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Schnellere Fahrt durch digitale Anzeigen am Kreuz Weinsberg

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Am Autobahnkreuz Weinsberg gibt es neue Verkehrssteuerungsanlagen. Der Bund investiert rund 2,8 Millionen Euro. Ziel ist es, den Verkehr auf den Autobahnen zwischen den Knotenpunkten Leonberg, Karlsruhe, Weinsberg und Walldorf zu entlasten.

von Michael Schwarz
Das Kreuz Weinsberg ist einer der am stärksten frequentierten Verkehrsknotenpunkte im Land. Jetzt sollen digitale Steuerungsanlagen für Entlastung sorgen.
Foto: Archiv/Bitsch
Das Kreuz Weinsberg ist einer der am stärksten frequentierten Verkehrsknotenpunkte im Land. Jetzt sollen digitale Steuerungsanlagen für Entlastung sorgen. Foto: Archiv/Bitsch  Foto: Matthias Bitsch

Steffen Bilger (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) schreiten zur Tat - und drücken in der Landesstelle für Straßentechnik in Stuttgart als symbolischen Akt gemeinsam den Startknopf für die neue Netzbeeinflussungsanlage am Autobahnkreuz Weinsberg.

Wer dort von der A 81 aus Richtung Würzburg oder von der A6 aus Richtung Nürnberg einfährt, dem soll eine Weiterfahrt mit weniger Staus ermöglicht werden. Dazu ist am Kreuz Weinsberg, das Hermann als einen der "neuralgischen Punkte" des Südwest-Verkehrsaufkommens bezeichnet, eine neue Verkehrssteuerungsanlage mit großen Displays in Betrieb.

Stark frequentierte Strecken

In der Maßnahme des Bundes geht es darum, das in Baden-Württemberg kritische Autobahnviereck mit den Kreuzen Weinsberg und Walldorf sowie den Dreiecken Karlsruhe und Leonberg besser zu steuern. Diese verbinden die A81, A8, A5 und A6 miteinander - und gehören deutschlandweit zu den am höchsten frequentierten Autobahnstrecken.

"Bundesweit fahren auf den Autobahnen an einem Tag im Schnitt 50.000 Fahrzeuge", so Bilger. Auf den vier Autobahnen zusammen sei das "tägliche mittlere Verkehrsaufkommen" im Schnitt etwa doppelt so hoch: Auf der A81 liegt es bei rund 109.000 Fahrzeugen, auf der A8 bei 107.000 und auf der A6 bei 77.000. Noch mehr sind es auf der A5 zwischen Walldorf und Karlsruhe mit täglich rund 115.000.

Bei dem Viereck handelt es sich um eine Strecke von rund 200 Kilometern. Die neue Netzbeeinflussungsanlage am Kreuz Weinsberg kostet den Bund, der für Autobahnen zuständig ist, rund 2,8 Millionen Euro. Ähnliche Verkehrssteuerungsinstrumente befinden sich bereits am Kreuz Walldorf sowie am Dreieck Leonberg. Komplettiert werden soll die technische Routenführung noch durch eine Anlage in Karlsruhe.

Die schnellere Route wird angezeigt

Doch was bringen die Anlagen? Fährt ein Auto zum Beispiel vom Norden oder Osten kommend in das Kreuz Weinsberg ein, wird dem Fahrer auf dem Display der Steuerungsanlage die schnellere der beiden möglichen Autobahnrouten nach Karlsruhe gezeigt. Ist also die A81 Richtung Leonberg dicht, wird die Fahrt über das Walldorfer Kreuz empfohlen - und andersrum. Dazu wird auch noch angezeigt, ob es einen Stau auf der Strecke gibt und wie lange dieser ist.

Bilger und Hermann blicken auf die aktuelle Verkehrslage und stellen fest, dass die Fahrt an diesem Morgen auf der einen Strecke wegen Staus doppelt so lange dauere als auf der Alternativroute. "Durch solche Telematik-Lösungen erhoffen wir uns eine Entlastung des Verkehrs um zehn Prozent", so Bilger. Dies sei auch nötig, denn schließlich rechne man beim Pkw- und Lkw-Verkehr bis 2030 mit deutlichen Zunahmen.

Steuerung von Stuttgart aus

Verkehrsbelastung

2018 − so die neuesten Zahlen der Landesstelle für Straßentechnik − fuhren auf Baden-Württembergs Autobahnen im Schnitt 64.150 Fahrzeuge am Tag. Auf den Bundesstraßen waren es täglich 14.540, auf den Landesstraßen 5350 und auf den Kreisstraßen 2700. Im Vergleich zu 2017 nahm der Verkehr bei allen Straßenarten zu. 

Gesteuert wird die neue Netzbeeinflussungsanlage in der Landesstelle für Straßentechnik. Diese gehört formell zwar zum Regierungspräsidium Tübingen, befindet sich aber in Stuttgart. Dort sind 14 Mitarbeiter rund um die Uhr jetzt unter anderem dafür zuständig, dass die Anzeigentafeln immer auf dem aktuellsten Stand sind.

Ihre Daten bekommt die Behörde von privaten Anbietern - ein etwas heikler Punkt. Denn diese beziehen ihre Verkehrsinformationen in der Regel aus der Ortung von Autofahrer-Handys und durch deren Navigationssysteme. "Wir kaufen uns die Daten ein", heißt es in der Landesstelle für Straßentechnik. Ergänzt werden diese Daten noch durch eigene Sensoren, die sich an den Autobahnen befinden.

Klassische Navigationsgeräte oft nicht ausreichend

Doch reichen eigene Navigationsgeräte in den Autos nicht aus? Diese Frage verneint Hermann - und erklärt: "Zum einen gibt es auch viele Autos ohne Navigationsgerät. Zum anderen sind viele Navigationsgeräte nicht auf dem aktuellsten Stand und können Informationen nicht in Echtzeit liefern."

 

 

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