arbeiten.“
Im Großen und Ganzen läuft es gut, meint auch die Filialleiterin eines Lidl-Markts, die ungenannt bleiben möchte. Hier und da gebe es vereinzelt Kunden, die ungehalten oder verärgert seien. Der überwiegende Teil jedoch bleibe freundlich. Alles im Griff hat der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. „Ich bekomme das gut geregelt.“
Im Edeka in Bad Wimpfen gibt es nur vereinzelt Diskussionen

Unterdessen gehen einige Lebensmittelmärkte in der Region dazu über, nur noch eine begrenzte Anzahl an Kunden einzulassen. Oder sie lassen sich andere Ideen zum Schutz der Kundschaft einfallen. So wie im Bad Wimpfener Edeka-Markt: Damit Kunden Abstand halten, dürfen sie nur mit Einkaufswagen hinein. Ein Hinweis an der Eingangstür macht darauf aufmerksam. Dennoch hat Marktinhaber Denis Dannenberg Position im Eingangsbereich bezogen und weist Kunden auf die Regelung hin. Er erntet meist Verständnis. Nur vereinzelt gibt es Diskussionen mit Menschen, die sich nicht an die Regel halten möchten.
Der Wagen sei 1,20 Meter lang, sagt Dannenberg. Dazu die Person, die den Wagen schiebt und dann komme es mit den 1,50 Metern hin. Vor allem an den Kassen hielten sie so den nötigen Abstand. Kisten und Markierungen auf dem Boden gibt es außerdem.
Masken für die Mitarbeiter seien bestellt. Es geht um deren Schutz. „Was, wenn wir ausfallen?“, fragt er.
In Brackenheim halten sie Abstand, in Lauffen wird offenbar gehamstert

Stimme.de
Kommentare
Gerd Hofmann am 22.03.2020 06:18 Uhr
als er postulierte: Zehn Deutsche sind natürlich dümmer als fünf deutsche.
Wolfgang Kynast am 21.03.2020 18:44 Uhr
@Alex: +1
wie soll schon Einstein gesagt haben:
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
Ich bins am 21.03.2020 18:42 Uhr
Im KL Ludwigsburg standen heute 4 Mitarbeiter(innen) zusammen und haben gelacht und geschwätzt.
Dumme Menschen findet man also nicht nur unter den Kunden
am 21.03.2020 17:38 Uhr
sie sprechen mir aus dem Herzen, auch ich empfinde Hochachtung vor diesen Leuten, die in dieser schwierigen Situation unser Land am laufen halten. Meinen aufrichtigen Dank dafür !!!
Ebenso widern mich Leute an die hier schreiben, es sei Fakt "bei REWE, LIDL, ALDI" usw. sind diverse Artikel "trotzdem" ausverkauft. Das impliziert, dass diese Herrschaften emtweder alle Märkte "abklappern" um ihre Sensationsgier zu befriedigen oder einfach irgend etwas kommunizieren um sich zu profilieren und dabei noch weitere Verunsicherung zu verbreiten.
In beiden Fällen: Pfui Teufel - für solche Mitmenschen kann man sich nur schämen.
Thomas Bachmayer am 22.03.2020 00:13 Uhr
......es ist immer noch Hoffnung für Menschen, die sich noch schämen.
Und wer sich profilieren will, gesteht, dass er noch kein echtes Profil hat*~
Alex Angelos am 21.03.2020 15:19 Uhr
Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an alle (!!!!) Mitarbeiter, die dieser Tage vieles aufrechterhalten. Pfleger , Ärzte, Polizisten, Feuerwehr, Verkkäufer, Kassierer, uvm. HERZLICHEN DANK EUCH!!!!!
Und ihr Idioten, die ihr Toilettenpapier hortet und euch um Waren schlagt, was für erbärmliche Würstchen ihr nur seid. Widerlich! Lernt wenigstens rudimentär Respekt für andere zu zeigen.
Peter Henschel am 21.03.2020 14:49 Uhr
Fakt ist und bleibt vor allem Toilettenartikel waren dennoch wieder ausverkauft, so bei Lidl, Aldi,dm,Rewe!
Anna Lechner am 21.03.2020 19:50 Uhr
...möchte ich haben.
Haben Sie auf Ihrer Tour auch ja keinen Laden ausgelassen?
Ute Nitsche am 22.03.2020 12:26 Uhr
... halten sich in Grenzen, allerdings mutiere auch ich zum Toilettenpapiertouristen. Allerdings nicht aus Sensationsgier, sondern weil ich die letzte Rolle (Rolle, nicht Packung) in Benutzung habe. Solche Menschen gibt es - auch wenn es unglaublich klingt - auch noch. Und nein, ich habe keinen Laden in meinem Aktionskreis ausgelassen, Toilettenpapier gab s nicht.