Prozess: Angeklagte sollen Kirchheimer Ehepaar mit Schusswaffen in der eigenen Wohnung ausgeraubt haben
Drei Männer haben im Haus eines Kirchheimer Bauunternehmers eine Millionen Euro vermutet. Um sie zu rauben, bedrohten sie laut Staatsanwaltschaft den Mann und seine Frau mit Schusswaffen und brachen ihm die Nase. Seit Donnerstag steht das Trio vor Gericht.

Drei Männer im Alter zwischen 26 und 34 Jahren müssen sich seit Donnerstag vor dem Heilbronner Landgericht unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung verantworten. Sie werden beschuldigt, in der Nacht auf den 19. Mai 2022 einen Bauunternehmer aus Kirchheim am Neckar sowie dessen Ehefrau in deren Wohnung überfallen und beraubt zu haben.
Dabei sollen die Beschuldigten das Ehepaar mit vorgehaltenen Schusswaffen mit dem Leben bedroht haben. Staatsanwältin Catrin Waldhier wirft den Angeklagten schwere räuberische Erpressung, erpresserischen Menschenraub und schwere Körperverletzung vor.
Überfall auf Kirchheimer Ehepaar: Angeklagte sollen eine Million Euro im Haus vermutet haben
Laut Anklage sollen die drei Männer, zwei deutsche und ein türkischer Staatsbürger, davon gehört haben, dass der Kirchheimer eine große Summe Bargeld zuhause habe. Von bis zu einer Million Euro seien die Beschuldigten ausgegangen. Am 18. Mai 2022 sollen sich die drei Männer in Ludwigshafen getroffen haben, um den räuberischen Plan durchzusprechen. Danach seien sie nach Kirchheim am Neckar gefahren, wo sie sich mit zwei weiteren, bereits verurteilten mutmaßlichen Komplizen getroffen haben sollen. Die beiden Komplizen wurden in einem gesonderten Verfahren bereits im Dezember vergangenen Jahres zu fünfeinhalb und acht Jahren Gefängnis verurteilt.
Kurz vor halb fünf Uhr morgens sollen die Männer in das Haus ihrer mutmaßlichen Opfer eingedrungen sein. Dafür hätten sie an der Haustüre geklingelt und vorgegeben, ein Auto touchiert zu haben. Die Ehefrau machte offenbar zunächst die Türe einen Spalt weit auf. Als sie die Türe schließen wollte, um ihren Mann zu holen, soll einer der mutmaßlichen Täter das verhindert haben. Er und drei weitere Komplizen drangen in das Haus ein. Der dritte Angeklagte in diesem Prozess soll im Auto gewartet haben. Im Haus sollen die Täter die Frau auf den Boden gedrückt und ihr den Mund zugehalten haben.
Mit Schusswaffen die Hausbewohner bedroht
Als der Bauunternehmer vom Obergeschoss dazu kam, soll es ein Gerangel gegeben haben. Das Ehepaar soll laut Staatsanwältin jede Gegenwehr aufgegeben haben, als die Angeklagten zwei Schusswaffen gezogen und den Opfern an den Kopf gehalten haben sollen. Verwandte, die in der Einliegerwohnung des Hauses wohnten, hatten den Überfall bemerkt. Auch sie sollen mit Schusswaffen bedroht worden sein.
Rund eine halbe Stunde lang sollen die mutmaßlichen Täter Geld gefordert haben. Dabei sollen sie dem Bauunternehmer unter anderem die Nase gebrochen haben. Zuerst hätten sie eine Million Euro verlangt. Dann 500.000 Euro, weil der Bauunternehmer versichert haben soll, nicht soviel Geld im Haus zu haben. Alles, was er habe, seien rund 2500 Euro. Weil er um sein Leben und das seiner Frau fürchtet, soll der Kirchheimer den Männern darüber hinaus Uhren im Wert von rund 20.000 Euro gegeben haben. Nach rund einer halben Stunde sollen die mutmaßlichen Täter schließlich davongerannt sein.
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