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Neckarwestheim

Schloss Liebenstein wird wachgeküsst

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Nach dem Pächterwechsel läutet die erste Hochzeitsmesse den Reigen von Events in der Neckarwestheimer Schlossanlage ein.

Von Sabine Friedrich

 

"Guck dir mal diese Kapelle an. Oh, ist die toll." Patrick Hilligardt kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Die Schlosskapelle aus dem 16. Jahrhundert hat es dem Walheimer nicht nur von außen angetan. Auch innen ist sie mit Stilelementen aus Gotik und Renaissance ein Schmuckstück - welch eine Kulisse, um sich das Ja-Wort zu geben.

Zusammen mit Kerstin Ritter, die Hilligardt 2019 heiraten wird, schlendert der junge Mann durch die Räumlichkeiten und Gebäude von Schloss Liebenstein. Das Paar nutzt die Gelegenheit, sich bei der ersten Hochzeitsmesse in der historischen Anlage Tipps von Dienstleistern rund um den schönsten Tag im Leben zu holen. Es ist die erste öffentliche Veranstaltung nach dem Pächterwechsel im Dezember 2017.

Die Anlage mit Leben füllen

"Es ist wichtig, dass die Anlage mit Leben gefüllt wird. Dass für jeden etwas geboten wird", ist sich Beate Lohrer, die mit ihrem Sohn Jonas und Partner Wolfgang Herold Hotel und Gastronomie betreibt, mit der Gemeinde Neckarwestheim und der Schloss Liebenstein GmbH & Co. KG einig. So wünscht sich Bürgermeister Jochen Winkler, dass Schloss Liebenstein ein Ausflugsziel wird, wie es in Untergruppenbach die Burg Stettenfels ist. Neue Formate, die gemeinsam entwickelt worden sind, sollen dazu verhelfen: 2018 neben der Hochzeitsmesse eine Weinmesse, Gartentage, monatliche Führungen, Konzerte oder ein Weihnachtsmarkt - Kultur und Kulinarisches.

Das begrüßt nicht nur Frank Rominger, der bei der Hochzeitsmesse neben der Felsengartenkellerei und den Lauffener Weingärtnern edle Tropfen aus seinem Weingut präsentiert. "Das ist ein ständiger Veränderungsprozess. Dem Ganzen wird wieder Leben eingehaucht", sagt der Neckarwestheimer.

Warten auf die Kundschaft

"Es wird Zeit, dass man sich öffnet", meint Kristin Vogt, die beim Brautmodenflohmarkt im Schlosssaal auf Kundschaft, die sich am Morgen noch nicht einstellen will, wartet. Die Cleebronnerin, die aus Neckarwestheim stammt, bedauert, dass auf der "schönen Anlage" viele Jahre nichts mehr geboten gewesen sei.

"Es ist ein tolles Event in diesen Räumlichkeiten", gibt Ann-Kathrin Schrack von der Blumenwerkstatt Stockheim ihren Eindruck bei ihrer Messe-Premiere wieder. Sie findet es gut, dass das Schloss mit den Nebengebäuden, wie Gewölbekeller und Zehntscheune der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Die Veranstaltung am Sonntag sieht sie als Plattform für regionale Anbieter - mehr als 20 sind es.

Dienstleister aus der Gemeinde

Nicht die Brautpaare sind Rebecca Sigls Klientel, sondern die Hochzeitsgäste, etwa die Brautmütter, die die Designerin mit Studio in der Gemeinde hier in Begleitung der Bald-Vermählten antrifft. Sie freut sich, dass Dienstleister aus der Gemeinde in die Messe einbezogen werden.

Wenn das Echo positiv ausfällt, so kann sich Beate Lohrer vorstellen, dass die Hochzeitsmesse etabliert wird. Sie ist "sehr zufrieden", wie das "ganz große Projekt" bisher für die Pächterfamilie angelaufen ist. Den ganzen Sommer über sei man mit Trauungen schon gut belegt, und im Februar sei man mit Tagungen zum Teil schon ausgebucht.

"Die Leute sind begeistert vom Ambiente, der Weitläufigkeit und Großzügigkeit, der Aussicht", sagt Lohrer, deren Part der Hotelbetrieb ist. Das kann eine Nordheimerin nur bestätigen. Früher Stammgast bei Lohrer/Herold im Flämmle Neipperg hat sie Silvester auf Schloss Liebenstein gefeiert und gleich die Hauskapelle für die Goldene Hochzeit in diesem Jahr gebucht.

Sanierungen und Modernisierungen

1980 kaufte die Gemeinde Neckarwestheim die weitläufige Anlage vom Haus Württemberg. Der Erhalt von Schloss Liebenstein verschlingt natürlich Geld. So wurde zuerst für 1,9 Millionen Euro der Schafstall umgebaut und saniert. Vor der Wiedereröffnung von Hotel (24 Zimmer) und Restaurant durch die Pächterfamilie Lohrer/Herold im Dezember 2017 wurden für 300 000 Euro Reparaturen und Modernisierungen vorgenommen. Weitere umfangreiche Sanierungen, wie Schlossmauern und Bergfried, stehen an. Deshalb hat die Gemeinde das Gesellschaftskapital der Schloss-Liebenstein-KG 2017 um eine auf 10,6 Millionen Euro erhöht.

 

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