Pflegestützpunkt des Landkreises Heilbronn stellt sich breiter auf
An drei Standorten im Landkreis Heilbronn wird Beratung angeboten. Das Team präsentiert sich auf Wochenmärkten und Messen.

Das Thema Pflege gewinnt zunehmend an Bedeutung. Und damit auch die Frage, welche Lösungsansätze es in einer alternden Gesellschaft in Zeiten des Fachkräftemangels und wenig Wertschätzung für die Pflegeberufe gibt.
Der Landkreis Heilbronn hat im Jahr 2011 einen Pflegestützpunkt im Landratsamt eingerichtet und baut ihn nach und nach aus. Inzwischen gibt es in den Gesundheitszentren in Brackenheim und Möckmühl zwei weitere Standorte. Der Pflegestützpunkt ist eine neutrale Beratungsstelle rund um die Pflege. Diese Beratung ist ein kostenloses Angebot.
Wochenmärkte und Messen
"Wir bieten Sprechstunden in Kommunen wie derzeit in Eppingen an, gehen auf Wochenmärkte wie in Leingarten oder auf Messen in die Öffentlichkeit", sagt Marion Rathgeber-Roth, Leiterin Zentrale Dienste und Planung im Landratsamt. Das zuletzt sechsköpfige Team wird zum 1. September auf acht Kräfte, die auf sechs Vollzeitstellen verteilt sind, aufgestockt. Sie geben Informationen zu pflegerischen, hauswirtschaftlichen und sozialen Angeboten.
Offenbar ist der Pflegestützpunkt jedoch noch zu wenig bekannt in der Öffentlichkeit. "Wir sehen die Not, erreichen aber nur einen Teil der Bedürftigen, die oft Einzelkämpfer und emotional stark belastet sind", sagt Iris Braun, Leiterin des Pflegestützpunkts im Landratsamt Heilbronn und ergänzt: "Menschen, die Schicksalsschläge verkraften müssen, sind oftmals völlig überfordert, und das bedeutet Stress für die Angehörigen. Sie werden in die Situation reingeschmissen." Der Pflegestützpunkt will einordnen und helfen, Lösungen zu finden.
Dolmetscher und Kümmerer
"Wir haben verschiedene Hüte auf. Wir sind Dolmetscher, Vermittler, Kümmerer und Öffentlichkeitsarbeiter", erzählt Iris Braun. Dabei stößt das Team selbst des öfteren an Grenzen. "Da Pflegekräfte fehlen, können wir auch Haushaltshilfen oft nicht vermitteln", sagt Pflegeberater Stefan Vesely. Ein weiteres großes Problem ist es, einen Platz im Pflegeheim zu finden oder auch nur den ambulanten Pflegedienst kommen zu lassen. Das Team des Pflegestützpunkts spricht intern regelmäßig viele Fälle durch und stellt sich immer wieder die Frage, wo es einen Beratungsbedarf gibt.
Nicht unwichtig ist auch die Frage nach den häuslichen Gegebenheiten der Betroffenen. Deshalb gibt es ein Wohnberatungsteam mit Architekten und einer kommunalen Behindertenbeauftragten des Landkreises, die zu Hindernissen, Gefahrenquellen und Barrieren in der Wohnung beraten und Lösungsvorschläge machen. Eine Badewanne oder eine Treppe im Haus stellten für die Betroffenen nicht selten größere Hindernisse dar und könnten durch Umbaumaßnahmen für eine ansprechende Lösung sorgen. Die Beratung sollten Betroffene laut Marion Ratgeber-Roth in Anspruch nehmen, weil dies Themen seien, die der medizinische Dienst beurteilt, wenn es um die Einordnung in die Pflegestufen geht. "Da gibt es ein großes Portfolio an Möglichkeiten", sagt Marion Rathgeber-Roth.
Es geht aber nicht immer nur um die großen Herausforderungen. "Oft fehlen lediglich Menschen, die einen Einkauf erledigen oder Betroffenen beim Anziehen behilflich sind", so Stefan Vesely.
Beratung
Im Pflegestützpunkt des Landkreises Heilbronn können sich Pflegebedürftige, deren Angehörige sowie interessierte Bürger kostenlos beraten lassen. Dabei geben die Teams an den Standorten im Landratsamt Heilbronn sowie in den Gesundheitszentren Brackenheim und Möckmühl Antworten auf Fragen nach Unterstützungsmöglichkeiten, finanziellen Hilfen, Haushaltshilfen, Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige, wo Leistungen der Pflegeversicherung beantragt und wie der Pflegealltag organisiert werden kann. Ferner gibt es Beratung zu ambulanten Pflegediensten und Tagespflege.
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